Die Geschichte einer Sportikone: Mit „The Greatest“ zeigt Prime Video die Geschichte von Muhammad Ali in einer aufwendig produzierten achtteiligen Serie. Doch wie gut ist das Biopic gelungen und kommt es auch beim Publikum an?
Seit 4. November 2026 ist „The Greatest“ weltweit bei Amazon Prime Video verfügbar. Die acht Episoden wurden gleichzeitig veröffentlicht. Die Serie erzählt von den frühen Jahren des Boxers, der zunächst unter seinem Geburtsnamen Cassius Clay bekannt wurde und später als Muhammad Ali zu einer der berühmtesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts aufstieg. Es handelt sich um die erste autorisierte fiktionale Serienproduktion über das Leben des Sportlers. Auch seine Witwe Lonnie Ali ist als ausführende Produzentin beteiligt.
„The Greatest“: Erste Serie über Muhammad Ali
Ben Watkins, der bereits für die Krimiserie „Cross“ verantwortlich zeichnete, entwickelte „The Greatest“ und fungiert als Showrunner. Er schrieb auch mehrere Episoden und führte bei den ersten beiden Folgen Regie.
Die Hauptrolle spielt Jaalen Best, der den jungen Cassius Clay beziehungsweise Muhammad Ali verkörpert. An seiner Seite stehen Omari Hardwick als sein Vater Cassius Clay Sr., Dana Gourrier als seine Mutter Odessa „Bird“ Clay und Kai Parham als sein Bruder Rudy. Giovanni Ribisi spielt Alis legendären Trainer Angelo Dundee, Amin Joseph den späteren Rivalen Sonny Liston und Michael Ealy den Bürgerrechtler Malcolm X.
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Die Handlung: Vom Olympiasieg bis zum Weltmeistertitel
Inhaltlich konzentriert sich „The Greatest“ auf einen vergleichsweise kurzen, aber entscheidenden Abschnitt in Alis Leben: die Jahre zwischen 1960 und 1964. Die erste Folge beginnt nach seinem Olympiasieg in Rom. Der junge Boxer kehrt als gefeierter Goldmedaillengewinner in seine Heimatstadt Louisville zurück und muss feststellen, dass ihm trotz seines sportlichen Erfolgs aufgrund der Rassentrennung weiterhin Diskriminierung begegnet.
Die weiteren Episoden begleiten seinen Weg zum Profiboxer, die Suche nach einem geeigneten Management und die Zusammenarbeit mit Trainer Angelo Dundee. Gleichzeitig beleuchtet die Serie die komplizierten Familienverhältnisse, insbesondere das schwierige Verhältnis zu seinem Vater. Auch Alis Annäherung an die Nation of Islam, seine Freundschaft mit Malcolm X und die gesellschaftlichen Konflikte jener Zeit spielen eine wichtige Rolle.
Den dramaturgischen Höhepunkt bildet der Aufstieg zum Schwergewichtsweltmeister: 1964 besiegt Cassius Clay den amtierenden Champion Sonny Liston und beginnt, sich endgültig von seinem bisherigen Namen und seiner Vergangenheit zu lösen.
Gute Kritiken, aber nicht ohne Einwände
Die ersten internationalen Kritiken zu „The Greatest“ fallen überwiegend positiv aus. Auf dem Bewertungsportal Rotten Tomatoes erreicht die Serie zum Recherchezeitpunkt 91 Prozent positive Kritiken (11 Rezensionen). Bei Metacritic liegt der Metascore bei 73 von 100 Punkten.
Besonders häufig wird Jaalen Bests Darstellung gelobt. Er versucht nicht einfach, Alis Gestik und Stimme zu imitieren, sondern vermittelt dessen Charisma, Selbstbewusstsein und wachsende öffentliche Präsenz. Auch Omari Hardwick und Dana Gourrier erhalten Anerkennung für ihre Darstellungen der Eltern. Richard Roeper von „RogerEbert.com“ bezeichnet die Produktion als gelungenes, hervorragend besetztes Porträt einer entscheidenden Lebensphase.
Kritik gibt es allerdings an der teilweise konventionellen Erzählweise. Manche Rezensenten vermissen historische und psychologische Differenzierung. Auch die Zusammenarbeit mit Alis Nachlass könnte dazu beigetragen haben, dass bestimmte Aspekte des Boxers weniger kritisch beleuchtet werden. (red)
„The Greatest“: Serie, seit 4.11.2026 bei Prime Video (Abo).
Bild: brooke Palmer / Amazon MGM Studios
