Donald Trump ist neuer, alter US-Präsident. In einem überraschenden Sieg konnte er sich gegen Kamala Harris durchsetzen, vor allem die Klarheit des Erfolgs war so nicht erwartet worden. Wenig überraschend sind hingegen die ersten Reaktionen aus Hollywood, das traditionell liberal und pro-demokratisch gestimmt ist. Viele prominente Schauspieler und Filmemacher deklarierten sich vor der Wahl für Harris. Nun herrschen Wut, Schock und Enttäuschung, wie viele „Social Media“-Posts prominenter Namen zeigen.
von Christian Klosz
Sängerin und Schauspielerin Bette Midler löschte nach einem Post mit einem düsteren Zitat des Schriftstellers H.L. Mencken ihren gleich ihren Twitter/X-Account. Schauspielerin Mia Farrow schrieb kurz und knapp „God help us“, als sich Trumps Sieg abzeichnete. Und Autor Stephen King, dessen Werke in Hollywood vielfach verfilmt wurden, schrieb: „There’s a sign you can see in many shops that sell beautiful but fragile items: LOVELY TO LOOK AT, DELIGHTFUL TO HOLD, BUT ONCE YOU BREAK IT, THEN IT’S SOLD. You can say the same about democracy.“
Andere bekannte Stars brachten ihren Missmut und ihre Enttäuschung über das Ergebnis ausführlicher zum Ausdruck: Schauspielerin Christina Applegate, bekannt unter anderem aus „Eine schrecklich nette Familie“, schrieb: „Please unfollow me if you voted against female rights. Against disability rights. Yeah that. Unfollow me because what you did is unreal. Don’t want followers like this. Also after today I will be shutting down this fan account that I have had for so many years because this is sick.“ Applegate leidet an Multipler Sklerose und hatte vor einigen Monaten auch eine Long Covid-Erkrankung publik gemacht, die mit Herzproblemen und einer Lungeninfektion einher ging, weshalb sie sich besonders für Behindertenrechte („disability rights“) einsetzt. Nach ihrem ersten Post sendete sie etwas später einen zweiten, in dem sie sich entschuldigte und den ersten mit Wut auf der Ergebnis erklärte. Sie würde aber immer noch trauern und „schluchzen“.
Jamie Lee Curtis, Star aus „Die Glücksritter“ oder „Halloween“, teilte ein sehr langes Statement auf Instagram. Darin sprach von einer nun kommenden “more restrictive, some fear draconian time. Many fear their rights will be impeded and denied. Many, minority groups and young people will be afraid. (…) We know that many women will now find it difficult to get the reproductive healthcare that they need and deserve. For all those people there will be those who will help you. Me included. But what it really means is that we wake up and fight. Fight for women and our children and their futures and fight against tyranny, one day at a time. One fight at a time. One protest at a time. That’s what it means to be an American. That’s what it has always meant and will always mean regardless of the outcome.“
Adam McKay, mit „Don’t Look Up“ verantwortlich für einen der klügsten filmischen Zeitdiagnosen der jüngeren Geschichte, Regisseur von „Vice“ und Unterstützer der Klimaproteste, teilte ebenfalls seine Gedanken zum Wahlausgang. Er kritisierte vor allem die Demokraten scharf für ihre Politik und gab ihnen die Hauptverantwortung am Scheitern von Harris‘ Kampagne: „Who would have guessed lying about Biden’s cognitive health for 2 yrs, refusing to do an open convention for a new nominee, never mentioning public healthcare & embracing fracking (…) wouldn’t be a winning strategy? Anyone with half a brain?“
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Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons