Morgen ist es soweit: Nach vielmonatiger Verschiebung startet die neueste Legendary-Monsterverse-Ausgeburt „Godzilla vs. Kong“ auch bei uns in den Kinos. Am US-Markt ist der Film bereits seit Längerem auf der Leinwand und online verfügbar, aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Fans hier lange warten, bis sie das heiß erwartete Machwerk zu Gesicht bekommen. Der Film von Adam Wingard setzt auf Bombast und eine Effektschlacht, deren Dominanz jegliche inhaltliche oder dramaturgische Sensibilität oder Emotion im Keim erstickt. Fans der beiden Megamonster Kong und Godzilla werden sich mit dem vorläufigen Abschluss der Reihe anfreunden können, für alle anderen bleibt „Godzilla vs. Kong“ ein eher unbefriedigendes Kinoerlebnis.

von Christian Klosz

Kong wird auf Skull Island festgehalten, wo er von einem Team von Wissenschaftlern überwacht wird. Plötzlich wird er unruhig und nervös, wütet herum und zerstört Umgebung und Technik: Niemand weiß, warum. Gleichzeitig attackiert Godzilla wieder menschliche Städte, was zuvor lange Zeit nicht geschehen war. Der Podcaster und Verschwörungstheoretiker Bernie Hayes (Brian Tyree Henry) versucht gemeinsam mit Madison Russel (Millie Bobby Brown) und deren Freund Josh herauszufinden, was der Grund für die Attacken ist und was das Monster so gereizt haben könnte. Zur gleichen Zeit will ein Team rund um Wissenschaftler Nathan Lind (Alexander Skarsgard) die wahre Herkunft der beiden Riesenmonster ermitteln. Und Unternehmer Walter Simmons (Demian Bichir) will die urzeitliche Kraft der Monster nutzen, um ein eigenes, von Menschen kontrolliertes Riesenmonster zu bauen, das alle anderen vernichten kann. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, Kong und Godzilla voneinander abzuhalten, nicht nur einander, sondern die gesamte Menschheit zu vernichten.

„Godzilla vs. Kong“ soll das Highlight der Monsterverse-Reihe sein, dem „Kong: Skull Island“ und „Godzilla 2: King of the Monsters“ vorausgegangen waren. Während „Skull Island“ durch jede Menge Nostalgie, Ironie und Trashfaktor unterhielt, war „King of the Monsters“ ein herzloser Reinfall gewesen. Der neue Film siedelt sich irgendwo dazwischen an. Der Unterhaltungswert ist gegenüber Erstgenanntem doch um einiges geringer, da sich „Godzilla vs. Kong“ um vieles ernster nimmt und trotz der irrsinnigen Background-Story versucht, dem Ganzen irgendwie einen Sinn zu geben (was natürlich ordentlich misslingt). Gleichzeitig bleibt die Dramaturgie zumindest über weite Strecken nachvollziehbar und stimmig – wenngleich der Spannungsaufbau viel zu lange dauert. Und die Animationen sind natürlich gut gelungen und auf technischem Top-Niveau, orientieren sich stilistisch eher an „Skull Island“ als am direkten Vorgänger.

Trotzdem: Auch „Godzilla vs. Kong“ bleibt am Ende eine ernüchternde und seelenlose Angelegenheit, die in keiner Phase etwas wie Mitgefühl oder wahres Interesse beim Zuschauer aufkommen lässt. Blockbusterfilm eben als Jahrmarktrummel mit exzessiven Schauwerten, aber ohne bleibenden und nachhaltigen Effekt. Das hat auch damit zu tun, dass es kaum sympathische Figuren im Film gibt. Die meisten bleiben extrem oberflächlich, ohne jegliche Tiefe und reine Klischees. Einzig Bernie Hayes gelingt es, für den einen oder anderen Schmunzler zu sorgen. Damit erfüllen die Macher zwar das Mindestmaß und werden mitunter den Nerv von so manchem wahren Monsterfreund treffen, am Ende bleibt aber nicht viel mehr als jede Menge Lärm, Zerstörung – und Leere.

Fazit:

Technisch und stilistisch gelungen, inhaltlich mau: „Godzilla vs. Kong“ erfüllt mit Mühe die Pflicht, die erhoffte Kür durch den vorläufigen Abschluss der Monster-Reihe bleibt aber aus. Eine krude Story und schwache Charakterzeichnung verhindern, dass man sich als Zuschauer dem Werk irgendwie verbunden fühlt. Da können sich Kong und Godzilla noch so sehr die Schädel einschlagen. „Godzilla vs. Kong“ startet am 2.7.2021 in den deutschen und österreichischen Kinos.

Bewertung:

Bewertung: 5 von 10.

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Bilder: © 2021 LEGENDARY AND WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.