„Satanic Panic“ war in Österreich bei der vorletzten Ausgabe des Slash-Festivals zu sehen und erschien nun am 8.4. auf DVD und BluRay. Interesse weckte die Horror-Komödie schon aufgrund der Entstehungsgeschichte: Dahinter steht „Cinestate“-Gründer Dallas Sonnier, der unter anderem auch für die S. Craig Zahler-Filme „Brawl in Cell Block 99“ oder „Dragged Across Concrete“ verantwortlich zeichnet und nach einigen finanziellen Erfolgen das marode, aber legendäre Fangoria-Magazin erwarb und dort eine gleichnamige Produktionsschiene etablieren wollte, deren erster Output „Satanic Panic“ war. Inzwischen häuften sich allerdings die Negativ-News rund um das kleine Cinestate-Imperium, das Sonnier als „Gegen-Hollywood“ etablieren wollte, Berichte über Vorfälle am Set und interne Verwerfungen warfen ein schiefes Licht auf die bis dahin kreativen und qualitativ überzeugenden Produktionen.

von Christian Klosz

„Satanic Panic“ ist das Regie-Debüt von US-Filmerin Chelsea Stardust. Die Reaktionen auf den Film waren bei der Erstaufführung im Kino durchaus geteilt: Die einen fühlten sich gut unterhalten, die anderen verspürten hauptsächlich Langeweile und fanden wenig Bemerkenswertes daran. Ein Meisterwerk ist „Satanic Panic“ natürlich nicht geworden, aber ein durchaus kurzweiliger Horrorspaß mit tollen Hauptdarstellerinnen, einem interessanten stilistischen Zugang und einer ganz eigenen Atmosphäre.

Die Hauptrollen wurden mit der bisher eher unbekannten Hayley Griffith und der aus der Serie „Shameless“ bekannten Ruby Modine besetzt, die ein höchst sympathisches und ansprechendes Girlie-Duo abgeben. Als böse „Oberhexe“ darf die großartige „Femme Fatale“ Rebecca Romijn glänzen, die offenbar gleich ihren Ehemann Jerry O’Connel mit ans Set nahm, der auch hier den Ehemann gibt. Ach ja, worum geht es nun in „Satanic Panic“ eigentlich? Die junge Pizzabotin Sam (Griffith) landet mit ihrer Lieferung auf einem Anwesen im noblen Villenviertel. Der unfreundliche Kunde bezahlt zwar die Pizzen, nicht aber das Trinkgeld, das die finanziell klamme Botin für die nächste Benzinfüllung für ihr Moped dringend gebraucht hätte. Sie kommt nicht los mit ihrem Gefährt und begeht folglich den Fehler ihres Lebens: In das Herrenhaus einzudringen, und um ihr Geld zu fragen – denn schwuppdiwupp findet sie sich inmitten eines satanischen Rituals wieder, geleitet von Danica Ross (Romijn), die dafür dringend eine Jungfrau benötigt, die sie in Sam zu finden glaubt. Sam verbündet sich mit Danicas Tochter Judi (Modine), und die beiden versuchen, diese teuflische Nacht irgendwie zu überleben.

Die Vorzüge von „Satanic Panic“ sind weniger in einer sonderlich kreativen Story zu finden, sondern einem kreativen stilistischen Zugang. Geschickt platzierter Humor lockert die ansonsten düstere Stimmung, die durch Blut- und Gedärm-Exzesse verdichtet wird. Dabei ist es aber nie wirklich „zum Fürchten“, der Film wird seinem Label „Horror-Komödie“ durchaus gerecht und widmet sich eher den komischen Aspekten des Grauens, als sich ihnen intellektuell oder psychologisch anzunähern oder sie durch Jump-Scares zu illustrieren.

Fazit:

So ist „Satanic Panic“ am Ende ein unterhaltsamer, kurzweiliger Ausflug in die Abgründe der Upper Class, der weniger durch Substanz denn durch Stil punkten kann. Als erster Output des „Fangoria“-Labels macht die Horror-Komödie durchaus Lust auf mehr, und lässt einen gespannt sein, was als nächstes folgen wird.

Bewertung:

Bewertung: 7 von 10.

(68/100)

Bild: (c) Sony Pictures