Der „Corona-Erlass“ der Regierung, der das öffentliche Leben massiv einschränkt, trifft die österreichische Filmbranche ins Mark: Die Diagonale, das Festival des österreichischen Films, das zwischen 24. und 29.3 in Graz hätte stattfinden sollen, wird vollumfänglich abgesagt. Bereits gestern verdichteten sich die Gerüchte, die Bestätigung der Festivalleitung blieb aber bis heute Früh aus – man wollte sich zuerst selbst mit dem neuen Gesetzestext vertraut machen.

Offenbar wurde auch angedacht, das Festival in „abgespeckter“ Form durchzuführen, schließlich entschied man sich aufgrund gesundseitspolitischer Überlegungen allerdings dagegen. Auf der Homepage der Diagonale heißt es dazu: „Ob der erhöhten Reiseaktivität von nationalen und internationalen Gästen des Festivals sowie einer starken Verschränkung innerhalb einzelner, auch weniger als einhundert Besucher/innen zählenden Programmpunkte empfinden wir es als unangebracht, in einer solchen Situation rechtliche Schlupflöcher zu suchen und/oder den Erlass bis an seine Grenze auszureizen.“

Von einigen Fans und Filmemachern wurde auch gefordert, das Festival online / digital stattfinden zu lassen. Auch dazu gibt es eine Statement auf der Diagonale-HP: „Die Diagonale ist ein soziales Ereignis und lebt von der Zusammenkunft vor Ort. Ein Großteil des aktuellen Filmprogramms kann zudem aus rechtlichen Gründen (noch) nicht online verfügbar gemacht werden.“

Dazu das aktuelle Statement der beiden Festivaldirektoren Peter Schernhuber und Sebastian Höglinger:

»Schweren Herzens sehen wir uns aufgrund der aktuellen gesetzlichen Bestimmungen und behördlichen Anordnungen gezwungen, die Diagonale’20 abzusagen. Bis zuletzt haben wir an Programm und Umsetzung gearbeitet und uns auf eine weitere Festivaledition in Graz gefreut. Die Absage schmerzt persönlich, vor allem aber bedauern wir diese nicht leichtfertig getroffene Entscheidung für alle Filmschaffenden, alle Kinogänger/innen, Partner/innen und Wegbegleiter/innen. Nicht zuletzt angesichts der gesundheitlichen Gefährdungslage für unsere Mitarbeiter/innen und Gäste scheint uns selbst eine abgespeckte Festivalversion unter den ausgegebenen Direktiven und nach Rücksprache mit den Behörden leider nicht umsetzbar. Wir wünschen anhaltende Gesundheit und hoffen auf eine baldige Entspannung der Situation! Allen Kulturveranstalter/innen wünschen wir größtmögliche Schadensbegrenzung und verantwortungsvolles Handeln vonseiten der zuständigen politischen Entscheidungsträger/innen.«

— Peter Schernhuber und Sebastian Höglinger, Festivalleitung

Weitere Infos, auch für bei der Diagonale Angestellte, gibt es in einem übersichtlichen FAQ auf der Homepage.

Weitere Infos zur Absage gibt es HIER. Informationen betreffend den regulären Spielbetrieb in Österreichs Kinos HIER.

von Christian Klosz

Titelbild: (c) Diagonale