Die Corona-Krise (be)trifft uns alle: Die einen, „Systemrelevanten“ und deren Arbeitskraft sind umso mehr gefordert, während sich die anderen in Zwangs-Isolation oder -quarantäne befinden und bestenfalls vom Home Office aus arbeiten. Besonders hart trifft es Künstler und Filmschaffende, deren Auftritte und Drehs logischerweise entfallen, die vielfach zur „Zwangspause“ verdonnert sind, die auch mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden ist. Wir dachten uns, wir bitten einige der bekanntesten Filmschaffenden und Schauspieler/innen des Landes um ihre „Filmtipps gegen die Krise“, um 3 Filmempfehlungen fürs Home Cinema, mit dem wir alle, solange die Kinos geschlossen bleiben, Vorlieb nehmen müssen. Dankenswerterweise sind viele unserem Aufruf nachgekommen, bei denen wir uns ganz herzlich bedanken möchten. Wir arbeiten bereits an einem zweiten Teil. Aber vorerst einmal: 15 (+1) Filmtipps von Verena Altenberger, Cornelius Obonya, Caroline Peters, Daniel Prochaska und Sebastian Brauneis.

von Paul Kunz & Christian Klosz

Verena Altenberger

Verena Altenberger in „Die beste aller Welten“
(c) Polyfilm

Die Schauspielerin Verena Altenberger war in einer Vielzahl österreichischer Serien- und Spielfilmproduktionen zu sehen. Für ihre Rolle in „Die beste aller Welten“ wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Als Empfehlung fürs Kino in den eigenen vier Wänden nennt sie zwei absolute Klassiker – und einen neueren deutschen Fernsehfilm, in dem auch sie selbst mitspielt.

„Das Leben des Brian“ von Terry Jones

„Meine absolute Lieblingskomödie. Falls Sie den Film schon drei Mal gesehen haben, schauen Sie ihn ein viertes Mal! Ich habe ihn gestern zum 22. Mal gesehen und kann den kompletten Film gerne auswendig aufsagen, falls gewünscht. 

„Forrest Gump“ von Robert Zemeckis

Dieser Film ist alles – er ist Lachen, er ist Weinen, er ist Geschichte und er ist Kult. Als ich Forrest Gump zum ersten Mal gesehen habe, habe ich verstanden, welche unfassbare Magie von Filmen ausgehen kann. 

„Die Spur der Mörder“ von Urs Egger

Läuft am 30.3. um 20:15 Uhr im ZDF. Der Film behandelt die sogenannten Mafia Morde von Duisburg 2007. Ich spiele eine römische Interpol-Beamtin an der Seite von Heino Ferch, gedreht wurde in Köln und in den kleinen Gassen Kalabriens.“

Cornelius Obonya

Cornelius Obonya (links)
(c) ORF Petro Domenigg

„Jedermann“ Cornelius Obonya ist als Schauspieler sowohl in Theater, Serie als auch Film zu sehen – darunter in Kinofilmen wie „Egon Schiele: Tod und Mädchen“ oder „Erik & Erika“. Um die Langeweile während der Quarantäne zu vertreiben, empfiehlt er vor allem düstere Stoffe mit einer gehörigen Portion Spannung und Drama.

„Noah“ von Darren Aronofsky

„Russell Crowe spielt und die herrliche Musik gespielt vom Kronos-Quartett – es ist ein Vergnügen. Und ich finde, biblische Geschichten einmal unter Einflüssen des Genres Comics zu sehen, interessant.

„In der Lüge gefangen“ von John Curran

Spannend, psychologisch – hatte nicht unbedingt gute Kritiken, aber es ist nicht unbedingt gefällig, langsam zu erzählen… ich fand’s gut.

„Mystic River“ von Clint Eastwood

Nun, da kann man nichts sagen, die Geschichte ist einfach großartig erzählt – einfühlsam und dennoch kalt.“

Caroline Peters

Die deutsche Schauspielerin Caroline Peters gehört zum festen Ensemble am Wiener Burgtheater und ist darüber hinaus aus zahlreichen Filmen und Serien bekannt, etwa der österreichischen Filmkomödie „Womit haben wir das verdient?“ oder dem deutschen Komödienhit „Der Vorname“.  Weil Caroline Peters während der Weihnachtsfeiertage gerne in die historische Filmkiste fasst, empfiehlt sie auch für die Quarantäne Filme, die einem den Blick auf die Welt von früher ermöglichen – trotz Frühlingswetter draußen.

© Filmladen Filmverleih

„All About Eve“ von Joseph L. Mankiewicz

„Wenn man irgendwas über die Gedanken und die Mechanismen des Show-Biz wissen will, hier kriegt man die geballte Weisheit, Raffinesse und Verspieltheit unserer Branche verfeinert vorgeführt.

„Die Nacht vor der Hochzeit“ von George Cukor

Von da leitet es mich weiter zu meinem Alltime- Favourite George Cukor: „Die Nacht vor der Hochzeit“. Niemand spielt schneller und intelligenter als Katherine Hepburn in einem Cukor. Das kann man stundenlang vor- und zurück anschauen und lernen, lernen, lernen.

