Ab heute auf DVD erhältlich.
Das aktuelle Hollywood hat viele seiner ehemaligen Stars der letzten Jahrzehnte ausgespuckt: Nicht nur B-Movie A-Stars wie Bruce Willis, Mel Gibson oder John Travolta verdienen sich ihren Lebensabendunterhalt inzwischen vorwiegend mit direct-to-video-Filmen, selbst Ikonen der ernsten Schauspielerei wie Robert de Niro sind vor der Trash-Hölle nicht gefeit.
von Christian Klosz
Ab und an kommen dabei durchaus ansehnliche Genre-Perlen heraus: Filme wie „New York Confidential“, „Hot Seat“, „On the Line“ (alle Gibson), „Adverse“ (Mickey Rourke) oder „Pfad der Vergeltung“ (De Niro) haben allesamt ihren Reiz und bieten klassische Mainstream-Unterhaltung.
Der Rache-Thriller „Hunt Club“ lässt sich ebenso der Kategorie „B-Movie mit ehemaligen A-Stars“ zuordnen: Unter anderem Casper van Dien („Starship Troopers“), Mena Suvari („American Beauty“) und Mickey Rourke geben sich hier das Stelldichein. Die Handlung ist schnell erklärt: Eine Gruppe chauvinistischer selbsterklärter „Alpha Males“ lockt junge Frauen auf eine angelegene Insel, um dort ein perfides Spiel zu treiben: Die Frauen fungieren als Beute einer Jagd, werden durch die Wälder geschickt, während die Männer durch Erlegen ihr „Männlichkeit“ re-claimen wollen. Selbstredend geht dabei etwas schief und die intendierte Beute richtet sich gegen die Jäger.

Augenscheinlich ist in „Hunt Club“ der gesellschaftspolitische Hintergrund der Handlung: Regisseurin Elisabeth Blake-Thomas bildet hier die Auseinandersetzung „moderner Feminismus“ gegen „degenerierte Männlichkeit“ als zugespitzten tödlichen Kampf der Geschlechter ab. Die Männerhorde darf übertrieben dämliche Tiraden von sich geben, mit denen man das Verhalten (Frauen einsperren und töten) rechtfertigen möchte. Intellektuell sind diese Dialoge nicht, wirklich clever ebenso wenig. Und die Satire ist nur in Ansätzen erkennbar. Trotzdem bietet der Film auf seine Art einen Beitrag zu relevanten gesellschaftlichen Diskursen (wenn auch auf wenig anspruchsvolle Art), der ihm einen gewissen Reiz verleiht.
Auf technisch Ebene ist „Hunt Club“ ein unterhaltsames Scheitern zu attestieren: Inszenierung, Schnitt und Kamera sind hölzern, der Soundtrack ist absolut grauenhaft. Trotz der offenkundigen handwerklichen Schwächen ist das Endresultat dennoch nicht völlig uninteressant und mag Fans von B-Movies mit Schwäche für das Kino der 90er akzeptable Unterhaltung bieten.
Bewertung
(51/100)
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Bilder: (c) Plaion Pictures
