Im Jahr 2020 war die Diagonale eines der ersten, großen Opfer der Corona-Pandemie: Ein fertig kuratiertes Programm musste (mehr oder weniger) verworfen werden, da wenige Tage vor der Eröffnung die ersten Corona-Restriktionen in Kraft traten. Nun versucht man einen weiteren Anlauf: Das Festival des österreichischen Films ist – zumindest laut jetzigem Stand – als Präsenzveranstaltung mit strengem Sicherheitskonzept geplant, sofern Veranstaltung Mitte März (16.-21.3.) wieder erlaubt / nicht wieder verboten sind.

So gingen die Organisatoren kürzlich mit der Ankündigung des Eröffnungsfilms an die Öffentlichkeit, bei dem es sich um Arman T. Riahis neuen Spielfilm „Fuchs im Bau“ handelt, das Nachfolgewerk des klugen wie unterhaltsamen „Die Migrantigen“ (2017). „…ein Film, der die Schwächen der Haft- und Arbeitsbedingungen im Strafvollzug offenlegt und dabei auf klassische Schwarz-Weiß-Schemata verzichtet, ein empathischer Film über Courage, Coming of Age und die Kraft von Bildung unter erschwerten Bedingungen. Mit Aleksandar Petrović, Maria Hofstätter, Andreas Lust, Sibel Kekilli, Karl Fischer“ heißt es dazu vonseiten der Diagonale. Und weiter: „(…) ist die Gefängnisschule vielleicht der einzige Ort, an dem die jugendlichen Straftäter/innen inmitten ihres tristen Alltags zumindest vorübergehend auf andere Gedanken kommen. Mit unkonventionellen Methoden führt Elisabeth Berger (Maria Hofstätter) hier Regiment. (…) Als der Lehrer Hannes Fuchs (Aleksandar Petrović) seinen Dienst antritt, muss er sich zunächst mit Berger auseinandersetzen, die dem Neuen das Feld nicht ohne Weiteres überlassen will, zumal es unter dessen Aufsicht zu einem sexuellen Übergriff auf die 16-jährige Samira kommt, die in einer Prügelei und schließlich in der Isolationshaft der als Mädchen Angenommenen mündet. Nach und nach gewinnt Fuchs das Vertrauen der introvertierten Insassin. Nach und nach brechen sich auch Traumata aus seiner eigenen Vergangenheit Bahn.“

Die beiden Festival-Chefs der Diagonale, Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber, ergänzen in einem Statement: „Der Umgang einer Gesellschaft mit jenen, die ihr eine Absage erteilen, erlaubt vielleicht die fundiertesten Rückschlüsse auf sie selbst. Arman T. Riahi richtet seinen Fokus auf die im wahrsten Sinne des Wortes abgeschlossene Welt jugendlicher Häftlinge und weitet so den Blick auf uns selbst. Fuchs im Bau ist ein poröses, mehrfach durchlässiges Kammer- und Genrespiel im Zeichen von Coming-of-Age unter erschwerten Bedingungen. (…) begegnet Riahi dem gezeigten Milieu nicht nur mit Verständnis, sondern vor allem mit Verstand: empathisch, erhellend und – bei aller gesamtgesellschaftlichen Tragweite der verhandelten Konflikte – alles andere als verkrampft.“ (ck)

Weitere Infos HIER (Diagionale-HP)

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Filmtipps gegen die Corona-Krise von der Diagonale-Leitung

Bild: (c) Golden Girls Film