Carlo Pedersoli, italienischer Film- und Fernsehschauspieler, Jurist und Schwimmer, verstarb vor drei Jahren, am 27. Juni 2016, in Neapel. Pedersoli – besser bekannt als Bud Spencer – sorgte im Laufe seiner Karriere für tränendes Gelächter bei Jung und Alt, von Europa über Nord- bis nach Südamerika. Gemeinsam mit seinem Partner Terence Hill begeisterte er seine Zuseherinnen und Zuseher mit turbulenten Kneipenschlägereien und ungehobelten, aber dennoch ausgefuchsten Auftritten, stets im Dienste der Gerechtigkeit.

Die Doku „Sie nannten ihn Spencer“ von Karl-Martin Pold, 2017 im Kino, feiert heute Abend um 20:15 seine Free-TV-Premiere auf ORF1. Wir konnten den sehenswerten Film bei der letztjährigen Diagonale sehen, und sprechen eine große Empfehlung aus.

von Christian Klosz

Die Entstehungsgeschichte des Films liest sich wie eine wahre Odyssee: Angefangen hatte alles mit einem an der FH produzierten Trailer eines “ fiktiven Films“, der nie produziert werden sollte. Nachdem, so berichtet Regisseur Pold, das Interesse an dem Trailer von Bud Spencer-Fans weltweit dermaßen groß war, dass er wiederholt gefragt wurde, wann denn „der Film nun endlich ins Kino käme„, entschied er – selbst großer Fan – sich dazu, den Film zu drehen: Mit knappen finanziellen Mitteln, vielen (ehrenamtlichen) Unterstützern, die ihr Herzblut in den Film steckten, Crowdfunding, und unter abenteuerlichen Drehbedingungen. Die Liebe zur Filmfigur Bud Spencer und seinen Italo-Western mit Terence Hill durchdringt den ganzen Film, und macht ihn so unterhaltsam, sehenswert und (ganz und gar unpeinlich) berührend.

Worum geht es in „Sie nannten ihn Spencer“? Der Film widmet sich dem titelgebenden Helden, der in den 70-ern mit seinem Drehpartner Terence Hill (der übrigens auch zu Wort kommt) zum globalen Filmstar avancierte, und eine breite Masse an Fans auf der ganzen Welt begeisterte – und immer noch begeistert.

Der Film zeichnet das Portrait des ungewöhnlichen Mannes Carlo Pedersoli, der neben seinem Beruf als Schauspieler und Western-Held Erfinder war, Firmenbesitzer, Flugunternehmer, diplomierter Jurist, Politiker, mehrfacher Schwimmmeister, und noch vieles mehr. „Sie nannten ihn Spencer“ kombiniert Archivmaterial und Interviews mit Weggefährten mit einem höchst amüsanten (semi-)dokumentarischen „Road-Movie“: Zwei glühende Bud Spencer-Verehrer, Marcus und Jorgo aus Deutschland, machen sich mit dem Bus auf durch halb Europa – um ihr großes Idol persönlich zu treffen.

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Der große Pluspunkt des Films ist, dass er ganz offensichtlich mit viel Liebe gemacht wurde, die sich ganz unvermittelt auf den Zuseher überträgt. Viele Leute steckten ihre Begeisterung in dieses Projekt, um ihrem großen „Hero“ ein würdiges (filmisches) Denkmal zu setzen.

Hinzu kommt, dass die beiden Protagonisten der „Spencer-Suche“, Jorgo und Marcus, den beiden „Originalen“ Terence Hill und Bud Spencer bezüglich Unterhaltungswert und Komik um Nichts nachstehen. Abgerundet wird der Film durch unzählige Anekdoten aus dem Leben eines besonderen Mannes – und am Ende durch das doch unwahrscheinlich scheinende (und ehrlich berührende) Treffen der beiden Spencer-Fans mit ihrem großen Vorbild.

Alles in Allem: Ein toller Film – nicht nur für Bud Spencer-Verehrer!

Tipp: Der Film lässt sich hier auch auf BluRay erwerben!

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Fotos: Diagonale / epo-Film