Mitte Januar 2026 startete auch bei uns HBO Max, der Streamingdienst des Studios Warner Bros., um das ja gerade eine Bieterschlacht ausgebrochen ist. Seither wirft man dort sukzessive „Content“ in den Streaming-Äther, der Pool ist ja groß genug. So starten Anfang Februar unter anderem „Her“, „Insomnia – Schlaflos“ (3.2.), „Kap der Angst“ (5.2.), „I, Tonya“, „The Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ (6.2.) – und am 5.2. auch der Thriller-Klassiker „Das Schweigen der Lämmer“.
von Cliff Lina
Als aufstrebende FBI Agentin spielt es Clarice Starling (Jodie Foster) in die Karten, dass ihr Chef die hohe Veranlagung bereits früh erkennt und sie bei ihrer Ausbildung fördert. Im Zuge der Ermittlung gegen den Serienmörder „Buffalo Bill“ setzt Agent Crawford die zielstrebige Kollegin deshalb auf den inhaftierten Psychiater Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) an, in der Hoffnung ihm Unterstützung bei der Aufklärung der Mordserie zu entlocken. Was Starling nicht weiß: Lecter verspeist naive Polizisten zum Frühstück. Im wahrsten Sinne.
„Das Schweigen der Lämmer“: Ein spannendes Katz- und Maus-Spiel
In der Folge entwickelt sich ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Romanverfilmung von “Das Schweigen der Lämmer” nicht nur einen Einblick in das sogenannte „profiling“ gewährt, sondern insbesondere die Rolle der Frau in einer maskulin dominierten Welt analysiert und inszeniert. Gekonnt werden die Probleme von Starling in die Ermittlung eingebunden, Vorurteile erschweren das Voranschreiten und so kooperativ der gefährliche Kannibale Lecter auch wirkt, so facettenreich wurde seine Figur angelegt.
Anthony Hopkins überzeugt dabei in seiner ikonischen Paraderolle, lässt die Zuschauerschaft bei jedem Zischen erschaudern und ist doch, bei aller Brutalität, nicht der typische Bösewicht. Gleiches gilt für den gesuchten Frauenmörder, der sich ebenso jeder Schablone entzieht. Wenn man „Das Schweigen der Lämmer“ eines vorwerfen könnte, dann möglicherweise den qualitativ etwas abfallenden Mittelteil, der sehr dialoglastig und wenig progressiv ist.
Insgesamt bildet der Film aber, zusammen mit Finchers „Sieben“, das Grundgerüst für den Großteil der heutigen Thriller, die sich nahezu durchgängig von diesen zwei Paradebeispielen inspirieren lassen. Eine zeitlose Melange aus interessanten Figuren, packender Handlung und durchaus grausamen Szenen machen den mehrfachen Oscar-Gewinner von 1992 (Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste weibliche & männliche Hauptrolle) auch 3 Jahrzehnte später noch zu einem Seherlebnis, das jeder Genrefan mindestens einmal durchlebt haben sollte.
Die Bewertung von „Das Schweigen der Lämmer“ bei unserem Oscar-Rating: 86,4 / 100
Zwischen Glauben und Grusel: Die Conjuring-Reihe in der Analyse
Bildquelle: (c) imgbin
(Der Text erschien erstmals 2023 in ähnlicher Form auf filmpluskritik.com)

Ein wirklich toller Film mit zwei wirklich gut spielenden Hauptakteuren.