Auf Netflix läuft seit kurzem die neue Serie „Leanne“ (2025), alle 16 Folgen sind seit 31.7.2025 zu sehen. Es ist eine Sitcom, die unter anderem von Chuck Lorre produziert und kreiert wurde, der ist bekannt als Schöpfer der Hitserien „Two and a half Men“, „The Big Bang Theory“ und „Mom“. Diesmal hat er mit Comedienne und Hauptdarstellerin Leanne Morgan gemeinsame Sache gemacht und eine sehr klassische Sitcom erschaffen, die fast aus der Zeit gefallen scheint, aber trotzdem (oder gerade deswegen) gute Laune macht.

Kritik von Christian Klosz

In „Leanne“ (Leanne Morgan) geht es um eine Frau in ihren 50ern aus den US-Südstaaten, die sich von ihrem Mann (Ryan Stiles) trennt, mit dem sie über 30 Jahre verheiratet war. Ihr Mann hat sie mit einer anderen, jüngere Frau betrogen und Leanne steht vor den Scherben ihrer Ehe. Gemeinsam mit ihrer Schwester Carol (Kristen Johnston) versucht sie, das Beste aus der Situation zu machen. Zur Unterstützung zieht Carol vorübergehend bei Leanne ein, doch die hat ihre eigenen Beziehungsprobleme.

„Leanne“ (2025): Cozy Sitcom zum Abschalten auf der Couch

„Leanne“ ist wie bereits gesagt eine sehr klassische Sitcom, die in ihrer Machart und im Stil, in der Erzählweise und im Look an die Sitcoms der 90er und frühen 00er-Jahre erinnert. Auch ist schnell sichtbar, dass es sich um eine Chuck Lorre-Produktion handelt, einerseits optisch, anderseits an den Themen, die behandelt werden.

Es geht wie sehr oft in seinen Serien um Familie, um dysfunktionale Familiensysteme, um familiäre Konflikte und um Familienmitglieder, die einander helfen und sich trotz aller Differenzen zusammenraufen. Bei „Two and a Half Men“ war es der jüngere Bruder Alan, der bei Charlie nach seiner Scheidung einzog. Bei „Mom“ war es die Mutter, die bei der Tochter einzog. In „Leanne“ ist es nun die Schwester, die mit der anderen Schwestern zusammenzieht.

In seiner berühmten „Vanity Card“ am Ende von „Leanne“ erklärt Lorre auch, dass „Familie“ das zentrale Thema der Serie sein sollte. Er habe einen Auftritt von Leanne Morgan gesehen, war begeistert gewesen und wurde von ihr zu sich nach Hause eingeladen. Da wäre ihm klar geworden, dass man aus Morgans Ideen, die auf ihrem eigenen Familienleben basieren, eine gute Serie machen könne.

leanne 2025 serie

„Leanne“ (2025) ist altmodisch, aber gut

Nun mag „Leanne“ auf manche vielleicht zu altmodisch wirken, inzwischen hat man sich bei Serien an einen Film-Look gewöhnt, und die Lacher aus der Dose, die es hier gibt, sind inzwischen eine Rarität. Es funktioniert aber trotzdem. Denn was der Serie auf jeden Fall gelingt, ist ein gemütliches cozy Feeling zu vermitteln.

Es ist nichts Großartiges, Außergewöhnliches, das hier inhaltlich präsentiert wird, keine großen Meta-Themen oder Fragen, vielmehr ganz normale Alltagskonflikte. Aber es fühlt sich vertraut und wohlig an, ohne im Kitsch zu versinken, getragen von solidem Sitcom-Handwerk und einem gekonnt umgesetzten Drehbuch. Und darum wächst einem „Leanne“ mit der Zeit irgendwie ans Herz. Bei den 16 Folgen, alle 20 Minuten lang, vergeht die Zeit wie im Flug. Wer an einem regnerischen Wochenende einfach mal abschalten will oder am Abend für ein paar Stunden eine Pause braucht, für den ist „Leanne“ die perfekte Streaming-Lösung.

leanne net

Fazit

„Leanne“ ist altmodisch, klassisch, bietet Vertrautes und wenig Neues, aber das muss nicht zwingend etwas Schlechtes sein. Denn obwohl man das alles schon mehrfach gesehen hat, macht es einfach Spaß und gute Laune. Chuck Lorre versteht sein Handwerk einfach und mit „Leanne“ zeigt er einmal mehr, warum er als „Master of Sitcoms“ gilt.

Bewertung

Bewertung: 7 von 10.

(73/100)

„Leanne“, Sitcom, 16 Folgen, seit 31.7.2025 auf Netflix

Two and a half Men“ – Staffel 9 | Serienkritik

Shifting Gears“ | Kritik zur neuen Sitcom mit Tim Allen

„Leanne“ – Trailer

Bilder: © 2024 Netflix, Inc

(Überarbeitete Version, 8.8.2025)