Die Film plus Kritik-Redaktion hat zum Jahreswechsel wie gewohnt eine Liste unserer besten Filme 2025 erstellt: Jede/r Redakteur/in bzw. Kritiker/in hat in einer persönlichen Liste seine/ihre Top 15 Filme 2025 gesammelt. Am Ende wurden die dort befindlichen Titel mit Punkten versehen (Platz 1: 15 Punkte, Platz 2: 14 Punkte usw.) und die Bewertungen addiert.

Zur Auswahl standen alle Filme, die zwischen 1.1.2025 und 31.12.2025 in Österreich, Deutschland oder der Schweiz erstmals regulär im Kino, Streaming oder Heimkino erschienen sind. So ergab sich am Ende unsere kollektive Top 10 (+3) der besten Filme 2025.

Die Plätze 10 bis 6 gibt es hier

Die besten Filme 2025: Platz 5 bis 1

Platz 5: „In die Sonne schauen“

Regie: Mascha Schilinksi – „Ein abgeschiedener Vierseitenhof in der Altmark: „In die Sonne schauen“ erzählt von vier Frauen aus unterschiedlichen Epochen, deren Leben auf unheimliche Weise miteinander verwoben sind. Jede von ihnen erlebt ihre Kindheit oder Jugend auf diesem Hof, doch während sie ihre eigene Gegenwart durchstreifen, offenbaren sich ihnen Spuren der Vergangenheit.

Einen großen, epochalen Film hat Mascha Schilinski (…) geschaffen, eine Grand Tour in die feinsten Verzweigungen der Gefühlswelten dieser vier Frauen. „In die Sonne schauen“ zielt dabei auch auf unsere Gegenwart und unser sich akut veränderndes Erleben von Geschichte und dem Epochenwandel. Ein Film, der sich tief in unsere Wahrnehmung bohrt und die Sensation dort inszeniert, wo das Empfinden am Flüchtigsten ist: im schnell verblassenden Gefühl von Zeit.“ (Verleih)

(26 Punkte)

Platz 4: „Frankenstein“

Regie: Guillermo del ToroGuillermo del Toro, cineastischer Dompteur der liebevollen Monster, macht aus einem der Klassiker der Weltliteratur einen künftigen Filmklassiker: Seine Geschichte von Victor Frankenstein ist jene eines von Hybris, Eitelkeit und Egomanie getriebenen Genies, das Gott spielen will, auf gottlose Weise eine Kreatur nach seiner Vorstellung erschafft, die am Ende aber erkennen muss, dass ihr menschlicher Schöpfer das eigentliche Monster ist.

Del Toro erzählt „Frankenstein“ als wunderschön-traurige, zutiefst bewegende, tiefgründige und auc hochaktuelle Parabel darüber, was es heißt, „Mensch“ zu sein (und wie es aussieht, unmenschlich zu sein), stilistisch hochwertig umgesetzt und insgesamt vielleicht sogar sein bester Film bisher. (Christian Klosz)

(27 Punkte)

Kritik zu „Frankenstein“

Frankenstein Film 2025 Bild
„Frankenstein“ | (c) Netflix

ex-aequo mit:

„Superman“

Regie: James Gunn James Gunns “Superman” ist dessen Einstand in das neue DC-Universum. Nach der Übernahme seiner neuen Position ist dieser Film das erste Projekt, welches komplett unter seiner Ägide und der Peter Safrans verwirklicht wurde. Es ist damit ein wichtiges Projekt, welches über Zustimmung entscheidet und eine wichtige Marke hinsichtlich der Fortführung setzt.

Und “Superman” überzeugt auf ganzer Linie. Man geht mit einem guten Gefühl aus dem Film heraus und wenn solche Filme die Politik sind, mit der das DCU geführt werden soll, dann stehen einige Sehempfehlungen an. – “Superman” ist ein guter Film. “Superman” ist ein wichtiger Film. Krypto ist Liebe. (Richard Potrykus)

(27 Punkte)

Kritik zu „Superman“ (2025)

Superman und die lange Geschichte eines Mythos | Historische Analyse

Platz 3: „Mission: Impossible – The Final Reckoning“

Regie: Christopher McQuarrie Ein würdiger Abschluss einer Film-Reihe, die unter der Regie von Brian de Palma düster begann, dann einen Ausflug ins Übertriebene des Camp machte und schließlich seine Identität fand, indem es übermenschliche Herausforderungen konstruierte und diese mit enormen Schauwerten kombinierte.

