Nach seinen jüngsten Auftritten im Rahmen des ARD-Jubiläums steht die deutsche Komik-Ikone Dieter „Didi“ Hallervorden erneut in der Kritik: Wie bekannt wurde, hatte er am Karfreitag an der „Friedensprozession“ in Dresden teilgenommen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Frieden kennt keine Brandmauern“ und wurde von Marcus Fuchs, einer zentralen Figur der Dresdner Querdenker-Bewegung, angemeldet.
Laut Medienberichten hatten sich zahlreiche Querdenker und Rechtsextremisten angekündet. Zu den Teilnehmern und Rednern gehörten bekannte rechtsextreme Akteure, darunter der mehrfach vorbestrafte Neonazi Christian Klar sowie Mitglieder der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften „Freien Sachsen“. Auch AfD-Fahnen waren zu sehen.
Hallervorden wurde per Video zugeschaltet und hielt eine Rede, in der er sich gegen die Politik der „Kriegstüchtigkeit“ wandte, die er der deutschen Regierung vorwarf. Er verglich den Begriff „Kriegstüchtigkeit“ mit der Rhetorik des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels und erwähnte die 27 Millionen Opfer der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Er warnte vor einem drohenden Dritten Weltkrieg und kritisierte Politiker, die Deutschland „kriegstüchtig“ machen wollten. Zudem richtete er sich wie schon früher gegen die israelische Regierung, indem er deren Politik im Gazastreifen scharf verurteilte und von einem „Genozid“ sprach.
Beobachtern fiel auf, dass er den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht erwähnte. Die FAZ ging sogar so weit, Hallervordens Rhetorik als an russische Propaganda angelehnt zu bezeichnen, da er die ukrainische Perspektive aussparte und demokratische Politiker mit NS-Vergleichen kritisierte. Bezüglich der Gaza-Äußerungen hatte der Zentralrat der Juden sich zuvor bereits zu Hallervordens Gaza-Äußerungen kritisch geäußert und seine Aussagen als „wirr“ und „fragwürdig“ bezeichnet.
Hallervorden reagierte auf die Kritik in einem Interview mit t-online und in weiteren Stellungnahmen. Er betonte, dass er bei seiner Videobotschaft darauf bestanden habe, einleitend klarzustellen, dass er Gegner der AfD sei. Er ärgerte sich, dass der Inhalt seines Friedensaufrufs kaum Beachtung fand, sondern stattdessen sein Auftritt in „falscher Gesellschaft“ im Fokus stand. „Für meinen kühnen Wunsch nach Frieden würde ich vor jedem Publikum streitbar aufs Podium springen“, so der 89-jährige Komiker und Schauspieler. (red)
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