Der kanadische Schauspieler Graham Greene, bekannt für seine eindringlichen Darstellungen indigener Charaktere in Hollywood-Produktionen, ist am 1. September 2025 im Alter von 73 Jahren verstorben, wie heute bekannt wurde. Greene, ein Mitglied der Oneida-Nation, hinterlässt ein Vermächtnis aus über 150 Rollen in Film, Fernsehen und Theater. Am bekanntesten bleibt wohl seine Rolle neben Kevin Costner in „Der mit dem Wolf tanzt“.
Graham Greene wurde am 22. Juni 1952 in Ohsweken, Ontario auf der Six Nations Reserve geboren. Sein Vater John arbeitete als Sanitäter und Wartungsarbeiter, seine Mutter Lillian sorgte für den Haushalt. Nach seiner Schulzeit in Hamilton, Ontario, schlug Greene zunächst einen handwerklichen Weg ein: Er arbeitete als Zeichner, Stahlarbeiter und Schweißer. Später war er als Tontechniker für Rockbands in Neufundland und Labrador tätig.
Durchbruch 1990 mit „Der mit dem Wolf tanzt“
Die Schauspielerei entdeckte er eher zufällig – ermutigt von dem Musiker Kelly Jay begann er in den 1970er Jahren mit Theaterauftritten in Toronto und England. Eine frühe Beteiligung an einer Tournee-Produktion von James Reaneys Wacousta an der University of Western Ontario weckte sein Interesse. Sein Fernsehdebüt feierte Greene 1979 in einer Episode der Serie „The Great Detective“, die er selbst als „schrecklich“ bezeichnete – doch sie motivierte ihn, professionell weiterzumachen. Der Durchbruch kam 1990 mit der Rolle des Kicking Bird in Kevin Costners Epos „Der mit dem Wolf tanzt“, für die er eine Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller erhielt.
Diese Darstellung eines weisen Lakota-Heilers machte Greene international bekannt und etablierte ihn als Vorreiter für indigene Repräsentation. Weitere markante Rollen folgten: In „Thunderheart“ (1992) spielte er einen Lakota-Polizisten, in Maverick (1994) einen trickreichen Native, und in „Die Hard with a Vengeance“ (1995) einen toughen Cop.
Besonders herausragend war auch Graham Greens Performance als Arlen Bitterbuck in „The Green Mile“ (1999). In den 2000er und 2010er Jahren glänzte er in Filmen wie „Transamerica“ (2005), „Wind River“ (2017) und „The Shack“ (2017). Im Fernsehen war Greene als Edgar „K.B.“ Montrose in „The Red Green Show“ (1994–2006) ein Publikumsliebling.
Graham Greene: Privat ein Familienmensch
Privat war Greene ein Familienmensch. Seit 1990 war er mit Hilary Blackmore verheiratet, mit der er in einem Haus außerhalb Torontos lebte, umgeben von mehreren Katzen. Das Paar hatte eine Tochter, Lilly Lazare-Greene, und Greene war stolzer Großvater von Enkel Tarlo.
Trotz seiner Hollywood-Erfolge meinte Green einmal, dass er kein Interesse daran habe, nach Hollywood, Kalifornien zu ziehen – ein echter Schauspieler könne überall arbeiten. Der Schauspieler ging auch offen mit seinen Depressionen um: 1997 durchlebte er eine schwere depressive Episode, die zu einer Hospitalisierung führte, was er später offen ansprach, um Stigmatisierungen zu bekämpfen.
Graham Greene verstarb nun am 1.9.2025 in einem Krankenhaus in Toronto. Als Todesgrund wurden „natürliche Ursachen nach einer längeren Krankheit“ angegeben. Rest in Peace. (red)
Bild: (c) Jared Purdy, CC BY-SA 3.0, Link (1998)
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