Die Kultserie ist zurück: Nach dem durchschlagenden Erfolg von „Tiger King“ gab Netflix eine 2. Staffel in Auftrag, um die Wahnsinn um Joe Exotic, Carole Baskin und Co. erneut zu beleuchten. Seit 17.11. sind die 5 Episoden auf dem Streamingdienst zu sehen.

von Christian Klosz

Wer ein ähnliches Sehvergnügen wie bei der Originalserie, inklusive ungläubiges Kopfschütteln und hohem Unterhaltungswert, erhofft, wird gleich zu Beginn enttäuscht: Denn die ersten 3 Episoden drehen sich in erster Linie um das Verschwinden von Don Lewis, ehemaliger Mann von Carole Baskin, von dem sie alle geerbet hatte und von dem gesgat wird, sie hätte ihn umbringen lassen. Baskin kommt selbst nicht zu Wort, außer durch ihre „Video-Tagebücher“, dafür die Töchter von Lewis, die immer dubiosere Gestalten beauftragen, das Verschwinden ihres geliebten Vaters zu klären. Das Problem bei der Geschichte ist, dass man all das bereits mehrfach gesehen hat, u.a. hier in einem Tiger King-Ableger, der exakt den selben Inhalt behandelt, aber spannender.

Etwas interessanter wird es erst in Folge 4 und 5, als die (ehemaligen) Joe-Freunde und Feinde Tim Stark und Jeff Lowe in den Fokus rücken. Stark wehrt sich bei Gericht gegen die gegen ihn eingebrachten Klagen wegen illegaler Tierhaltung, Lowe, der Joe Exotics Zoo von ihm übernommen hatte, hat auch immer mehr mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

Der finale Twist (der hier nicht verraten werden soll) offenbart sich erst gegen Ende der letzten Folge, es geht um die Frage der Schuld von Joe, der ja im Knast sitzt, weil er angeblich einen Mord an Carole Baskin beauftragt haben soll. So hieß es zumindest bisher vonseiten Jeff Lowes und seines „Hitmans“. Doch der und schließlich auch Lowe haben auf einmal neue Infos, die alles bisher Bekannte auf den Kopf stellen.

Fazit:

Die 2. Staffel von „Tiger King“ ist sicher interessant für Fans der Originalserie und Joe Exotic-Vereher – wenngleich man ihn nur durch die Gefängnistelefon-Cam zu sehen bekommt. Gleichzeitig bietet sie wenig Neues, und das, was geboten wird, hätte man auch in 2 Episoden unterbringen können. Die Macher – und Financier Netflix – sollten davon ablassen, weitere Folgen und Staffeln in Angriff zu nehmen, um den einmaligen Wert der Originalserie nicht zu desavouieren.

Bewertung:

Bewertung: 7 von 10.

(71/100)

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Bild: Netflix