Gestern, am 8. April 2026, hat das Bundesgericht im Central District of California in Los Angeles die 42-jährige Jasveen Sangha zu 15 Jahren (180 Monaten) Haft verurteilt. Die aus Nord-Hollywood stammende Frau, die in der Drogenszene als „Ketamine Queen“ bekannt war, wurde damit für ihre zentrale Rolle beim Tod von Matthew Perry zur Rechenschaft gezogen. Richterin Sherilyn Peace Garnett verhängte zudem drei Jahre Bewährungsaufsicht nach der Haftentlassung. Es handelt sich um die bisher härteste Strafe im gesamten Strafverfahren rund um Perrys Tod.

Matthew Perrys Tod: Hollywoods „Ketamin-Queen“ verurteilt

Matthew Perry, weltweit bekannt und beliebt als Chandler Bing aus der Serie „Friends“, starb am 29. Oktober 2023 im Alter von nur 54 Jahren in seinem Haus in Los Angeles an den Folgen einer akuten Ketamin-Intoxikation. Er wurde in seinem Whirlpool tot aufgefunden. Die Ermittlungen ergaben, dass Perry in den Wochen vor seinem Tod erhebliche Mengen Ketamin von verschiedenen Personen erhalten hatte – darunter auch von Sangha.

Die Staatsanwaltschaft warf der Angeklagten vor, als Dealerin ein finanziell lukratives Drogenhandelsgeschäft aus ihrer Wohnung in Nord-Hollywood heraus aufgezogen zu haben. Sie habe Ketamin gezielt an prominente und wohlhabende Kunden vertrieben und damit ein luxuriöses Leben finanziert.

Sangha bekannte sich bereits im September 2025 in einem Plea-Agreement für schuldig an fünf schweren Bundesvergehen, darunter drei Fällen der Verteilung von Ketamin und einem Fall der Verteilung von Ketamin mit Todesfolge oder schwerer Körperverletzung. Die Anklage stützte sich unter anderem darauf, dass sie Perry Dutzende von Ketamin-Vials geliefert hatte, darunter die tödliche Dosis. Zudem wurde sie für den Tod eines weiteren Mannes verantwortlich gemacht, der 2019 an einer Mischintoxikation mit Ketamin starb.

Die Verteidigung hatte auf eine mildere Strafe plädiert und auf Sanghas fehlende Vorstrafen sowie die bereits 20-monatige Untersuchungshaft verwiesen. Die Staatsanwaltschaft forderte hingegen die volle Härte des Gesetzes und betonte die Gefährlichkeit des Geschäftsmodells: Sangha habe wissentlich hochpotentes Ketamin an abhängige Personen geliefert und damit das Leben anderer bewusst riskiert. Richterin Garnett folgte weitgehend dem Antrag der Anklage. In ihrem Schlusswort äußerte Sangha Reue: „Ich habe Leben zerstört. Ich trage meine Scham wie eine Jacke.“

Matthew Perry hatte jahrelang öffentlich über seine Abhängigkeitsprobleme gesprochen und befand sich zum Zeitpunkt seines Todes eigentlich in einer medizinisch kontrollierten Ketamin-Therapie. Weitere Mitangeklagte, darunter Ärzte und ein persönlicher Assistent, wurden bereits zu deutlich milderen Strafen verurteilt. Das Verfahren ist damit weitgehend abgeschlossen. (red, ck)

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