Ein letztes Mal noch Brian de Palma:

Nach „The Untouchables“ und „The Bonfire of the Vanities“ heute die Kritik zu „Mission to Mars“, einem der eher schwächeren Werke des Regisseurs, der es hier mit skurrilen Einfällen und Ironie etwas übertrieben hat, sodass der Film nur bedingt ernst zu nehmen ist. Er präsentiert hier ein (un?)freiwillig komisches Werk um eine Reise zum Mars, das durch ein ziemlich schwachsinniges Drehbuch, aber teils faszinierende Aufnahmen glänzt.

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Inhalt: Eine Mars-Mission wird gestartet, die damit beginnt, dass Teile der Crew von einem Wirbelsturm-Wurm gefressen werden, der sie auf dem fremden Planeten erwartet. Der Rest der Crew berät und wartet, wie man noch weiter vorgehen soll, um – nach weiteren Verlusten – das „Rätsel der Menschheit“ zu lösen. Klingt schräg? Ist es auch. Wie immer bei De Palma stellt sich die Frage: Was will er damit? Meint er das Dargestellte wirklich ernst? Geht es ihm nur um optische Spielereien? Ist die Ironie beabsichtigt oder unbeabsichtigt? Ist bei anderen Regisseuren (zumeist) eine Absicht erkennbar, könnte bei De Palma alles oder nichts zutreffen. Das macht seine Filme einerseits faszinierend, andererseits verwirrend.

Faszinierend sind hier gewisse Weltraumaufnahmen, wo De Palma sein volles Können als Regisseur ausschöpfen kann. Kreiselnde Schwebekamera, voyeuristischer Blick: Kaum ein anderer Regisseur spielt derart effektiv mit dem Illusionsapparat Kamera bzw. in weiterer Folge dem Kino. Scheitern tut „Mission to Mars“ vor allem am wirklich schwachsinnigen Drehbuch. Am Ende sitzt man konsterniert vor dem Bildschirm und fragt sich: Was sollte das jetzt? Die Verknüpfung menschlicher Existenz mit dem Mars und Aliens und Raumschiff und DNA – eine ziemlich wirre und verwirrende Angelegenheit.

An manchen Stellen sind auch 2001-Referenzen erkennbar. Einerseits bei diversen Aufnahmen, andererseits an manchen Stellen der Filmmusik von Ennio Morricone. „Mission to Mars“ ist ein leicht verstörender Film von Brian De Palma, vielleicht eines seiner schwächste Werke. Großartige Weltraumaufnahmen halten sich hier die Waage mit einem wirklich idiotischen Drehbuch. So ist der Film: Durchschnitt.

Regie: Brian De Palma, Drehbuch: Jim Thomas, John Thomas, Graham Yost, Darsteller: Gary Sinise, Tim Robbins, Don Cheadle, Connie Nielsen, Jerry O’Connell, Filmlänge: 114 Minuten

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