15. „Der Prinz aus Zamunda 2“ von Craig Brewer

Kann eine Fortsetzung 30 Jahre später funktionieren? Man wird sehen, zumindest kann man mit dem selben Core-Cast aufwarten, der Teil 1 der Komödie von John Landis in den 80-ern so erfolgreich machte. Dass Regisseur Brewer sowohl Eddie Murphy als auch Wesley Snipes hervorragend einzusetzen weiß, bewies er zuletzt mit der Blaxploitation-Hommage „Dolemite Is My Name“ auf Netflix. An sich sollte der Film Ende 2020 in die Kinos kommen, aufgrund der Corona-Lage wurden die Filmrechte schließlich an Amazon Prime verkauft, wo er am 5. März erscheinen soll.

Bewertung: 2 von 5.

14. „Top Gun: Maverick“ von Joseph Konsinski

Was soll man dazu noch erklären? Tom Cruise kehrt nach 30 Jahren zurück in die Rolle, die ihn zum Superstar machte. Wird es an den Kinokassen klingeln, sofern die wieder öffnen dürfen? Mit Sicherheit. Kann das Ganze auch qualitativ überzeugen? Fraglich. Dagegen spricht, dass im Original die Ästhetik von Action-Veteran Tony Scott nicht unerheblich zum Kult-Faktor beitrug – und der bekanntlich vor einigen Jahren (viel zu früh) verstarb. Dafür spricht, dass mit Joseph Kosinski ein Mann am Ruder ist, der zuletzt mit „No Way Out“ für eine der positiven Überraschungen des vorvorigen Filmjahres sorgte.

Bewertung: 3.5 von 5.

13. „Nightmare Alley“ von Guillermo del Toro

Der Nachfolger des Oscar-Gewinners „The Shape of Water“: del Toros neuer Film ist ein Remake von „Der Scharlatan“ aus dem Jahre 1947 und handelt von einem Trickbetrüger, der selbst betrogen wird. Düster soll es werden, in den Hauptrollen sind Bradley Cooper (er ersetzte Leonardo di Caprio) und Toni Collette zu sehen. Der Film ist seit kurzem im Kasten, del Toro begab sich in den Schneideraum. Wahrscheinlich ist ein Kino-Release im Herbst 2021, um sich für die folgende Oscar-Verleihung in Stellung zu bringen.

Bewertung: 3 von 5.

12. „James Bond: No time to die“ von Cary Fukanaga

Ist „James Bond“ noch zeitgemäß? Und wer soll den britischen Geheimagenten spielen, wenn Daniel Craig abgetreten ist, was dieser nach „No time to die“ plant? Bisher wurde diesbezüglich keine Entscheidung gefällt, jedenfalls aber bleibt Bond männlich, wie Produzentin Barbara Broccoli mehrfach klar stellte. Man kann wohl damit rechnen, dass der nächste 007 von einem schwarzen Schauspieler dargestellt wird, der heißeste Kandidat Idris Elba hat aber bereits abgewunken.

In „Keine Zeit zu sterben“, so der deutsche Titel, ist Bond nicht mehr im aktiven Dienst und genießt ein ruhiges Leben in Jamaika. Sein Frieden ist aber nur von kurzer Dauer, als sein alter Freund Felix Leiter von der CIA auftaucht und ihn um Hilfe bittet. Die Mission, einen entführten Wissenschaftler zu retten, erweist sich weitaus tückischer als erwartet und führt Bond auf die Spur eines mysteriösen Bösewichts (dargestellt von Rami Malek), der im Besitz von gefährlicher neuer Technologie ist. – An sich hätte der neue Bond schon 2020 ins Kino kommen sollen, hat aber nach mehrfachen, Corona-bedingten Verschiebungen immer noch nicht das Licht der Welt erblickt. Für Qualität sollte vor allem die Verpflichtung von Regisseur Cary Fukanaga sorgen, der mit „True Detective“ für eines der Serienhighlights der letzten Jahre sorgte.

Bewertung: 3.5 von 5.
(c) UPI Germany GmbH / Red.

11. „Saw: Spiral“ von Darren Lynn Bousman

Ausgerechnet Comedian Chris Rock haucht dem müden Saw-Franchise neues Leben ein: Nicht nur die Story-Idee zum Reboot stammt von ihm – er hat auch gleich die Hauptrolle selbst übernommen. Fans der Reihe dürfen hoffen, denn die letzte Installation „Jigsaw“ ließ so ziemlich alle Wünsche offen.

Im bereits veröffentlichten Trailer jagt Rock als Ermittler einen Mörder, der es auf Polizisten abgesehen zu haben scheint. Bereits zu erkennen sind die ikonische „Saw“-Musik, und auch die titelgebende Säge scheint wieder zum Einsatz zu kommen. Die Regie von „Saw: Spiral“ übernimmt wieder ein alter Bekannter, nämlich Darren Lynn Bousman, der bereits Saw 2-4 inszeniert hatte. Ebenfalls mit von der Partie sind Samuel L. Jackson, der Rocks Filmvater spielt, sowie Max Mighella. „Saw: Spiral“ hätte ebenfalls bereits 2020 im Kino landen sollen, der Start wurde nun auf 2021 verschoben. Trailer & weitere Infos HIER

Bewertung: 3 von 5.

10. „Malmkrog“ von Cristi Puiu

Bei der Berlinale war „Malmkrog“, das neue Werk des rumänischen Regisseurs Cristi Puiu, einer der Filme, der für das größte Aufsehen sorgte: Als Eröffnungsfilm der neu geschaffenen „Encounters“-Sektion, die neue und/oder eigenständige Stimmen des Weltkino ausstellen möchte, sorgte das 200-Minuten-Mammutwerk für großteils positives Echo bei der Kritik, und Puiu wurde, zurecht, als bester Regisseur der Encounters-Filme prämiert, zahlreiche, weitere Preise folgten im Laufe des Jahres.

„Malmkrog“ spielt um 1900 in einem russischen Herrenhaus, wo sich die Aristokratie zum Dinieren und Parlieren trifft. Die ausschweifenden, philosophischen Gespräche, die den Inhalt des Films darstellen, drehen sich um Gott und die Welt, Krieg und Frieden, aber auch „Europa“ und seine kulturelle, politische und ideologische Bedeutung. Verblüffend ist, wie es Puiu schafft, den auf die damaligen Verhältnisse bezogenen Äußerungen Aktualität zu verleihen, und so zu zeigen, dass intellektuelle Diskurse in zeitlichen Zyklen verlaufen, und die Themen heute keine komplett anderen sind. Besonders gelungen ist Puius Kniff, die schwadronierenden Gespräche bewundernd in die Auslage zu stellen, und sie zugleich als gehobenes Geschwätz zu entarnen, das nur bedingt etwas über die realen gesellschaftlichen Verhältnisse und das Leben der Menschen „da draußen“ aussagt. Darin zeigt sich Puius wunderbar subtile, weil verdeckte, aber dadurch umso schärfere Zeitgeist-Kritik. „Malmkrog“ soll im ersten Quartal 2021 in den Kinos zu sehen sein, zumindest in Österreich, wo sich ein kleiner Verleih aus Wien die Rechte gesichert hat.

(c) Mandragora

Bewertung: 4.5 von 5.

9. „Amsterdam“ von David O. Russel

Regisseur David O. Russel schuf mit „Silver Linings“, „The Fighter“ oder „American Hustle“ einige der interessantesten US-Filme der letzte Jahre. Er ist berüchtigt für seine rasante Inszenierung und seine meist tollen Casts, und auch sein neues Projekt steht dem in nichts nach: Bereits bestätigt wurden Margot Robbie und Christian Bale, der bereits in „The Fighter“ und „American Hustle“ mit Russel zusammengearbeitet hatte. Auch Michael Shannon, Michael B. Jordan, Mike Myers und John David Washington sollen Teil der Darstellerriege sein. Heißen soll der Film laut ersten Berichten „Amsterdam“. Inhaltlich, so hört man, soll es um eine ungewöhnliche Partnerschaft zwischen einem Arzt und einem Anwalt gehen – weitere Details sind bisher nicht bekannt. Der Dreh soll im Jänner 2021 beginnen. (ck)

Bewertung: 3.5 von 5.

8. „Killers of the Flower Moon“ von Martin Scorsese

Der erste Film, bei dem Scorseses beide Musen Leonard DiCaprio und Robert DeNiro unter seiner Regie gemeinsam vor der Kamera stehen (Gemeinsam gespielt, aber unter anderer Leitung, haben die beiden schonmal, nämlich Anfang der 90-er, noch vor Di Caprios großem Durchbruch, und zwar in „This Boy’s Life“.): „Killers of the Flower Moon“ wird ein historischer Mystery-Thriller, der auf einem Bestseller von David Grann basiert, der von Eric Roth zu einem Drehbuch adaptiert wurde. Er dreht sich um eine Mordserie an Mitgliedern des Osage-Volkes in den 1920er Jahren in Oklahoma, nachdem auf deren Land große Ölvorräte entdeckt worden waren. Scorsese zufolge soll De Niro den Viehzüchter und Mörder Bill Hale spielen.

Produziert sollte der Film ursprünglich von Paramount Pictures werden. Nach einer chaotischen Vor-Produktion und einem Corona-bedingten Drehstopp im März stieg das Budget immer weiter an, bis auf 225 Millionen $, was Scorsese schließlich dazu veranlasste, andere Studios bezüglich der Finanzierung zu kontaktieren. Die Rechte ergatterte schließlich AppleTV+, während der Vertrieb des Films weiterhin von Paramount übernommen werden soll, sprich: „Killers of the Flower Moon“ sollte aller Voraussicht nach auch regulär im Kino erscheinen. Datum gibt es dafür noch keines, wahrscheinlich ist ein Start im Herbst 2021.

Bewertung: 4 von 5.

7. „Elvis“ von Baz Luhrman

Dass die Musiker-Biopic-Welle nicht mehr abreißt, ist offensichtlich: Nach „Bohemian Rhapsody“ und „Rocketman“ ist vor Filmen über John Lennon, David Bowie und Celine Dion. Indes machte sich Baz Luhrmann („The Great Gatsby“) an einen biografischen Film über den King of Rock’n’Roll, Elvis Presley.

Während Tom Hanks Elvis‘ gefürchteten Manager Col. Tom Parker spielt, schlüpft Austin Butler (siehe unten) in die Rolle des King. Laut Informationen des Hollywood Reporter soll sich der Elvis-Film um die späteren Jahre seiner Karriere und damit seinen Zenit drehen und sich auf die toxische Beziehung zu seinem Manager Parker fokussieren, der jeden Bereich seines Lebens zu kontrollieren suchte, und so nicht unerheblich zur Tablettensucht des Superstars beitrug. Der offizielle Kinostart-Termin ist im November 2021 angesetzt.

Bewertung: 4 von 5.
(c) Shutterstock

6. „First Cow“ von Kelly Reichardt

Ein sensibler, subtiler, zurückgenommener Anti-Western, nicht unähnlich P.T. Andersons „There will be blood“, wenngleich „kleiner“, der die Entstehung der US-Gesellschaft um 1900 rekonstruiert, aber vor Allem von Freundschaft erzählt: Unprätentiös und unamerikanisch beleuchtet die Regisseurin die Geburtsstunde des „American Dream“, der schon damals ein Heilsversprechen auf wackeligen Beinen war, alles getragen von herausragenden Schauspielerleistungen. „First Cow“ begeisterte auf der Berlinale 2020 und teilweise das US-Publikum, fand bei uns bisher aber (leider) noch nicht den Weg ins Kino (oder zu einer anderen Verwertung). Ein Film der leisen (Zwischen-)Töne, der nachwirkt, in seiner Machart herrlich altmodisch und anachronistisch – und übrigens einer der Oscar-Anwärter 2021.

Bewertung: 4 von 5.

5. „Old“ von M. Night Shyamalan

(c) 2020 Universal Pictures International

Nach dem beachtlichen Comeback mit „Split“ war Shyamalans Abschluss seiner Trilogie, „Glass“, eine herbe Enttäuschung und belegte die Top-Flop-Tendenz des eigenwilligen Filmemachers. Nun steht mit „Old“ bereits der nächste Streifen ante portas, der am 23. Juli in die Kinos kommen soll: Ein Thriller, erneut geschrieben, produziert und inszeniert von Shyamalan, der von der graphic novel „Sandcastle“ inspiriert ist und nur der Beginn einer neuen Trilogie sein soll.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen ein paar Freunde, denen es unmöglich zu sein scheint, einem mysteriösen, abgelegenen Strand zu entfliehen, nachdem sie dort eine Leiche entdecken. Themen wie Zeit und Altern sollen in „Old“ verhandelt werden, worauf ja bereits der Titel verweist. Zum Cast gehören unter anderem Gael Garcia Bernal, Eliza Scanlen, Thomasin McKenzie und Vicky Krieps. Gedreht wurde zwischen Ende September und Mitte November in der Dominikanischen Republik auf traditionellem 35 mm Film. Inzwischen wurde auch ein erstes, kryptisches Poster veröffentlicht (siehe rechts):

Bewertung: 4 von 5.

4. „Don’t look up“ von Adam McKay

Klingt groß: Nach „The Big Short“ und „Vice“ kehrt Adam McKay wieder ins Komödien-Fach zurück, wenngleich sein neuer Film durchaus auch politische Implikationen haben könnte: „Don’t look up“ handelt von zwei Astronauten, die auf einer Medientour die Menschheit vor einem auf die Erde zurasenden Asteroiden warnen sollen. McKay selbst sagte zum Inhalt, dass der Film von einer „globalen Katastrophe“ handeln wird, und einem US-Präsidenten, der sich weigert, auf die Ratschläge der Wissenschaft zu hören – klingt nicht ganz unbekannt. Der Cast ist jedenfalls überragend: Leonardo DiCaprio, Meryl Streep, Timothee Chalamet, Jennifer Lawrence, Cate Blanchett, und Jonah Hill sind an Bord. Produziert wird der Film übrigens von Netflix.

Bewertung: 4 von 5.

3. „Dune“ von Denis Villeneuve

„Dune“, einer der großen Abwesenden des Filmjahres 2020 und Opfer der Corona-Pandemie: Bereits fertig gedreht und geschnitten sollte das neue Werk von Denis Villeneuve eines DER Highlights des vergangenen Jahres werden, wurde aufgrund geschlossener Kinos aber erneut verschoben. Aktueller Starttermin ist der 21.10.2021.

An der Adaption des Romans von Frank Herbert haben sich bereits mehrere, große Regisseure versucht, die kläglich scheiterten: David Lynch und Alejandro Jodorowsky kennen das Gefühl. Ob Villeneuve der große Wurf gelingen wird, wird sich zeigen, immerhin aber kann er sich auf einen Soundtrack aus der Feder von Mastermind Hans Zimmer und einen Allstar-Cast rund um Timothée Chalamet, Oscar Isaac, Rebecca Ferguson, Josh Brolin, Jason Momoa, Dave Bautista, Javier Bardem und Stellan Skarsgard verlassen.

Die Handlung begleitet dabei Paul Atreides, einen begabten junger Mann, der in ein dunkles Schicksal geboren wurde. Bei seinem Versuch die Zukunft seiner Familie und seines Volkes zu sichern, reist er auf Wüstenplaneten Arrakis, wobei seine Familie immer tiefer in ein Netz aus Intrigen hinabgleitet, angefeuert vom Kampf und die wertvollste Ressource des Planten.

Bewertung: 5 von 5.

2. „The Card Counter“ von Paul Schrader

Mit „First Reformed“ gelang New Hollywood-Veteran Paul Schrader 2018 ein von wenigen erwartetes, aber umjubeltes Comeback und zudem einer der besten US-Filme der letzten Jahre. Sein neuestes Werk „The Card Counter“ ist nach zahllosen Verschiebungen und Corona-bedingten Drehproblemen nun endlich im Kasten und wird seine Premiere wohl auf einem der großen Festivals 2021 feiern – sofern die stattfinden können. Es handelt von William Tell (gespielt von Oscar Isaac), einem Spieler und Ex-Militär, der versucht, einen jungen Mann zu „reformieren“, der Rache an einem gemeinsamen Feind aus der Vergangenheit nehmen will. Laut ersten Berichten und Stellungnahmen soll der Klimax gegen Ende so heftig sein, dass er das bereits ziemlich erschütternde Ende aus „First Reformed“ alt aussehen lassen wird. Na dann.

Bewertung: 4.5 von 5.
  1. „Soggy Bottom“ von Paul Thomas Anderson

Über den neuesten Streich von P.T. Anderson, einem der bedeutendsten Filmautoren der letzten 2 Jahrzehnte, ist bisher wenig bekannt: Spielen soll er im Südkalifornien der 1970er und von den Teenerager-Jahren eines Kinderstars in San Fernando Valley erzählen. Mehr bekannt ist da schon vom Cast, der beim Dreh in den letzten Monaten fotografiert wurde: Bradley Cooper soll Jon Peters spielen, Alana Haim soll Barbra Streisand darstellen und Benny Safdie („Uncut Gems“) soll den Politiker Joe Wachs verkörpern. Zusätzlich soll der Sohn von Phillip Seymour Hoffman (seinerseits Star in Andersons „Magnolia“ und „The Master“), Cooper Hoffman, in einer bisher nicht bekannten Nebenrolle zu sehen sein. Der Dreh wurde erst letzten Monat abgeschlossen, mit einer Veröffentlichung ist im Laufe des Jahres 2021 zu rechnen. Wir sind gespannt.

Bewertung: 5 von 5.
Quelle: Twitter

Einige weitere, hier nicht erwähnte Filmstarts sind in den Listen von 2020 nachzulesen, da bekanntlich die Premieren vieler Filme auf 2021 verschoben wurden: Die interessantesten Kinostarts 2020.