Ein Mann, der ein Kind bekommt: Was heute Auslöser für hitzige Debatten sein würde, war 1994 Inhalt einer harmlosen Komödie von Ivan Reitman („Ghostbusters“) mit Arnold Schwarzenegger („Fubar“ – Kritik) und Danny de Vito, die bereits in „Twins“ gemeinsam (1988) aufgetreten waren. Seit 11.6. ist die kurzweilige, witzige Feel Good-Komödie bei Netflix zu streamen.

von Christian Klosz

Ivan Reitman, Regisseur von Klassikern wie „Ghostbusters“ oder „Kindergarten Cop“, machte sich in den 1980-ern und 90-ern einen Namen als erstklassiger Komödienfilmer. Er arbeitete oft mit dem selben Team zusammen, und war auch an der Produktion der legendären „National Lampoon“-Reihe beteiligt, Leute wie John Hughes („Breakfast Club“, „Ein Ticket für Zwei“) oder Harold Ramis („Und täglich grüßt das Murmeltier“) gehörten zu seinem engsten kreativen Umfeld. Bereits 1988 vereinte er das ungleiche Duo Danny DeVito und Arnold Schwarzenegger in „Twins“ vor der Kamera, 1994 gelang ihm das in „Junior“ erneut.

„Junior“: Alpha-Male als Gebärender

Der Inhalt des Films entbehrt nicht einer gewissen Skurrilität: Zwei Wissenschaftler experimentieren an einem neuen Schwangerschafts-Medikament, bevor ihnen vom Chef die Mittel für weitere Forschungen gestrichen werden. Widerwillig lässt sich Dr. Hesse (Schwarzenegger) von seinem ehrgeizigen Kollegen Arbogast (De Vito) dazu überreden, das Mittel an sich selbst zu testen – nur zum „Wohle der Wissenschaft“ versteht sich – und lässt sich eine befruchtete Eizelle injizieren.

Völlig unerwartet beginnt das Baby im Körper des Mannes zu wachsen, Dr. Hesse befindet sich plötzlich mitten in einer Schwangerschaft, mit allen bekannten und ihm vorher unbekannten Nebenwirkungen. Noch dazu stellt sich bald heraus, dass die Eizelle von einer Kollegin stammt, mit der sich Hesse nicht gerade schlecht versteht….

Zugegeben, eine anspruchsvolle Vorlage für einen Film sieht vielleicht anders aus. Doch „Junior“ offenbart andere Qualitäten: Zum einen das tolle Schauspiel von Schwarzenegger und DeVito, die Chemie zwischen den beiden, das harmonische Zusammenspiel, das schon in „Twins“ hervorragend klappte – und die beiden zu einem echten Komödien-Dream-Team macht. Man merkt ihnen die Freude an der Arbeit richtig an. Auch Emma Thompson als Mutter in Vaterrolle wider willen und Pamela Reed fügen sich sehr gut in den Cast ein.

Junior 1994
Ungewöhnliche Patchwork-Familien in spe

Ein Feel Good-Film: „Junior“ lädt zum Abschalten ein

Was „Junior“ aber vor Allem ausmacht, und ihn so zu einem typischen Ivan Reitman-Film macht, ist die positive Grundhaltung, die ihm zugrunde liegt. Der Film macht gute Laune, ist unterhaltsam, ohne dabei allzu dümmlich zu wirken, und entlässt einen mit dem Gefühl, dass am Ende doch „alles gut“ wird. In unsteten Zeiten wie den unseren keine geringe Leistung.

Wer also einfach mal „abschalten“ und sich gut unterhalten lassen will, dem sei „Junior“ – oder auch andere Filme des kanadischen Filmemachers Ivan Reitman wie „Twins“ oder „Dave“ – wärmstens empfohlen und als Herz gelegt. Es muss nicht immer schwere Kost sein, die das Filmherz erfreuen darf.

„Junior“ hier bei Netflix streamen

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„Junior“ (1994) – seit 11.6.2025 bei Netflix, auch auf BluRay, DVD und als VOD verfügbar.

„Junior“ – Trailer