 „Kramer vs. Kramer“ von Robert Benton

Und weil jetzt immer alle von „Frauen“- Filmen reden, und den Frauen einen besonderen Platz einräumen wollen: vielleicht ein Besuch in der Filmothek meiner Teenager- Jahre: wie finde ich heute Meryl Streep in den 80ern? Hatte die es nötig, einen besonderen Platz eingeräumt zu kriegen? Haben wir seitdem Grund gewonnen oder verloren? Ich nehme mal „Kramer vs. Kramer“. Ist zwar von 1979, aber in der langsamen Welt von damals, war mir der Film erst Mitte der 80er Jahre zugänglich. Und hat zusammen mit Linda Hammilton im „Terminator“ meinen Echoraum geformt. (Terminator gucke ich dann alle hintereinander, herrlich, hat auch was Gutes, die viele Zeit..)“

Daniel Prochaska

Der österreichische Filmeditor und Regisseur Daniel Prochaska ist für den Schnitt zahlreicher österreichischer Filmproduktionen verantwortlich, unter anderem „Das finstere Tal“ und „Kaviar“. Für seine Arbeit am Film „Blutgletscher“ erhielt er eine Nominierung für den Österreichischen Filmpreis. Zu seinen Arbeiten als Regisseur zählt der Film „Das schaurige Haus“, der dieses Jahr in die Kinos kommen sollte. In seinen Empfehlungen finden sich Filme verschiedener Genres – hier dürfte für jeden etwas dabei sein.

(c) Alarich Lenz

„The Graduate“ von Mike Nicholls

„Einer meiner absoluten Lieblings-Filme. Diesen Film habe ich das erste Mal mit 15 gesehen und seitdem begleitet mich dieser Film. Abgesehen vom großartigen jungen Dustin Hoffman kann man sich immer wieder den Soundtrack von Simon and Garfunkel anhören. 

„Alien“ von Ridley Scott

Einer meiner Lieblings Sci-Fi Horror – Filme. Ein Must See für Sci-Fi Fans. Dieser Film schafft es, mich immer wieder zu packen. Sigourney Weaver in ihrer Paraderolle. Die Designs von H.R. Giger sind immer noch beindruckend. 

„Little Miss Sunshine“ von Jonathan Dayton und Valerie Faris

Was soll ich sagen? Immer noch einer meiner Lieblings – Filme. Berühmt mich jedes mal. 

„Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ von Kathryn Bigelow

Noch ein Geheimtipp für Vampir – Fans, von Oscarpreisträgerin („The Hurt Locker“) Kathryn Bigelow. Mit gerade mal 36 drehte sie diesen Film von 1987. „Near Dark“ ist immer noch einer der besten Vampir – Filme die ich gesehen habe.“

Sebastian Brauneis

Sebastian Brauneis ist bekannt als Regisseur und Drehbuchautor des Films „Zauberer“, der 2018 den Drehbuchpreis bei der Diagonale gewinnen konnte. Heuer sollte sein neuer Film „3freunde2feinde“ im Wettbewerb der Diagonale laufen, nach der Absage war er auf FM4 im Stream zu sehen. Früher wirkte Brauneis an ORF-Sendungen wie „Bösterreich“ oder „Die Sendung ohne Namen“ mit.

(c) Sebastian Brauneis

„Drei Filme für die Zwangs-Hygge. Da ist man am Anfang sofort Feuer und Flammen, weil …. Naja, dann kommt die Ernüchterung. Will man sich jetzt wirklich Filme wie »Moon«, »The Shining« oder »Das Boot« ansehen? Ja und Nein. Einerseits „geteiltes Leid etc.“, und paar Tips für die Isolation kann man vielleicht auch abgreifen. Aber andererseits… Darum hier diese Liste: 

„Indian Runner“ von Sean Penn

Das Regiedebut von Sean Penn. Ein schöner Film über verschiedene Enden und neue Blüten des „American Dream“. Verklärt, irgendwie „alt“ aber auch berührend und eine Zeitreise. 

„Cléo de 5 à 7“ von Agnes Varda

Ein wunderbarer Film, der für einen prägnanten Zeitabschnitt lang in eine Reihe durch Zufall oder Vorgeschichte verbundener Leben hineinsieht, zusieht, diese kurz begleitet. Ein wirklich schöner Film der Regievorreiterin Agnès Varda.

Beide Filme mit viel „Draußen“ und „Unterwegs“, vielleicht ein wenig unser aller Sehnsucht nach Bewegung und Begegnung stillend. 

Letztlich noch ein Film, der sich dann doch mit einer gewissen Isolation und Zwangs-Quarantäne beschäftigt:

„Cria Vuervos“ von Carlos Saura

„Züchte Raben“, so der deutsche Titel, erzählt packend und unglaublich berührend die Geschichte der Volksschülerin Ana und ihrer beiden Schwestern. Die drei verbringen ihre gesamten Sommerferien aufgrund familiärer Ereignisse in ihrem Haus mit Garten in Madrid. Ein unglaublich berührendes und schönes Märchen über Familie, Träume und Geschwister. Mit der fesselnden Ana Torrent und Geraldine Chaplin als ihrer Mutter.“