Leicht hatte es Johnny Depp die letzten Jahre wahrlich nicht: Ein hässlicher Rosenkrieg mit gegenseitigen Vorwürfen mit seiner Ex Amber Heard, ein folgender Prozess gegen die britische „Sun“, offensichtliche Alkoholprobleme und schwache neue Filme – viele sprachen schon vom Ende einer großen Karriere. Zuletzt landete „The Professor“ auf Amazon Prime, ein Film um einen krebskranken Uni-Lehrer mit schwerem Alkoholproblem, in dem sich Depp in erster Linie selbst spielt. Und bei der Berlinale 2020 wurde sein neuester Film „Minamata“ präsentiert, dessen angestrebter Kinostart wegen Corona immer wieder verschoben wurde.

Nun gibt es zumindest vorsichtig gute Nachrichten für Depp-Fans – wobei „neu“ sind sie auch nicht: In den USA startete kürzlich mit 3-jähriger Verspätung der Thriller „City of Lies“ in den (offenen) Kinos, in dem es um den Mord am Rapper The Notorious B.I.G. geht. Depp spielt darin den Detektiv Russel Poole, der sich mit einem Journalisten (Forest Whitaker) zusammentut, um den ungelösten Fall zu lösen. Dabei handelt der Film weniger von der Lösung des Falles, sondern – so wie etwa auch in „Zodiac“ – von Obsessionen und der erfolglosen Suche nach Phantomen, die nicht dingfest gemacht werden können.

Ob und wann „City of Lies“ bei uns im Kino zu sehen sein wird, ist bisher unklar. Möglich ist auch eine Verwertung via Streaming, der Film könnte etwa wie schon „The Professor“ auf Amazon Prime (oder Netflix) landen. Erste Kritiken sind allerdings nicht unbedingt vielversprechend. Die Kollegen von World of Reel gehen mit dem Streifen hart ins Gericht: „A muddled, meandering mess about a washed-up cop and a desperate journalist.“ Ouch. (ck)