Netflix und Amazon Prime sind die populärsten internationalen Streaming-Dienste, die wohl den meisten bekannt sind. Wenn es darum geht, welche Plattformen die Deutschen am meisten nutzen, stehen diese beiden Portale 2025 wider Erwarten allerdings nicht auf Platz 1. 

Aus einer Medienstudie geht hervor, dass es einen neuen Trend gibt – oder vielmehr, dass ein Wechsel zum Altbewährten stattfindet: Über 60 % der Internetnutzer setzen auf die Streaming-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender. Damit liegen ARD und ZDF vor den Markt-Giganten Netflix und Amazon. Platz 1 geht hingegen an ein ganz anderes Portal, nämlich YouTube. 

Digitale Nutzung steigt in gesamten Entertainment-Segment

Die Medienstudie zeigt auch, dass die digitale Nutzung weiterhin zunimmt. Besonders bemerkbar ist der Anstieg bei der älteren Bevölkerungsgruppe. Diese greifen vermehrt zu Streaming-Diensten, und darunter eben auch die Angebote von ARD und ZDF. 

Manche meinen, dass das klassische Fernsehen ganz abgeschrieben ist. Dem ist tatsächlich aber gar nicht so. In Deutschland schalten noch über 70 Prozent der Menschen den Fernseher regelmäßig an. 

Die Digitalisierung ist auch in anderen Bereichen des Entertainments sichtbar. Ein gutes Beispiel dafür ist die Glücksspielindustrie. Zwar sind die landbasierten Spielhallen nach wie vor beliebt, doch zieht es immer mehr Menschen in die virtuelle Welt. Besonders gern wird ein Casino ohne Lizenz gewählt, da dort diverse Einschränkungen des deutschen Glücksspielstaatsvertrages nicht gelten. Die Spielauswahl ist deutlich größer, die Limits höher und die Boni großzügiger. 

YouTube, das Streaming-Portal Nr. 1 

Wenn es um die Nutzung von Streaming-Portalen jeglicher Form geht, steht 2025 YouTube (übrigens wie auch in den Jahren davor) an der ersten Stelle. 72 Prozent der deutschen Bevölkerung greifen regelmäßig auf die Plattform zu, um sich Videos anzuschauen. Der große Vorteil dieses Portals ist natürlich der Kostenpunkt. 

Alle Inhalte sind ohne Anmeldung, Abo oder sonstige Gebühr zugänglich. Zwar gibt es eine Premium-Version, die Werbeanzeigen reduziert und weitere Vorteile bietet – zwingend notwendig ist der Kauf aber nicht. 

Was ebenfalls für YouTube spricht, ist die Vielfältigkeit. Die Plattform wird sowohl für Musikvideos als auch für Comedy-Clips, Gaming-Streams, Tutorials und vieles mehr verwendet. Es geht also nicht einzig um das Streamen von Filmen und Serien, sondern ebenso um Informationsbeschaffung. 

Die meisten Internetnutzer setzen übrigens gleich auf mehrere Portale. In Deutschland sind es über 85 Prozent, die zwei oder mehr Streaming-Plattformen nutzen. 

Streaming-Angebote der Öffentlich-Rechtlichen auf Platz 2

Mit über 60 Prozent werden die Streaming-Dienste von ARD, ZDF und 3sat unter den Deutschen am zweithäufigsten genutzt. Ein Grund für den Anstieg ist sicherlich die Tatsache, dass zunehmend ältere Menschen auf digitale Medien zurückgreifen. 

Zudem sind die Streaming-Angebote von ARD und ZDF kostenlos abrufbar (außen vor gelassen, dass jeder Bürger die GEZ zahlen muss). Eine weitere Vermutung ist, dass sich in der aktuell politisch aufgeladenen Zeit mehr Menschen für seriöse Inhalte interessieren, die journalistisch untermauert sind. 

Es muss außerdem festgehalten werden, dass die Bibliotheken von ARD, ZDF und 3sat in den letzten Jahren sehr modernisiert wurden und nun ein breiteres Publikum anspricht. Es gibt viele Inhalte, die international konkurrenzfähig sind, darunter zum Beispiel „Babylon Berlin“ oder „Charité“. 

Amazon Prime und Netflix auf Platz 3 und 4

Amazon Prime und Netflix sind weltweit beliebt und gut genutzt. So auch in Deutschland – nur eben nicht ganz so viel wie die Streaming-Angebote der Öffentlich-Rechtlichen. Amazon Prime wird hierzulande von 53 Prozent der Bevölkerung genutzt, dicht gefolgt von Netflix mit 50 Prozent. Damit sind die beiden Portale die beliebtesten privaten Streamingdienste klassischen Zuschnitts auf dem hiesigen Markt. 

Podcasts – ein wesentlicher Teil der deutschen Medienlandschaft

Podcasts sind ein Medium, das zunehmend an Beliebtheit gewinnt und mittlerweile alles andere als eine kleine Trenderscheinung ist. Insbesondere die unter 30-Jährigen hören gerne Podcasts. Der große Vorteil bei diesem Medium ist die Flexibilität. 

Podcasts können bequem unterwegs gehört werden – ob im Auto, der Bahn oder beim Joggen. Dies ist natürlich für eine Generation, in der Zeit Gold wert ist, natürlich von hoher Bedeutung. Auch die Vielfältigkeit muss betont werden. Man kann genauso gut unterhaltsame Comedys anhören wie informative und tiefgründig recherchierte Inhalte. 

Fazit 

Auch wenn Amazon Prime und Netflix in Deutschland nicht am häufigsten genutzt werden, haben diese beiden privaten Portale dennoch einen hohen Stellenwert unter den Deutschen. Die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender werden 2025 allerdings noch häufiger genutzt – und ganz vorne steht die riesige Online-Videoplattform YouTube. (ext)

Bild: (c) Pixabay / Free for use

Gastartikel; Beitrag enthält externe Linkplatzierungen.