Mit Julia Roberts und George Clooney trifft ein gealtertes Hollywood-Traumpaar in der Romanze „Ticket ins Paradies“ aufeinander, das man bereits aus anderen Filmen wie „Ocean’s Eleven“ kennt. Im Unterschied dazu geht es im neuen Werk von Regisseur Ol Parker („Mamma Mia – Here we go again“, „Best Exotic Marigold Hotel“) zuerst nicht um die beiden selbst, sondern um ihre Tochter Lily (Kaitlyn Dever), die sich auf ihrem Post Grad-Trip in Bali in einen Einheimischen verliebt, den sie ein Monat später auch gleich heiraten will. Diese Info vereint die geschiedenen und verhassten Eltern im Vorhaben, ihre Tochter vor einem „großen Fehler zu bewahren“ – sie fliegen trotz ihrer Differenzen gemeinsam zur geplanten Hochzeit, um diese zu sabotieren. Beindruckt von der Schönheit der Insel und verwundert von der Überzeugung ihrer Tochter, das für sie Richtige zu tun, beginnen sie nicht nur ihr destruktives Vorhaben zu überdenken, sondern auch ihre eigenen Entscheidungen und Fehler zu hinterfragen und sich emotional wieder anzunähern.

von Christian Klosz

Die Prämisse von „Ticket ins Paradies“ klingt wie dutzende andere Romantik-Komödien, und das Ergebnis sieht auch genauso aus und fühlt sich ebenso an. Ähnliches hat man bereits vielfach gesehen, einige Male sicher schlechter, oft aber auch besser: Es ist ein nettes, harmloses, sinnloses, nichtssagendes und schnell vergessenes Wohlfühlkino, das keinem wehtut, aber auch kaum irgendetwas von Relevanz oder Substanz bietet.

George Clooney und Julia Roberts kann man eine gewisse Freude an der Arbeit nicht absprechen, wobei beide durch ihre Aufgaben eher unterfordert wirken. Ihre Figuren sind schablonenhaft geschrieben, deren Motive kratzen nur an der Oberfläche, sie wirken seicht und haben weder Ecken, noch Kanten. Logisch, denn in einem Werk, das eben Wohlgefühl auslösen möchte, wäre Ungewohntes und Unvorhersehbares auch störend. Langweilig ist das aber natürlich auch.

Selbiges gilt für den Plot, der sich auf die Basic-Bausteine einer Romanze beschränkt, ohne diese irgendwie zu variieren oder zu subvertieren: Junges Mädchen verliebt sich in exotischen Fremden (und dessen paradiesische Heimat); Umfeld ist dagegen, weil ja „nur ein Traum“, und will verhindern – lenkt aber später ein und erkennt, dass doch alles gut wird. Natürlich haben auch solche Erzählungen ihren Wert – gerade in düsteren Zeiten wie den unsrigen hat Eskapismus jeglicher Art auf jeden Fall seine Berechtigung. Allerdings gibt es eben dann eben auch gewisse filmische Qualitäten, die relevant sind, die passen müssen: Dramaturgie, Ästhetik, Dialog, Humor, Schauspiel, Inszenierung. All das ist bei „Ticket ins Paradies“ höchstens Mittelmaß, warum der Film als Gesamtes auch nicht darüber hinaus geht.

Fazit

„Ticket ins Paradies“ ist eine nett gemeinte, aber in letzter Konsequenz zu belanglose Romantik-Komödie, die sich aus Versatzstücken des Genres zusammensetzt, ohne ihm irgendetwas Neues oder Interessantes hinzuzufügen. Wer schöne Naturaufnahmen mag und im Kino gern berieselt werden will, der/die wird mitunter auch diesem Werk positive Seiten abgewinnen können. Der Rest sollte davon eher die Finger lassen und sich andere Kanäle suchen, sich mit höherwertigem Eskapismus zu versorgen. Seit 15.9. im Kino.

Bewertung

Bewertung: 5 von 10.

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Bild: (c) UPI