Platz 9: „Phantom Thread“ („Der seidene Faden“) von P.T. Anderson, 2017

29 Punkte

Kino der Atmosphäre und Emotion, zusammengesetzt aus Komödie, Furcht, Liebesgeschichte und Surrealismus. Paul Thomas Anderson ist hier als Regisseur in Hochform, genauso wie sein Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis – wahrscheinlich (leider) in der letzten Rolle seines Lebens. Es ist eine Geschichte über die Suche nach Liebe und über das Ausbrechen aus der Einsamkeit. Aber, vor allem, ist es eine Hommage an die Kunst als Muse, und an die (menschlichen) Musen der Künstler, die einem Respekt vor der enorme Kraft und Ausdauer dieser wunderbaren Frauen abringt. (sp)

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Platz 8: „Herr der Ringe“ von Peter Jackson, 2001-2003

29 Punkte

Die von Peter Jackson inszenierte Trilogie bedarf wohl keiner großen Vorstellung. Die Geschichte rund um den Hobbit Frodo Beutlin und seine Reise zum Schicksalsberg ist nicht nur bei Fantasy-Fans beliebt, sondern erfreut sich weltweiter Bekanntheit. Insgesamt 17 Oscars sprechen eine deutliche Sprache und zeigen einmal mehr, dass „Der Herr der Ringe“ ein zeitloses Epos ist, das neben den malerischen Kulissen Neuseelands, mystischen Klängen und berauschenden Effekten wichtige Themen wie Freundschaft, Vertrauen und Liebe behandelt. Die Verfilmung des Werkes von J.R.R. Tolkien schafft es mühelos, Fantasie und Realität zu verbinden und gehört somit ohne jeden Zweifel zu den besten Filmen der letzten Jahre, wenn nicht sogar zu den besten aller Zeiten. (cb)

Platz 7: „Boyhood“ von Richard Linklater, 2014

31 Punkte

Richard Linklater hat für den Film über den Zeitraum von 12 Jahren jedes Jahr einen Teil mit denselben Schauspielern gedreht. Die dreistündige Geschichte vermittelt eine unterhaltsame Zeitreise, die an die eigenen Jugendtage erinnert. Alles passiert im Rahmen von alltäglichen Situationen, also wie bei Linklater gewohnt wird viel geredet, und alles wirkt natürlich, und ohne poetische Attitüde. Die Lebensabschnitte wirken realistisch und schaffen eine melancholische Atmosphäre. Der Film evoziert beim Zuschauer viele, vielleicht teils noch verborgene, Emotionen und Gefühle, weil jeder uns selbst sehr starke und intensive Erinnerungen an die Kindheit hat, die durch den Film direkt angesprochen werden. (sp)

Platz 6: „There will be Blood“ von P.T. Anderson, 2007

31 Punkte

Paul Thomas Anderson, mit seiner zweiten Nennung in dieser Liste, ist wohl unbestritten einer der großen aktuellen Regisseure aus den USA. Zusammen mit dem grandiosen method-actor Daniel Day-Lewis entstand ein, in seiner Wirkung, epischer Film über Gier, Öl-Rausch, Familie und Religion. Wunderschöne Bilder von kargen Landschaften, in denen nach Öl gebohrt wird, vereinen sich mit einem bedrückenden Score, der bedrohlich über dem Film zu liegen scheint. Der stete Verfall des Charakters Plainview (Day-Lewis) wird ebenso beeindruckend porträtiert wie der eigennützige Fanatismus des jungen Priesters Sunday (Paul Dano). Ruhiges, stimmungsvolles, geniales Kino. (vh)

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und nun: die Top 5!

