Nach dem Erfolg von Staffel 1 können Fans sich nun auf den zweiten Teil der Live Action – Verfilmung von „One Piece“ auf Netflix freuen. Neben den bereits vorgestellten Kultfiguren der Piratenserie kommt eine ganze Reihe neuer schrulliger Charaktere hinzu, die sich entweder als Freunde oder Feinde von Monkey D. Luffys Crew dem Getümmel anschließen und in einem bunten Spektakel den Frühling einläuten. Die 8 Episoden von „One Piece“ Staffel 2 sind seit 10.3.2026 zu sehen.
„One Piece“ Staffel 1 | Kritik
Serien-Kritik von Natascha Jurácsik
Luffy (Iñaki Godoy) und seine Freunde haben es auf ihrer Suche nach Gold Rogers Schatz, dem „One Piece“, endlich bis zur Grand Line geschafft. Dort begegnen sie nebst unvorhersehbaren Wetterphänomenen, prähistorischen Inseln und kämpferischen Riesen auch den Meuchelmördern der mysteriösen Gruppe Baroque Works, die der Piratencrew immer wieder Probleme bereitet.
„One Piece“ Staffel 2 setzt weiter auf exzentrischen Charme
Fans dürfen sich zunächst einmal freuen, denn Staffel 2 von „One Piece“ behält den exzentrischen Charme der ersten Staffel durch und durch bei. Die karnevaleske Ästhetik und die verschrobene Handlung bewegen sich auf einem schmalen Grat zwischen berührenden Emotionen und überspitztem Camp, was eine sehr unterhaltsame Kombination ergibt.
Dabei mangelt es auch diesmal nicht an qualitativ überzeugenden Sets, die offenbar viel Handarbeit und Detailtreue erforderten. Wieder werden Special Effects Großteils praktisch ausgeführt, was definitiv ein visuelles Plus ist – allerdings sind die Computer-generierten Effekte etwas zwiegespalten, denn offensichtlich wurde ein Mammutteil des Budgets für ganz bestimmte Aspekte gebraucht, wie beispielsweise den neuen Charakter Chopper: Ein sprechendes, auf zwei Beinen laufendes Rentier. Zwar hat sich diese Entscheidung durchaus gelohnt, da die Figur recht gelungen ist, aber dafür kamen andere, weniger wichtige Effekte ein bisschen zu kurz, wodurch ihr optisches Niveau etwas schwankt.
Dafür wird wieder mit einer sehr dynamischen Kameraführung kompensiert, die wie in Staffel 1 die Perspektiven des Mangas und des Animes aufschnappt und für interessante Action-Szenen und wirkungsvolle Momente sorgt.

Fanservice im Fokus
Doch das wahre Highlight von Netflix‘ „One Piece“ waren, sind und bleiben die Figuren. Zwar hat sich Netflix nach dem Erfolg von Staffel 1 leider nicht dazu entschieden, der Geschichte mehr Zeit zur Entfaltung der Handlung zu geben, wodurch die Parade an neuen Gesichtern droht, überfordernd zu wirken, aber dafür haben sich die Autoren offenbar am Original orientiert, um jedem Charakter eine fesselnde und unterhaltsame Persönlichkeit zu verleihen. Allerdings verlässt sich Staffel 2 hierbei etwas zu sehr auf das Prinzip „Fanservice“, denn mit jeder neuen Person im Bild scheint die Serie innezuhalten, um Kennern des Originals einen „Wow, das ist ja – !“-Moment zu geben, was leider schnell etwas fad wirkt.
Die Darsteller leisten jedoch auch hier wieder tolle Arbeit: Statt sich vom etwas kitschig-campigen Ton abschrecken zu lassen, lassen sich alle Schauspieler voll auf die Atmosphäre der Serie ein und verkörpern sowohl die leicht ironische Comedy als auch die ernstgemeinten Herzensmomente, von denen es überraschend viele gibt.
Vor allem aber macht es Spaß zuzusehen – jedes Cast-Mitglied, ob Hauptrolle oder Nebenfigur, scheint an einem unausgesprochenen Insider teilzuhaben, wodurch sie alle aufeinander eingespielt sind und die schrullige Welt von „One Piece“ zum Leben erwecken.
Fazit
Hisst die Flaggen für Staffel 2 – „One Piece“ behält seinen einzigartigen Charme bei und macht trotz kleinerer Mängel auch in Teil 2 noch immer Laune. Zwar haben die Autoren mit acht Folgen spürbar wenig Spielraum, um die Geschichte weiterzubringen, aber dennoch ist die Handlung nach wie vor sehr unterhaltsam.
Bewertung
(66/100)
„One Piece“ Staffel 2 – seit 10.3.2026 auf Netflix.
Weitere Infos zu One Piece bei IMDb.
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Bilder: © 2026 Netflix, Inc.
