Jim Jarmuschs erster Film seit 2019 („The Dead Don’t Die“) startete am 26.2.2026 im Kino. Das poetische Familiendrama „Father Mother Sister Brother“ gewann 2025 den Goldenen Löwen in Venedig, gliedert sich in drei Kapitel und spielt in New Jersey, Dublin und Paris. Jede Episode beleuchtet die problembehafteten Beziehungen zwischen erwachsenen Kindern und ihren Eltern. Der hochkarätige Cast umfasst Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett und Vicky Krieps. Alle Infos zum Film.
Das Comeback des Jim Jarmusch
Jim Jarmusch erzählt in „Father Mother Sister Brother“ in Triptychon-Form drei voneinander unabhängige, aber thematisch eng verknüpfte Geschichten über erwachsene Kinder und ihre distanzierten Eltern in drei verschiedenen Ländern. Im ersten Segment „Father“ fahren die Geschwister Jeff (Adam Driver) und Emily (Mayim Bialik) durch verschneites New Jersey zu ihrem zurückgezogen lebenden Vater (Tom Waits). Sie bringen teure Lebensmittel mit, sorgen sich um seine Einsamkeit und Finanzen. Der Vater spielt den armen Einsiedler, versteckt aber seinen Wohlstand.
Im zweiten Teil „Mother“ treffen sich in Dublin die Schwestern Lilith (Vicky Krieps) und Timothea (Cate Blanchett) zum jährlichen Tee mit ihrer Mutter (Charlotte Rampling), einer berühmten Autorin. Die Konversation bleibt oberflächlich, darunter brodeln Frustration, Einsamkeit und Trauer über verpasste Chancen. Im dritten Segment „Sister Brother“ kommen die Zwillinge Skye (Indya Moore) und Billy (Luka Sabbat) nach dem tödlichen Flugzeugabsturz ihrer Eltern in Paris zusammen. In der leergeräumten Wohnung sortieren sie Erinnerungen, Fotos und falsche Dokumente ihres Vaters.
Jim Jarmuschs letzter Spielfilm vor „Father Mother Sister Brother“ war die Zombie-Komödie „The Dead Don’t Die“ (2019) mit Bill Murray, Adam Driver und Tilda Swinton. Danach folgte eine sechsjährige Pause, sein neuer Film feierte 2025 Premiere in Venedig und gewann dort den Goldenen Löwen. In dieser Zeit davor konzentrierte sich Jarmusch auf Musikprojekte und Kurzfilme.
Kritiken zu „Father Mother Sister Brother“
- Matt Zoller Seitz, RogerEbert.com (24. Dezember 2025):
„The first ten minutes cover the last part of their drive to Dad’s house. It’s a vivid depiction of adult siblings anxiously approaching a visit with a parent who makes interactions difficult, not by being unpleasant, but by politely declining to engage.“
Und weiter: „Like the other stories, but more so, this one asks us to imagine what is described or suggested. That makes the experience of watching ‘Father Mother Sister Brother’ more like listening to a song that tells a story […] than watching a typical mainstream movie.“ - Prabhjot Bains, RANGE (7. Januar 2026):
„Jarmusch zeroes in on a quieter, longer-lasting pain, using restraint to explore the fragility of familial connection—how the people who brought us into the world can feel so unreachable within it. […] In these spaces [pauses and silences], everything happens.“ - The Film Stage (Venedig-Rezension, 23. Dezember 2025):
„Artistically unencumbered, with nothing left to prove and prone to the occasional dad joke, ‚The Dead Don’t Die‘ and ‚Father Mother Sister Brother‘ both confirm that Jarmusch, like Wenders, has entered his late-style era.“
Der Film läuft derzeit in ausgewählten Kinos und kommt bald auf MUBI. (red)
Bild: © 2026 Weltkino Filmverleih GmbH