Platz 5: „Whiplash“ von Damien Chazelle, 2014

33 Punkte

Damien Chazelle, der Shootingstar am Himmel der Hollywoodregisseure, hat mit diesem Film 2014 seinen ersten großen Hit gelandet. Das Portrait des anstrebenden Schlagzeugprofis Andrew und seiner destruktiven Beziehung zu seinem Musiklehrer Fletcher glänzt durch den fetzigen Rhythmus, vorgegeben durch seinen jazzigen Score. Bild und Ton stellen eine untrennbare Verbindung dar. Der Druck und die Spannung, die auf dem Protaginsten lasten, übertragen sich direkt auf die Zuschauer. Eine einfache Story bietet hier Platz genug für die Schauspieler, um zu brillieren. Der Drang zur Perfektion, der ständige Kampf um Anerkennung von Autoritäten und die Opfer, die man bringen muss, um vermeintlich Großes zu erreichen: Chazelle verarbeitete authentisch seine eigenen Erfahrungen als Musikschüler. (vh)

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Platz 4: „Arrival“ von Denis Villeneuve, 2016

37 Punkte

Alien-Invasionsfilme gibt es wie Sand am Meer, wirklich herausstechende gibt es hingegen nur äußerst selten. „Arrival“ schafft es ohne Probleme, sich unter den Perlen dieses Genres einzuordnen. Die einzigartige Perspektive, die visuelle Exzellenz, gepaart mit dem richtigen Maß an Science Fiction – und Fantasyelementen, bilden die Grundzutaten für dieses Meisterwerk. Villeneuve schuf einen modernen Klassiker, der als Metapher für die Hindernisse (kultur – ) und artübergreifender Kommunikation gelesen werden kann (und muss). Die komplexe, verworrene Erzählstruktur, die hervorragenden Schauspieler und nicht zuletzt der überragende Soundtrack des kürzlich verstorbenen Johann Johannson machen den Film zu einer intellektuellen wie emotionalen Herausforderung, und einem der klügsten Science-Fiction-Filme überhaupt. (mh)

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Platz 3: „Birdman“ von Alejandro González Iñárritu, 2014

38 Punkte

„Birdman“ ist kein einfacher Film, er ist ein Gesamtkunstwerk und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn kein Element kann losgelöst vom anderen betrachtet werden, alles ist untrennbar miteinander verwoben, aufeinander abgestimmt. Der scheinbar durchgehende Take (das Fehlen offensichtlicher Schnitte) schafft eine ungefilterte und dadurch viel intensivere Verbindung zu den Akteuren, die im Freejazz beheimatet Musik erzeugt einen Sog, dem sich der Zuschauer nicht entziehen kann, und das Setting strahlt eine beinahe beklemmende Intimität aus. (mh)

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Platz 2: „Drive“ von Nicolas Winding Refn, 2011

42 Punkte

Nicolas Winding Refns Referenzwerk gehört nicht nur zu den coolsten Filmen der letzten Jahre, sondern bietet, neben einem unterkühlt überragenden Ryan Gosling und weiteren bekannten Hollywood Gesichtern, eine Liebesgeschichte der besonderen Art. Driver, so der Name des Protagonisten, wünscht sich nichts mehr als ein normales Leben, doch der Sumpf aus Kriminalität und Gewalt lässt ihn nicht los. Irgendwo zwischen Thriller, Drama und Neo-Noir ist „Drive“ ein Hingucker aus jedem Betrachtungswinkel. Überragend eingefangene Bilder, unerwartete Brutalität und einer der besten Soundtracks der Filmgeschichte ergeben letztlich einen Film, der in seiner Machart einmalig ist, und auch beim achten Durchlauf kein Deut schlechter wird. (cb)

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Platz 1: „La La Land“ von Damien Chazelle, 2016

45 Punkte

Ein Musical gewinnt im Jahr 2017 sechs Oscars, darunter den Preis für die beste Regiearbeit (und so ganz nebenbei auch noch unser Ranking): Soweit die mitunter überraschenden Tatsachen. „La La Land“ mag zwar oberflächlich betrachtet „nur“ ein Musical sein, aber ist auch noch so viel mehr: Eine Liebeserklärung an die alles verzehrende Leidenschaft, an das bedingungslose Verfolgen seiner Träume, an das Leben selbst und schließlich an die Liebe, in all ihren Facetten – alles gepaart mit einem in diesem Genre selten anzutreffenden Schuss Realismus. Wem das noch nicht genügt, der kann sich satt sehen an Szenen, die in der Schönheit ihrer Bildkompositionen ertrinken, und sich gütlich hören an Kompositionen, die sich den Weg vom Ohr direkt ins Herz bahnen. (mh)

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Platz 25 bis 18

Platz 17 bis 10

 

 

 

 

 

 

 

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