Nun ist es also soweit: Das Jahr 2020 liegt hinter uns. Den Blick halbwegs hoffnungsvoll in die Zukunft gerichtet, haben wir für euch erneut die unserer Meinung nach interessantesten Originals herausgesucht, die im Jänner auf Netflix und Amazon anlaufen werden – damit 2021 zumindest filmtechnisch einen guten Start hinlegt, wenn schon sonst alles schiefläuft.

von Mara Hollenstein-Tirk

Netflix:

What Happened to Mr. Cha: ab 1.1.

Zugegeben, die koreanische Kinolandschaft ist bei uns sicher nach wie vor eher eine Nische, und auch der Name Cha In-Pyo dürfte wohl nur eingefleischten Fans ein Begriff sein. Aber der Trailer wirkt herrlich abgedreht und scheint eine spritzig inszenierte Metaebene zu bieten. Wer also Lust auf eher spezielleres und schräges asiatisches Kino hat, der sollte hier einen Blick riskieren.

Pieces of a Woman: ab 7.1.

Was geschieht mit einem Paar, wenn das sehnlich herbei gewünschte Kind bei der Geburt stirbt? Kann eine Beziehung so ein Trauma überhaupt überstehen? Und wie soll man so etwas jemals verarbeiten können? Genau diese Fragen stellt sich das Drama „Pieces of a Woman“, welches mit Namen wie Kirby, LaBeouf und Burstyn auf jeden Fall schon einmal den Cast betreffend punkten kann: Wohl schon jetzt eine der nächsten Oscar-Hoffnungen für den Streaminganbieter.

Outside the Wire: ab 15.1.

Ein weiterer Actionkracher aus dem Hause Netflix, der mit einem bekannten Namen im Cast (Anthony Mackie) und einer „dreckigen“ Inszenierung aufwartet. Dazu noch ein paar Science-Fiction-Elemente eingestreut und alle Zutaten für einen unterhaltsamen Abend sind gegeben. Bleibt nur zu hoffen, dass aus der eigentlich spannenden, wenn auch nicht mehr ganz taufrischen Prämisse rund um einen kybernetisch verbesserten Soldaten auch etwas gemacht wird.

Der weiße Tiger: ab 22.1.

Neben einer koreanischen bietet Netflix seinen Zuschauern in diesem Monat auch eine größere indische Produktion. Der Aufstieg eines Chauffeurs zum mächtigen Gangsterboss ist die Adaption eines Bestsellers aus dem Jahr 2008. Und wenn der Film hält, was der Trailer verspricht, sollte sich hinter dem etwas kryptischen Titel ein Film verstecken, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Die Ausgrabung: ab 29.1.

Was macht man, wenn man von Beruf „Ausgräber“ ist und eine englische Lady in ihrem Garten Hügelgräber entdeckt? Genau, man lässt Krieg Krieg sein und buddelt stattdessen lieber, was das Zeug hält. So, oder so ähnlich dürfte es zumindest damals abgelaufen sein, denn immerhin beruht dieser Film mit Ralph Fiennes und Carey Mulligan in den Hauptrollen auf dieser abenteuerlichen wahren Geschichte.

Bajocero: ab 29.1.

Zum Schluss noch ein spanischer Thriller, dessen Trailer es leider zur Zeit nur im O-Ton gibt, der einen aber so in seinen Bann zu ziehen vermag, dass man dem Erscheinungstag des Films trotzdem entgegenfiebert. Kein Wunder, immerhin scheint es sich hier um ein knallhartes Kammerspiel im Inneren eines Gefangenentransporters zu handeln.

Amazon Prime:

One Night in Miami: ab 15.1.

Man stelle sich vor, Malcolm X, Muhammad Ali, Jim Brown und Sam Cooke hätten einen Abend gemeinsam in einem Hotelzimmer verbracht. Genau das ist die Ausgangssituation jenes Films, mit dem Schauspielerin Regina King ihr Regiedebüt feiert. Und wenn man dem Trailer Glauben schenken kann, dann darf man sich auf einen wilden Abend einstellen, gespickt mit messerscharfen Dialogen.

Ballsy Girl (Forte): ab 20.1.

Im zweiten Original, welches Amazon seinen Kunden im Jänner präsentiert, geht es um eine junge Frau, die lieber Fußball spielt, als sich schminkt, und ganz allgemein nur wenig auf ihr Äußeres gibt. Bis sie eines Tages einen heißen Typen kennenlernt und daraufhin beschließt, Striptease-Tanz lernen zu wollen. Ob diese französische Komödie den richtigen Ton findet, muss sich erst noch zeigen. Der Trailer enthält zumindest ein paar Szenen, die einen zum Schmunzeln bringen.

Und das war es für diesen Monat auch schon mit den interessanteren Eigenproduktionen von Netflix und Amazon. Und auch wenn die Liste diesmal etwas kürzer ausgefallen ist (Corona dürfte wohl auch hier schön langsam seinen Schatten werfen), wünschen wir euch dennoch so wie jeden Monat: Viel Spaß beim Schauen!