Robert Redford, der Inbegriff des amerikanischen Helden mit dem markanten Lächeln, ist am 16. September 2025 im Alter von 89 Jahren in seinem Zuhause in Sundance gestorben. Der Schauspieler, Regisseur und Visionär verbrachte seine letzten Jahre in seiner Wahlheimat in Utah, die er selbst zu einem Mekka unabhängigen Kinos machte. Die Todesursache wurde von Redfords Publizisten bisher nicht detailliert bekanntgegeben.
Die Geburt einer Ikone: Von Santa Monica aus ins Rampenlicht
Geboren am 18. August 1936 in Santa Monica, Kalifornien, als Charles Robert Redford Jr., wuchs der zukünftige Star in einer bescheidenen Umgebung auf. Sein Vater, ein Milchfahrer, und seine Mutter, eine Hausfrau, vermittelten ihm früh den Wert harter Arbeit – ein Ethos, das Redfords gesamte Karriere durchzog.
Nach einer turbulenten Jugend zwischen Profi-Baseball-Träumen und einem kurzen Studium an der University of Colorado fand Redford seinen Weg nach Europa. Dort, in der Boheme-Atmosphäre von Paris und Florenz, entdeckte er die Kunst des Schauspiels. Zurück in den USA absolvierte er die renommierte American Academy of Dramatic Arts in New York und debütierte 1959 am Broadway in „The Highest Tree“. Sein Filmdebüt gab Redford in „War Hunt“ (1962) – einem düsteren Kriegsdrama, in dem er neben John Saxon als Underdog glänzte. Doch es war die Fernsehserie „Maverick“, die ihm erstmals breitere Bekanntheit verschaffte.
Der Durchbruch kam jedoch erst mit „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ (1969), jenem legendären Western, der George Roy Hill und Paul Newman zu Partnern machte. Redfords Darstellung des charmanten, aber tödlichen Sundance Kid – benannt nach dem Ort, der später sein Leben prägen sollte – etablierte ihn als den neuen Leading Man Hollywoods. Sein rotes Haar, die blauen Augen und die unaufdringliche Eleganz machten ihn zum Inbegriff des „All-American Boy“, doch darunter lauerte immer etwas Melancholie, die seinen Rollen Tiefe verlieh.
In den 1970er Jahren festigte Robert Redford seinen Status mit Filmen wie „The Candidate“ (1972), wo er als idealistischer Politiker die Grauzonen der Macht beleuchtete, und „The Way We Were“ (1973), einer Romanze an der Seite von Barbra Streisand.
Höhepunkte der Filmkarriere
Die 1970er und 1980er Jahre waren Redfords Zenit, eine Phase, in der er nicht nur als Darsteller, sondern auch als Produzent und Regisseur reifte. Der Höhepunkt kam mit „Der Clou“ (1973), erneut unter Hills Regie und mit Newman: Ein Gauner-Epos, das mit seinem raffinierten Plot und dem ikonischen Score von Scott Joplin acht Oscars einheimste, darunter den für das Beste Drehbuch.
Redfords Fähigkeit, Coolness mit Verletzlichkeit zu verbinden, kulminierte in „Die Unbestechlichen“ (1976), wo er als Journalist Bob Woodward die Watergate-Affäre enthüllte. Neben Dustin Hoffman verkörperte er die Ikone des investigativen Journalismus, heute gilt der Film völlig zurecht als Meilenstein.
Weiterhin prägte Redford das Kino mit Rollen, die seine Vielseitigkeit unterstrichen: In „Jenseits von Afrika“ (1985) als der abenteuerlustige Denys Finch Hatton, einer Performance, die ihm seinen einzigen Oscar-Nominierung als Schauspieler einbrachte, oder in „Ein unmoralisches Angebot“ (1993), wo er die Grauzonen der Liebe erkundete.
Als Regisseur debütierte er 1981 mit „Ordinary People“, einem Familiendrama über Trauer und Versöhnung, das ihm den Oscar für die Beste Regie und den Film einbrachte. Weitere Regiearbeiten wie „A River Runs Through It“ (1992) und „Quiz Show“ (1994) zeugten von seiner Affinität zu intellektuellen Themen. Redfords Engagement für Umweltschutz floss in Projekte wie „Der Pferdeflüsterer“ (1998) ein, wo er selbst Regie führte und spielte.
Selbst in späteren Jahren, etwa in „All Is Lost“ (2013) als einsamer Segler oder in „The Old Man & the Gun“ (2018) als charmanter Bankräuber, bewies er sein Können.

Robert Redford: Das Vermächtnis des Sundance-Mannes
Doch Redfords wahres Erbe erstreckt sich weit über die Leinwand hinaus. 1981 gründete er das Sundance Institute, das 1985 zum Sundance Film Festival avancierte – ein Hort für unabhängiges Kino, das Filmemacher wie Quentin Tarantino oder die Coen-Brüder förderte. Sundance wurde zum Gegenpol zu Hollywoods Kommerzialisierung, ein Ort, an dem Geschichten aus den Rändern der Gesellschaft Gehör fanden.
Redfords Aktivismus für Umwelt und indigene Rechte, etwa durch die Gründung der Redford Center, unterstrich seine Rolle als stets gesellschaftskritischer Kämpfer für Social Justice. „Ich wollte Filme machen, die etwas bedeuten“, sagte er einst in einem Interview – ein Motto, das sein Leben durchzog. Hollywood trauert, doch Redfords Filme leben weiter – zeitlose Zeugnisse einer Ära, in der Charisma und Substanz Hand in Hand gingen. (red)
Titelbild: aus „Der Clou“ – Von Ken Dare, Los Angeles Times – https://digital.library.ucla.edu/catalog/ark:/21198/zz0014rnc3, CC BY 4.0, Link
Textbild: gemeinfrei / 2012;
