„Coyote vs. Acme“ bringt mit Wile E. Coyote eine der bekanntesten Figuren aus dem Looney-Tunes-Universum erstmals in einen abendfüllenden Spielfilm. Die Mischung aus Realfilm und Animation erzählt, was passiert, wenn der notorisch vom Pech verfolgte Kojote genug von den ständig versagenden Produkten der ACME Corporation hat und den Konzern vor Gericht verklagt. Unterstützung erhält er von dem Anwalt Kevin Avery (Will Forte), während auf der Gegenseite der skrupellose Firmenanwalt Buddy Crane (John Cena) steht. Unsere „Coyote vs. Acme“-Kritik verrät, wie gut die ungewöhnliche Kombination aus Zeichentrickfiguren, Realfilm und Gerichtskomödie funktioniert. Ab 17.9.2026 im Kino.
Kritik von Christian Klosz
In einer von Menschen wie Comic-Figuren zugleich bevölkerten Welt führt der ambitionslose Anwalt Kevin Avery (Will Forte) eine kleine Kanzlei, die sich auf Schadensersatzklagen gegen ACME spezialisiert hat: Comic-Figuren werden beim Gebrauch von dessen Produkten regelmäßig verletzt, Avery handelt mit wenig Aufwand und Mühe jeweils ein paar hundert Dollar für seine Klienten heraus, mehr kann man gegen einen Mega-Konzern wie diesen ohnehin nicht ausrichten, meint er. Zudem hat ACME den Top-Anwalt Buddy Crane (John Cena) in seinen Reihen, der jedes juristische Problem im Keim erstickt.
Ein Kojote zieht vor Gericht
Eines Tages macht Wile E. Coyote Halt in Averys Kanzlei, nachdem er einen TV-Spot gesehen hat: Seit Jahren versucht der Kojote vergeblich, den Road Runner zu fangen. Dazu greift er auf zahlreiche ACME-Produkte als Hilfsmittel (Trampoline, Düsen-Rollschuhe oder Superkleber) zurück, doch am Ende steht jedes Mal er mit Beulen und Verletzungen da und der schnelle Laufvogel ist auf und davon.
Avery ist anfangs von dem neuen Klienten wenig begeistert und will ihn mit seinem üblichen Forderungsschreiben in der Hand nach Hause schicken. Doch der Kojote lässt sich damit nicht abspeisen und beharrt darauf, dass Avery und Kollegen gegen ACME vor Gericht ziehen. Und siehe da: Im Laufe der Recherche stellt sich tatsächlich heraus, dass der Konzern neue und gefährliche Produkte an Comic-Figuren testet, ohne deren Wissen…
„Coyote vs. ACME“ möchte man gern mögen…
Ja, der Plot dieses Films ist tatsächlich genau so verrückt, wie er klingt, aber leider nur halb so lustig. Das erkannte wohl auch Warner: Ob „Coyote vs. ACME“ überhaupt im Kino landet war lange Zeit unklar, das Studio wollte den Film, der bereits 2022 gedreht wurde, bereits einstampfen. Breite Proteste von Fans der bekannten Looney Tunes verhinderten das, man verkaufte die Rechte an das Ketchup Studio, das die Kinoauswertung sicherstellte.
„Coyote vs. ACME“ ist ein Film, den man gern lieb haben will: Schräg, unperfekt, anders als typische Mainstream-Ware. Ein Underdog, der von einem Underdog erzählt, dem man die Daumen drücken möchte und der bereits vor Veröffentlichung als künftiger Kultfilm galt. Doch leider ist dieser seltsame Animations-Realfilm-Hybrid rein filmisch betrachtet höchstens Mittelmaß.
…doch die Schwächen sind zu auffällig
Das Unfertige, Unrunde des Films wirkt manchmal durchaus charmant, oft aber einfach schlecht gemacht oder schlampig umgesetzt. Das Drehbuch ist zeitweise amateurhaft und wirr, und das obwohl DC-Boss James Gunn daran beteiligt war. Besonders fatal: Der Humor kommt auch nicht recht vom Fleck, bei solch einem Werk eine halbe Katastrophe. Immerhin: Die Einbindung der animierten Figuren ist gelungen und optisch kann man dem Film nichts vorwerfen. Für einen „Kultfilm“ in spe ist das aber eindeutig zu wenig.

Fazit
So bleibt „Coyote vs. ACME“ ein Film, der vor allem von seinem Ruf und seiner eigenen Underdog-Geschichte lebt, die PR-mäßig ausgeschlachtet wird, der sich aber zu sehr auf seine gimmickhafte Story und den selbst kreierten Nimbus verlässt und am Ende trotz des großen Potenzials bestenfalls Durchschnitt ist.
Bewertung
(51/100)
„Coyote vs. ACME“ – Filmdaten
| Filmdaten | Coyote vs. Acme |
|---|---|
| Originaltitel | Coyote vs. Acme |
| Produktionsland | USA |
| Produktionsjahr | 2022 / 2026 |
| Genre | Komödie, Abenteuer, Animation, Familienfilm |
| Regie | Dave Green |
| Drehbuch | Samy Burch, James Gunn, Jeremy Slater |
| Story | Samy Burch, James Gunn, Jeremy Slater, Ian Frazier |
| Vorlage | Ian Fraziers Artikel „Coyote v. Acme“ im The New Yorker |
| Kamera | Brandon Trost |
| Musik | Steven Price |
| Darsteller | Will Forte, Lana Condor, John Cena, Tone Bell, Martha Kelly, P. J. Byrne, Luis Guzmán |
| Laufzeit | 103 Minuten |
| FSK | ab 6 Jahren |
| Kinostart | 17. September 2026 |
Bilder: (c) Warner Bros.
