Gestern war es soweit: Der große Nic Cage beehrte Wien mit einer Kurzvisite im Zuge der Eröffnung des /slash-Festivals, wo er seinen neuen Film „Mandy“ vorstellte. Wie es dem Team um Direktor Markus Keuschnigg gelang, den Superstar nach Wien zu lotsen, ließ sich auch in informellen Gesprächen nicht ergründen – es war jedenfalls ein veritabler Coup gelungen. (In anderen, informellen Gesprächen erfuhr man, dass man ja eigentlich „Mandy“-Regisseur Panos Cosmatos haben wollte, der absagte – und Nicolas Cage quasi nur sein „Ersatz“ war – es gibt wohl schlechtere Ersatzgäste.)

Ersatzgast Cage versetze sodann die nicht kleine Cineasten-Szene Wiens in Aufruhr nahe der Hysterie, schon die Ankündigung des hohen Besuchs kam einer Sensation gleich. Viele standen dann kurz nach Beginn des Ticket-Vorverkaufs dennoch mit leeren Händen dar: Die Premierenkarten waren innerhalb von Minuten ausverkauft. Wir hatten das große Glück (danke an das stets bemühte /slash-Team!), doch noch eine letzte Karte zu ergattern, und konnten uns die Cage-Rage erste Reihe fußfrei geben.

Bereits um 19.00 (1 Stunde vor Beginn) bildeten sich große Menschentrauben vor dem Gartenbaukino, die Vorfreude aller war spürbar. Gegen 19.30: Wann kommt der Herr Cage, wo wird er das Kino betreten, und wo sind die geheimen Eingänge des Gartenbau? Kein Red-Carpet, gespanntes Warten.

© Mercan Sümbültepe / www.maylanour.com

Als kurz nach 20.00 der bekanntlich nicht eben kleine Saal des Gartenbaukinos gefüllt war, sprachen zuerst die Verantwortlichen einige einleitende Worte, bevor der zweite Ehrengast, Udo Kier, die Bühne betrat. Seine ihm zugewiesene Rolle als „Vorprogramm“ war ihm sichtlich nicht ganz recht, doch Herr Kier weiß, sich durch ausladende Anekdoten Raum und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Gegen halb 9 war es dann soweit: Nicolas Cage betrat die Bühne. Ein surrealer Moment. Und eine wunderbare Erfahrung vor Allem deswegen, weil der Stargast bester Laune war, natürlich und freundlich wirkte, auf alle Fragen bereitwillig antwortete. Und einfach ein echt cooler Typ ist (Lederhose, Schlangenlederjacket, Sonnenbrille).

Nach 10 Minuten war es wieder vorbei, doch das Publikum war begeistert: Nicht jeden Tag bekommt man einen US-Schauspieler dieser Klasse in Wien zu sehen. Der anschließende Film, „Mandy“, der eigentliche Grund des Besuchs, spaltete die Gemüter: Die einen waren hellauf begeistert („Film des Jahres!“), die anderen eher verstört oder irritiert (wir liefern in den kommenden Tagen eine Pro/Contra-Kritik zum Film).

Dennoch: Eine gelungene Eröffnung eines Festivals, das wohl auch in dem kommenden Jahren von sich reden machen wird.

von Christian Klosz

Bilder: ©Mercan Sümbültepe / slash

 

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