Der Horrorfilm „Backrooms“ (Kritik), der seit dem 18. Juni 2026 auch bei uns in den Kinos läuft, entwickelte sich bereits bei seinem US-Start zu einem überraschenden Erfolg. Bemerkenswert ist dabei nicht nur das Einspielergebnis, sondern auch der Ursprung des Stoffes: Die Geschichte basiert auf einem Internetphänomen, das vor einigen Jahren in sozialen Netzwerken und Online-Communities entstanden ist.
Von Johanna Noak
„Backrooms“ ist dabei der Vorläufer eines neuen Trends, der in Hollywood zunehmend an Bedeutung gewinnt: Filmstudios suchen immer häufiger auf Plattformen wie Reddit, YouTube oder TikTok nach neuen Ideen. Das Beispiel „Backrooms“ zeigt, dass aus digitalen Phänomenen durchaus erfolgreiche Kinoproduktionen entstehen können. Der Film schaffte es, mit einem Produktionsbudget von rund zehn Millionen US-Dollar weltweit bereits etwa 250 Millionen US-Dollar einzuspielen. Für einen Horrorfilm dieser Größenordnung ist das ein beachtlicher Erfolg.
„Backrooms“ entstand als Sub-Reddit
Dabei begann alles mit einem Post auf dem Imageboard 4chan unter der Rubrik „unheimliche Bilder“ im Jahr 2019 – eine Art Internetforum, auf dem Nutzer anonym Bilder austauschen können. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine umfangreiche Mythologie rund um eine unheimliche Parallelwelt aus endlosen Fluren und verlassenen Räumen, welches zahlreiche Nutzer zu eigenen Geschichten inspirierte.
Auf Reddit entstand mit dem Subreddit r/backrooms eine große Community, die das Konzept weiterentwickelte und mit neuen Ideen füllte. Einer der bekanntesten Fans des Phänomens war Kane Parsons. Der damals noch 16-jährige produzierte daraufhin eine eigene Webserie auf YouTube. Die Videos erreichten Millionen von Aufrufen und sorgten schließlich dafür, dass das Hollywood-Studio A24 auf das Projekt aufmerksam wurde. Gemeinsam entstand daraus die Kinoversion von „Backrooms“, mit der Kane Parsons zugleich sein Regiedebüt feierte.

Online-Foren als Ideenfundgrube für Hollywood
Der Weg vom Internet-Hype zum Kinofilm könnte nun beispielhaft für eine neue Form der Stoffentwicklung stehen. Studios beobachten zunehmend digitale Communities, in denen sich Trends, Geschichten und Fangemeinschaften bilden. Plattformen wie Reddit dienen dabei nicht nur als Inspirationsquelle, sondern auch als Indikator dafür, welche Themen beim Publikum auf großes Interesse stoßen.
Tatsächlich beobachten inzwischen auch Talentagenturen und Produktionsfirmen verschiedene Subreddits gezielt auf der Suche nach vielversprechenden Stoffen. Ein bekanntes Beispiel ist der Subreddit r/nosleep. Dort entstand unter anderem die Geschichte „I Pretended to Be a Missing Girl“, deren Verfilmungsrechte später von Warner Bros. gesichert wurden.
Dass Hollywood tatsächlich die Ideen ausgehen, lässt sich daraus nicht ableiten. Fest steht jedoch, dass sich die Suche nach neuen Stoffen verändert: Digitale Plattformen wie Reddit entwickeln sich zunehmend zu Orten, an denen kreative Konzepte entstehen, getestet und schließlich zu Filmen oder Serien weiterentwickelt werden können „Backrooms“ könnte deshalb mehr sein als nur ein erfolgreicher Horrorfilm, nämlich ein Beispiel dafür, wie die Stoffentwicklung der Zukunft aussehen könnte.
Titelbild: Photo by Markus Spiske on Pexels.com

Den werde ich mir irgendwann auch mal anschauen.
Ist ja auch eine interessante Idee, sich in solchen Foren Inspirationen und Themen zu holen. So lange man es nicht einfach nur klaut.