„The Final Reckoning“ ist ernst, sowohl in der Thematik als auch in der Selbstwahrnehmung, aber nicht übertrieben dramatisch. Die beinahe 170 Minuten vergehen wie im Flug und machen Lust auf mehr. Schade, dass es (erst einmal) vorbei ist. (Richard Potrykus)

(28 Punkte)

Kritik zu „Mission: Impossible – The Final Reckoning“

Mission Impossible The Final Reckoning 2025 Film Kritik
„Mission: Impossible – The Final Reckoning“ | (c) Paramount

Platz 2: „One Battle After Another“

Regie: Paul Thomas Anderson – Andersons neuer Film erzählt er die Geschichte von Bob Ferguson (Leonardo DiCaprio), der Mitglied einer Widerstandsgruppe ist, dort eine Frau kennenlernt, mit der er ein Kind zeugt – und sechzehn Jahre später vor den Gefahren aus der Vergangenheit fliehen muss. Die hochaktuelle Satire beeindruckt nicht zuletzt durch skurrile Charaktere und eine Verfolgungsjagd, die in die Geschichte eingehen wird.

Damit ist “One Battle After Another” mehr als nur ein Titel und gegebenenfalls eine abgeschmackte Redewendung. Der Ausdruck spricht vom fortwährenden Prozess der Menschwerdung, bei dem es einerseits gilt, mittels Bewusstsein über das rein Funktionelle hinauszugelangen, und wo es andererseits auch darum geht, größer zu denken und damit die Komplexität unserer Zeit zu bändigen. “One Battle After Another” ist hochkomplex und präsentiert sich sowohl auf erzählerischer Ebene als auch in seiner Ästhetik auf höchstem Niveau. (Richard Potrykus)

(36 Punkte)

Kritik / Analyse zu „One Battle After Another“

one battle after another 2025
„One Battler After Another“ | (c) Warner Bros.

Platz 1 – Bester Film des Jahres 2025: „Der Brutalist“

Regie: Brady Corbet – Architektur, Geschichte und Gesellschaft – Regisseur und Drehbuchautor Brady Corbet nimmt den ‚Amerikanischen Traum‘ in seinem neuen Film genau unter die Lupe. Mit Adrien Brody als Mittelpunkt einer bewegenden Migrationsgeschichte versucht „The Brutalist“ die Frage zu beantworten, ob die USA tatsächlich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind – oder nur gerne so tun. Ein packendes Epos über Durchhaltevermögen, künstlerisches Genie und die menschliche Würde.

Die Geschichte, die Corbet erzählt, handelt zwar von einem einzelnen Mann und seiner Familie, steht in Wahrheit allerdings für so viel mehr als das. Mit einem modernen Epos von über 3,5 Stunden präsentiert er hier allegorisch eine komplexe Immigrationserfahrung, die im Wesentlichen auf viele zutrifft, die in Amerika Zuflucht und neue Hoffnung suchten.

Corbet nimmt seine Figuren regelrecht auseinander und richtet den Blick auf ihre inneren Welten, bis die Grenze zwischen Fiktion und Wahrheit vor den Augen des Publikums verschwimmt. Intime Szenen abseits von Konzepten wie ‚Plot-Relevanz‘ wirken wie psychoanalytische Sitzungen, die teils sogar unangenehm sind – doch gerade diese Momente sind alles andere als überflüssig und machen die Charaktere zu greifbaren, lebhaften Menschen, deren Leid der Zuschauer teilt. Corbet beweist, dass man die Regeln eines ‚gelungenen Drehbuchs‘ auf eine Art und Weise brechen kann, die aus einem guten Film einen brillanten macht.

Visuell scheint sich Corbet an seinem Protagonisten zu orientieren: Durch malerische Aufnahmen und präzise angewandte Kameraführung lenkt er den Blick des Zuschauers genau dahin, wo er ihn haben will, wie ein echter Architekt, und steuert dadurch bewusst Ton und Atmosphäre. Ob klaustrophobische Nahaufnahmen, eingeengte Detailshots oder opulente Großansichten, die optisch aufatmen lassen – Corbet ist ein Meister der ästhetischen Inszenierung und auch wenn sich das Tempo der Handlung an manchen Stellen etwas schleppend anfühlt, kompensiert er das mit zahlreichen Einstellungen, die bei einer Fotografie-Ausstellung höchsten Kalibers gezeigt werden könnten.

Drehbuch, Kamera, Musik – alles ist harmonisch aufeinander abgestimmt und inspiriert von der übergreifenden Thematik der architektonischen Kunst, die hiermit eine größere gesellschaftliche Bedeutung bekommt, ganz nach dem Motto: Architektur als historische und persönliche Chronik. Corbet zementiert sich mit „The Brutalist“ als Meister seines Handwerks, indem er das Publikum auf allen filmischen Ebenen anspricht und ganz nebenbei breitere politische und soziale Mythen ins Kreuzverhör nimmt. (Natascha Jurácsik)

(37 Punkte)

Kritik zu „Der Brutalist“

the brutalist adrien brody film
„Der Brutalist“ | (c) Universal Pictures

Wie lauten eure Tops (und Flops) des Jahres 2025? Lasst es gern im Kommentar wissen!

Titelbild: Fotomontage – Credits siehe Einzelbilder