Mit „Die Troublemaker“ kam 1994 der letzte Film des Duos Bud Spencer / Terence Hill in die Kinos: Fast zehn Jahre waren da seit der letzten Zusammenarbeit vergangen und den beiden Protagonisten – vor allem Spencer – sah man das Alter schon deutlich an. Es hatte gute Gründe, warum dies der letzte gemeinsame Spencer/Hill-Auftritt sein würde. Nun zur Vorweihnachtszeit, am 13.11.2025, erscheint „Die Troublemaker“, der auch so etwas wie ein halber Weihnachtsfilm ist, bei uns als Wiederaufführung im Kino.
Die beiden ungleichen Brüder Travis (Terence Hill) und Moses (Bud Spencer) haben sich vor vielen Jahren zerstritten und sind unterschiedliche Wege gegangen: Travis zieht heute als einsamer Abenteurer und Gambler durch die Gegend, während Moses seine 10-köpfige Großfamilie ernähren muss und sich als Kopfgeldjäger verdingt.
Als Weihnachten vor der Tür steht, fordert die Mutter der beiden ihre Kinder per Brief zur Versöhnung auf, außerdem will sie ihnen das Erbe ihres Vaters aushändigen. Eher widerwillig tun sich Travis und Moses zusammen, um ihre entfernt wohnende Mama zu besuchen. Am Weg wollen sie auch den gesuchten Banditen Stone dinghaft machen, auf den ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist. Nicht nur das führt zu jeder Menge Chaos…
„Die Troublemaker“ klappert bekannte Tropen des Klamauk-Western ab

„Die Troublemaker“ gibt sich kaum Mühe, zu den bekannten Zutaten des Klamauk-Western neue Zutaten hinzuzufügen: Es gibt jede Menge dummer Sprüche (am besten immer noch noch in Schnodder-Deutsch-Synchro), sinnlose Schlägereien und haufenweise Bohnen. Das Beste an „Die Troublemaker“ ist zweifellos die auch hier noch spürbare Chemie zwischen Spencer und Hill, die sich privat bekanntlich gar nicht so gut verstanden, weil sie absolut konträre Persönlichkeiten waren.
Dass ihr letzter Film quasi eine Hommage an die eigene Karriere, ein „Best Of“ werden sollte, ging auf eine Idee von Hill zurück: Sein Sohn durfte das Drehbuch schreiben er selbst übernahm die Regie. Auf diese Tatsache ist wohl auch der im Übermaß vorhandene, sentimentale Kitsch zurückzuführen, für den Hill ein Faible zu haben scheint (siehe seine späteren Regiearbeiten) und den man in den früheren Klamauk-Western (zum Glück) so nicht findet.
Ein verdienter (und nötiger) Abschied
In vielen Belangen geht „Die Troublemaker“ über eine Kopie, ein bemühtes, aber weitgehend ödes Abziehbild voriger Spencer/Hill-Filme nicht hinaus. Selbst dem hier besonders beleibten Bud steht die Langeweile in diversen Szenen geradezu ins Gesicht geschrieben. Und das durch und durch träge Drehbuch mit seiner generischen, einfallslosen Handlung bewirkt selbigen Effekt auch beim Publikum.

So war es gut, dass „Die Troublemaker“ der letzte Film des Kult-Duos war: Ihre Geschichte war schlicht auserzählt. Das bemerkte auch das Publikum: Nur knapp über 100.000 Zuschauer sahen den Film in den deutschen Kinos, ein massiver Rückgang gegenüber ihren vorangegangenen Hits.
Für Hardcore-Fans der beiden ist dieses letzte Kapitel eine großen Karriere bestimmt unverzichtbar und mit jeder Menge Emotion verbunden. Für sich betrachtet aber ist „Die Troublemaker“ einfach kein sonderlich guter Film.
Fazit
Ein nur bedingt würdiges Ende einer großen Karriere: „Die Troublemaker“ klappert noch einmal brav alle Tropen des Klamauk-Westerns ab, schüttet etwas Kitsch in den mauen Mix und endet, wie es sein muss, mit einer großen Keilerei. Und dann ist man dankbar, dass Bud und Terence in den sprichwörtlichen Sonnenuntergang reiten dürfen.
Bewertung
(44/100)
„Die Troublemaker“ ist seit 13.11.2025 als Wiederaufführung im Kino zu sehen und auch auf Disc und als VOD verfügbar.
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„Die Troublemaker“ – Trailer
Bilder: gemeinfrei
