Noch vor wenigen Jahren galten Superheldenfilme als Garant für Milliardenumsätze. Produktionen aus den Marvel- und DC-Universen dominierten weltweit die Kinokassen und prägten über ein Jahrzehnt hinweg das Blockbuster-Geschäft. Doch im Juli 2026 mehren sich die Anzeichen dafür, dass das Publikum genug hat von immer weiteren, generischen Superheldenfilmen – und dass Hollywood seine Strategie grundlegend überdenken muss.
Der „Supergirl“-Flop: Das Ende der Erfolgsformel?
Auslöser der aktuellen Debatte ist vor allem der enttäuschende Kinostart von „Supergirl“. Der Film blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück und könnte für Warner Bros. zu einem hohen finanziellen Verlust werden. Nach den aktuellsten Box-Office-Zahlen (Stand 6. Juli 2026) hat „Supergirl“ weltweit rund 77 bis 78 Millionen US-Dollar eingespielt. Bei einem Produktionsbudget von rund 170 Millionen Dollar (ohne Marketing) rechnen mehrere Branchenanalysten inzwischen mit einem Verlust im hohen zweistelligen bis dreistelligen Millionenbereich.
Branchenmedien wie Variety, The Guardian und die Los Angeles Times sehen darin nicht nur das Scheitern eines einzelnen Films, sondern einen weiteren Beleg für die anhaltende Ermüdung des Superhelden-Genres.
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In den vergangenen Jahren häuften sich Filme, die trotz hoher Budgets weder Kritiker noch Publikum überzeugen konnten. Während frühere Superhelden-Produktionen nahezu automatisch Blockbuster wurden, reagieren Zuschauer heute deutlich selektiver.
Nach Einschätzung mehrerer Branchenanalysten reicht die bloße Zugehörigkeit zu einem bekannten Comic-Universum nicht mehr aus, um ein Millionenpublikum anzulocken. Vor allem Filme über weniger bekannte Figuren haben es zunehmend schwer, sich gegen andere Großproduktionen durchzusetzen.

Hollywood setzt wieder auf starke Marken
Die Diskussion in den Studios geht deshalb inzwischen in eine neue Richtung. Statt immer neue Helden einzuführen, wollen viele Produzenten verstärkt auf etablierte Figuren setzen. Für DC bedeutet das nach Einschätzung mehrerer Branchenbeobachter, dass Charaktere wie Batman, Superman oder Wonder Woman künftig wieder stärker im Mittelpunkt stehen könnten. Projekte mit weniger bekannten Figuren dürften dagegen kritischer geprüft werden.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die enorme Zahl an Filmen und auch Serien, die in den vergangenen Jahren veröffentlicht wurden. Branchenexperten sprechen von einer Übersättigung des Publikums. Viele Zuschauer hätten zudem Schwierigkeiten, den komplexen Handlungssträngen mehrerer Film- und Serienuniversen zu folgen. Gleichzeitig sei die Erwartungshaltung an jedes neue Kapitel gesunken. Statt jedes Werk als Ereignis wahrzunehmen, würden viele Produktionen inzwischen als austauschbar empfunden.
Auch Marvel scheint bereits Konsequenzen zu ziehen. Disney-Chef Bob Iger hatte bereits zuvor angekündigt, künftig weniger Marvel-Produktionen veröffentlichen und den Fokus wieder stärker auf Qualität statt Quantität legen zu wollen. Diese Linie gewinnt durch die aktuellen Entwicklungen zusätzlich an Bedeutung.
Letzte Hoffnung Spider-Man?
Große Hoffnungen ruhen derzeit auf „Spider-Man: Brand New Day“, dessen Vorverkaufszahlen laut Branchenberichten deutlich besser ausfallen als bei „Supergirl“. Analysten gehen jedoch davon aus, dass selbst ein großer Erfolg des neuen Spider-Man nicht automatisch bedeutet, dass das gesamte Genre wieder boomt. Vielmehr könnte sich zeigen, dass künftig eben nur noch wenige besonders populäre Figuren zuverlässig große Zuschauerzahlen erreichen.
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Originalstoffe feiern überraschende Erfolge
Bemerkenswert angesichts der oben beschriebenen Entwicklung ist zugleich, dass ausgerechnet eigenständige Filmprojekte ohne etabliertes Franchise und mit kleinen Budgets derzeit zu den größten Gewinnern des Kinojahres zählen. Der Horrorfilm „Obsession“, der Berichten zufolge für lediglich rund 750.000 US-Dollar produziert wurde, hat inzwischen die Marke von 400 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen überschritten und zählt damit zu den profitabelsten Filmen des Jahres.
Auch „Backrooms“, basierend auf dem gleichnamigen Internetphänomen, entwickelte sich mit einem weltweiten Einspielergebnis von inzwischen rund 356 Millionen Dollar zu einem Überraschungserfolg. Diese Beispiele könnten ein Hinweis darauf sein, dass das breite Publikum inzwischen durchaus wieder offen für neue Stoffe ist – vorausgesetzt, sie bieten eine originelle Idee, ein klares kreatives Konzept. Selbst klassische „Mundpropaganda“ spielt hier wieder eine Rolle. Während große Comic-Franchises zunehmend unter Ermüdungserscheinungen leiden, könnten originelle Einzelprojekte künftig wieder eine größere Rolle im Hollywood-Kino spielen. (red/ck)
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Titelbild: KI-generiert / (c) filmpluskritik

Das habe ich schon vor 2 Jahren gesagt, dass die Superhelden ausgelutscht sind aber irgendwie glaubt jeder, noch einen schwammigen Film hinten dranzuhängen.
Vielleicht werden wir ja jetzt endlich erlöst von dem Müll.