Corona-Welle 2, erneut Lockdown in Österreich und Deutschland, weiterhin geschlossene Kinos: Für Filmfreunde bleibt erneut nur der (temporäre) Umstieg auf Home-Cinema und Streaming. Deshalb präsentiert unsere Autorin Mara Hollenstein-Tirk zum bereits dritten Mal die interessantesten Neustarts auf Amazon Prime und Netflix im kommenden Monat.

von Mara Hollenstein-Tirk

Der erste Schnee ist nicht mehr weit, es duftet nach Nadelbäumen und Lebkuchen und das Fest der Liebe steht vor der Tür. So überrascht es auch nicht, dass diesmal wieder ein paar (wenn auch erstaunlich wenige) weihnachtlich angehauchte Originals in unserer Liste der Streamingneustarts zu finden sind. Daneben gibt es aber auch einige große Namen, den ein oder anderen potenziellen Geheimtipp und den letzten Film mit dem leider viel zu früh verstorbenen Talent Chadwick Boseman.

Netflix:

Schon wieder Weihnachten“: ab 3.12.

Es gibt das Konzept inzwischen in den unterschiedlichsten Ausführungen und Genres zu finden – wobei der prominenteste Vertreter nach wie vor der Kultfilm „Und täglich grüßt das Murmeltier“ sein dürfte. Nachdem dieser Name schon gefallen ist, weiß jeder, es geht hier um eine Zeitschleife, einen Familienvater, der dringend eine Lektion zu lernen hat, und das alles rund um das Weihnachtsfest.

Wir können nicht anders“: ab 4.12.

Mit „Wir können nicht anders“ serviert Netflix dann den ersten Geheimtipp in diesem Monat – vor allem für Fans des deutschen Kinos abseits von Schweiger und Schweighöfer. Detlev Buck, der unter anderem schon bei „Asphaltgorillas“ Regie führte, inszeniert hier eine kleine, schwarze Komödie, die sich selbst zwar als Weihnachtsfilm deklariert, die aber wohl kaum viel Besinnlichkeit aufkommen lassen dürfte.

Mank“: ab 4.12.

Ebenfalls am 4.12. startet eines der Originals, die unter die Kategorie fallen „Sollte man sich jedenfalls anschauen“. Denn hier ist kein geringerer als David Fincher am Werk. Und wenn sich Fincher dann auch noch der Entstehungsgeschichte eines der größten Filmklassiker überhaupt, „Citizen Kane“, annimmt, dann sollten Cineasten weltweit die Ohren spitzen.

Bombay Rose“: ab 4.12.

Hier noch ein Tipp für all jene, die nicht davon ausgehen, dass Animationsfilme nur etwas für Kinder sind: Wie gemalt wirken die Bilder im ersten Trailer, die ein wundervolles indisches Märchen über Liebe und Familie erzählen, dabei aber auch nicht verbergen, dass die Realität nur sehr selten wie ein schöner Traum ist.

Die unglaubliche Geschichte der Roseninsel“: ab 9.12.

Was macht man, wenn einen der Staat immer wieder enttäuscht und mit Füßen tritt? Genau, man gründet einfach seinen eigenen. Zumindest denkt sich das der Protagonist in diesem Film. So wird von dem italienischer Ingenieur eine geeignete Bohrinsel in internationalen Gewässern auserkoren und bei der Europäischen Union ein Antrag auf Anerkennung der Souveränität gestellt. Wie man sich denken kann, führt das alles am Ende zu einer außergewöhnlichen Komödie, bei der man durchaus einen Blick riskieren könnte.

The Prom“: ab 11.12.

Für die richtige Stimmung kurz vor Weihnachten sorgt dann auf jeden Fall dieses Musical, in dem es um einen Ball, das Überwinden von Vorurteilen und tolle Musik geht. Mit Namen wie Meryl Streep, Nicole Kidman und James Corden kann man sich dabei sicher auf einen ebenso bunten wie unterhaltsamen Abend einstellen.

Ma Rainey’s Black Bottom“: ab 18.12.

Hier ist er nun, der zweite Film auf dieser Liste, den sich Cineasten auf gar keinen Fall entgehen lassen sollten: Nicht nur, weil es die letzte Rolle des leider viel zu früh verstorbenen Chadwick Boseman ist, sondern auch, weil es sich um ein Biopic über Ma Rainey (gespielt von Viola Davis), „The Mother of Blues“, handelt und das bedeutet auf jeden Fall eines: einen grandiosen Soundtrack.

The Midnight Sky“: ab 23.12.

Ein paar Tage später flimmert dann auch schon der nächste Film mit großen Namen vor und hinter der Kamera über die Bildschirme. George Clooney übernimmt dabei die Rolle des Regisseurs und Hauptdarstellers in dieser bildgewaltigen Mischung aus Science Fiction und Endzeit-Drama. Ihm zur Seite stehen unter anderem Felicity Jones, Kyle Chandler und Tiffany Boone. Weitere Details HIER.

Your Name engraved herein“: ab 23.12.

Am selben Tag startet auch noch eine chinesische Produktion, die sich als kleine Perle und herzzereißendes Drama entpuppen könnte. Es geht um Freundschaft, Liebe und Emotionen, welche alle Zeit überdauern. Das alles ist untermalt mit gefühlvollen Bildern und einem klangvollen Soundtrack – zumindest, wenn man dem Trailer Glauben schenken darf.

Amazon Prime:

Sound of Metal“: ab 4.12.

Es gibt so manchen Schicksalsschlag im Leben – als Schlagzeuger einer aufstrebenden Metalband nach und nach sein Gehör zu verlieren zählt sicher dazu. So ergeht es dem Protagonisten dieses Dramas, das schon für ordentlich Furore auf den unterschiedlichen Festivals sorgen konnte und wohl auch durch eine absolut überragende Performance von Hauptdarsteller Riz Ahmed hervorstechen soll.

I’m your Woman“: ab 11.12.

Gangstergeschichte meets female empowerment…oder so ähnlich. Zumindest verspricht der Trailer eine gehörige Portion Thrill, gespickt mit ein paar feinen Actionszene. Hauptdarstellerin Rachel Brosnahan, vielen wohl aus „The Marvelous Mrs. Maisel“ bekannt, darf hier auf jeden Fall beweisen, was sie als toughe Frau eines Gangsters, der sich auf der Flucht befindet, drauf hat.

Sylvie’s Love“: ab 25.12.

Wenn der Film hält, was der Trailer verspricht, könnte sich hinter dem doch recht banalen Titel eine wirklich schöne Liebesgeschichte mit einem wunderbaren, jazzlastigen Soundtrack verbergen. Mit der sympathischen Tessa Thompson in der Hauptrolle hat das Projekt zumindest einen Pluspunkt auf der Habenseite.

Wie immer wünschen wir natürlich viel Spaß beim Schauen! Zu dem einen oder anderen Neustart wird es wie gewohnt eine ausführliche Kritik bei uns zu lesen geben.