Die mögliche Geburt eines neuen Weihnachtsfilm-Klassikers: Der Airport-Security-Mitarbeiter Ethan Kopek (Taron Egerton) will ausnahmsweise Initiative im Job zeigen und verlangt eine Beförderung zum Gepäckskontrolleur. Was eigentlich lediglich eine Aktion sein sollte, seine Freundin zu beeindrucken, die ein Kind erwartet und Ethan mangelnden beruflichen Ehrgeiz vorwirft, erweist sich als Schuss ins Knie (und später in die Schulter): Ausgerechnet ihn kontaktiert ein undurchsichtiger Terrorist (Jason Bateman), der sich irgendwo auf dem Flughafen herumtreibt und einen Koffer mit tödlichem Inhalt an der Kontrolle vorbeischleusen will. Kopek muss mitspielen – oder seine Freundin ist tot. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

von Christian Klosz

„Carry-On“: Ethan Kopek, der neue John McClane?

„Carry-On“ ist so etwas wie ein (post)modernes Update der „Stirb Langsam“-Formel, ohne dabei als Kopie zu enden: Ein mürrischer Polizist (mit erfolgreicherer Frau), ein fieser Terrorist, der Menschenleben bedroht, eine (nur über Funk) Verbündete, die den Helden durch das Dilemma lotst – und all das spielt sich zur Weihnachtszeit ab, an einem festlich geschmückten Flughafen.

Taron Egerton macht als Actionhero wider Willen sehr gute Figur, beeindruckt durch physischen Einsatz und trägt „Carry-On“ über weite Strecken auf seinen Schultern. Jason Bateman als Bösewicht hingegen ist eine katastrophale Fehlbesetzung: Der Mann ist einfach nicht für ernste Rollen geschaffen, man nimmt ihm den gewissenlosen Terrorgeschäft-Abwickler zu keinem Zeitpunkt ab, wehmütig mögen sich manche an Alan Rickman als „Hans Gruber“ erinnern. Das Positive: Das ist die einzige Schwäche eines durch und durch gelungenen Genre-Updates, das dereinst als beliebter Action-Weihnachtsfilm seinen Platz in der Filmgeschichte finden könnte.

Denn „Carry-On“ besinnt sich auf die zentralen Bausteine der Actionthriller-Formel und fügt diese so zusammen, dass etwas Neues, Eigenständiges herauskommt, das sich trotzdem vertraut anfühlt: Ein straighter Unterhaltungsfilm, ohne unnötiges Schnickschnack, ohne mühsam platzierte Botschaft. So geht Genre-Film. Und Protagonist, Setting, Grundidee bieten die ideale Ausgangslage für eine Fortsetzung, die man sich in diesem Fall sogar wünschen würde.

Fazit

Handwerklich gut gemachtes Mainstream-Streaming-Entertainment pur: „Carry-On“ ist kurzweilig, unterhaltsam, bietet einen Protagonisten mit Identifikationsfaktor für viele und erfüllt alle Voraussetzungen für einen künftigen Klassiker der Weihnachtsfilm-Genres (wenn es so etwas gibt). Bravo!

Bewertung

Bewertung: 8 von 10.

(84/100)

„Carry-On“ ist seit 13.12.2024 auf Netflix zu streamen.

-> Die 15 besten Weihnachtsfilme aller Zeiten

Bild: Netflix © 2024