An dieser Stelle wurde vor kurzem „Catch me if you can“ als einer von Spielbergs besten Filmen vorgestellt; heute folgt ein Rückblick auf „Terminal“, eine kurz darauf erschienene, recht unterhaltsame Romanze, die aber eher die Schwächen des Spielberg-Kinos offenbart.

Steven Spielberg gilt heute als DER bedeutenste Unterhaltungsfilm-Regisseur Hollywoods. Nachdem die „New-Hollywood“-Generation, die in den 70-ern mehr kreative Freiheit und die Rolle eines „Autors“ für Regisseure forderte (und erfolgreich durchsetzte), Anfang der 80-er an ihren eigenen Ambitionen scheiterte, übernahmen die studios wieder die Kontrolle über Filmproduktionen. Die „Blockbuster-Ära“ war geboren, und Regisseure, die durchaus auch kommerzielle Interessen verfolgten, wie George Lucas oder Steven Spielberg, waren die neuen Stars.

Unter Spielbergs Werken finden sich viele Klassiker („Der weiße Hai“, die „Indiana Jones“-Filme, „Schindlers Liste“, etc.), er wurde aber auch immer wieder kritisiert. Mit „The Terminal“ präsentiert er eine leichte, unterhaltsame Komödie mit Tom Hanks in der Hauptrolle, die aber die diversen Schwächen Spielbergs offenbart.

Story: Viktor Navorski (Tom Hanks), Tourist aus dem fiktiven Staat Krakosia, landet am Flughafen in New York. Da während seines Aufenthaltes in seiner Heimat ein Bürgerkrieg ausbricht, ist er plötzlich staatenlos, und wird als „non acceptable person“ deklariert; er muss am Flughafen ausharren, bis in seiner Heimat wieder Frieden herrscht. Viktor fügt sich seinem Schicksal, und versucht sich – höchst kreativ – sein Leben am airport so angenehm wie möglich zu gestalten. Er versorgt sich mit Essen, findet Freunde, und beginnt sogar eine Romanze mit einer Stewardess. Das gefällt aber nicht allen: Vor Allem dem Flughafenmanager (Stanley Tucci) ist der gutgläubige, aber clevere Naivling Navorski ein Dorn im Auge….

„The Terminal“ ist eine leichte, humorvolle Komödien-Romanze. Neben filmisch großartigen Sequenzen finden sich aber einige der größten Schwächen Spielbergs in diesem Werk wieder: Schwarz-weiße Figurenzeichnung, der klassische „Bösewicht“ (Stanley Tucci), der dem Helden das Leben schwer macht, und Ansätze von allzu banalem Kitsch und Romantik. Andererseits ist es aber auch amüsant, dem am Flughafen gestrandeten zuzusehen, wie er sich dort sein Leben einrichtet – und schließlich sogar einen Job findet.

Am Schluss gibt es ein (halbes) Happy-End: Aus der Flughafen-Romanze wird zwar nichts – sie lässt ihn stehen – dafür darf Navorski aber auch den Flughafen verlassen, um seine Mission (die hier nicht verraten wird) in New York zu Ende zu bringen. „The Terminal“ ist also eine amüsante Komödie, die man sich ansehen kann. Großes Kino sieht aber anders aus.

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