Mit „Karate Kid: Legends“ (2025) kehrt eine der großen Filmreihen der 80er zurück, es ist dies bereits der 6. Teil, der nach der Handlung von „Cobra Kai“ angesiedelt ist. Warum der Martial Arts-Films trotz Stars wie Jackie Chan („Panda Plan“) und Ralph Macchio (das originale „Karate Kid“) kein Volltreffer ist, sondern eher ein Tritt ins Leere, könnt ihr in unserer Kritik lesen.
von Christian Klosz
„Karate Kid: Legends“ (2025): Kampfsport-Verbot im Big Apple
Weil seine Mutter (Ming-Na Wen) einen neuen Job in New York annimmt, zieht Li Fong (Ben Wang) mit ihr von Bejing in den Big Apple. Sie verbietet ihm, dem „Kung Fu-Wunderkind“, aber in der neuen Heimat, seiner Leidenschaft nachzugehen: Nach dem tragischen Tod seines Bruders vor einem Jahr im Rahmen eines Straßenkampfes will sie von Kampfsport jeglicher Art, den sie für Gewalt hält, nichts mehr hören.
Li Fong findet sich schnell in der neuen Gegend ein, da hilft es natürlich auch, dass er Hong Kong eine amerikanische Schule besucht hat und ausgezeichnet Englisch spricht. Schnell freundet er sich mit Mia (Sadie Stanley, „Cruel Summer“) und deren Vater Victor (Joshua Jackson, „Dawson’s Creek“) an, der einen Pizzaladen um die Ecke betreibt. Als Victor von Schlägern, die Geld von ihm eintreiben wollen, attackiert wird, greift Li ein und rettet ihm dem Kragen. Sichtlich beeindruckt bittet Victor, der früher selbst gekämpft hat, den Jungen um Hilfe, ihn wieder in Form zu bringen.
Doch dessen Comeback-Kampf, der die Schulden tilgen soll, endet trotz ausgiebigen Trainings für Victor im Spital. So liegt es am Ende an dem „Wunderkind“, das nötige Geld durch einen Gewinn bei einem lokal stattfindenden Kampfkunst-Wettbewerb zu gewinnen. Im Finale steht ihm ausgerechnet Connor Day (Aramis Knight) gegenüber, Mias Ex, der ihn ohnehin schon auf dem Kieker hatte. Hilfe bekommt Li Fong dabei von seinem aus China eingeflogenen Mentor Mr. Han (Jackie Chan) und „Original Karate Kid“ Daniel LaRusso (Ralph Macchio): Klassische Kong Fu und Karate müssen zu einer unschlagbaren Einheit verschmelzen.
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„Karate Kid: Legends“ als gehaltloser Kino-Snack
„Karate Kid: Legends“ ist vor allem eines: Zusammengeschusterter Content, der als gehaltloser Kino-Snack erprobte Story-Bausteine, bekannte Gesichter und Social Media-verwertbare Szenen zu Franchise-Fast Food verwurstet, das zudem die aktuelle Nostalgie-Welle reitet. Wie die Stuffed Crust-Pizza in Victors Schnellrestaurant („Stuffed Crust“ ist dann auch Li Fongs Kampfname) stopft der Film seine knappe Laufzeit von 90 Minuten und die recht generische Story mit allem voll, das eher anspruchslose Filmgeschmacksknospen anspricht.
Von einer nachhaltig nahrhaften Filmmahlzeit ist das Ergebnis folglich mindestens die Luftstrecke Bejing-New York entfernt. Rätselhaft und nicht eruierbar bleibt auch, warum „Karate Kid: Legends“ am Ende eine effektive Laufzeit von unter 90 Minuten aufweist statt der anfangs kolportieren knapp 2 Stunden, die sich bei manchen offiziellen Filmangaben immer noch finden. Das Gefühl, dass der Film ordentlich „zurechtgestutzt“ wurde, um ihn zu kürzen (warum?!) lässt sich jedenfalls nicht abwenden.

Wenn man Lichtblicke in „Karate Kids: Legends“ sucht, findet man die folglich in den Darstellerleistungen: Ben Wang überzeugt als Neo-Karate Kid, er spielt seine Figur sympathisch und glaubwürdig. Joshua Jackson überzeugt als dessen Kurzzeit-Trainee. Und Sadie Stanley gibt einen süßen Love Interest des Protagonisten, wenngleich die Romanze der beiden auch viel zu stiefmütterlich behandelt wird.
Völlig blass hingegen bleibt der Auftritt von Ralph Macchio, dem originalen Karate Kid aus dem Jahr 1984, der in erster Linie dazu dient, die Kontinuität der Reihe zu wahren. Einen echten Beitrag zur Handlung leistet Daniel LaRusso nicht. Beeindruckend ist daran lediglich, wie man es schafft, mit inzwischen 63 noch immer wie 35 auszusehen. Karate hält offenbar jung.
Fazit
„Karate Kid: Legends“ ist im besten Fall (unter-)durchschnittliches Fanservice, als Film an sich enttäuscht der 6. Teil der Reihe an allen Ecken und Enden. Hätte man der Geschichte etwas mehr Zeit gegeben, um sich zu entfalten, hätte das ein solider Film werden können. Doch so fühlt sich das Ergebnis an wie im Film-Format gepresster, heruntergenudelter Social Media-Content, der das Publikum nicht ernst nimmt und es für so dumm verkauft, wie es (hoffentlich) nicht ist.
Bewertung
(41/100)
„Karate Kid: Legends“ startete im Mai im Kino um im September im Heimkino. Seit Ende Dezember ist der Film auch auf Netflix zu sehen.
„Karate Kid: Legends“ (2025) – Filmdaten
| Titel | Karate Kid: Legends |
| Kinostart | 29.5.2025 |
| Laufzeit | 95 Minuten |
| Regie | Jonathan Entwistle |
| Darsteller | Ben Wang, Jackie Chan, Ralph Macchio |
| Bewertung | 4/10 (filmpluskritik) |
| Rotten Tomatoes | 60 % |
| IMDb | 6.5 |
(Stand: September 2025)
„Karate Kid: Legends“: Trailer
Bilder: 2024 CTMG, Inc. (c)

Also ich fand den richtig dolle !!