Im Winter wartet Netflix mit dutzenden Liebesfilmen passend zur Weihnachtszeit auf, das Programm im Sommer sieht mittlerweile recht ähnlich aus: Romanzen oder Dramen, die das Sommer-Feeling ankurbeln sollen. In diese Kategorie Netflix-Film fällt auch „Toskana“, seit kurzem auf der Streamingplattform zu sehen. Wie der Titel bereits verrät, spielt der Film in der malerischen Landschaft der italienischen Toskana-Region. Im Zentrum des Films: eine Liebesgeschichte, Drama und Kulinarik.

von Lena Wasserburger

Der Sternekoch Theo Dahl (Anders Matthesen) steht kurz vor der Eröffnung seines eigenen Luxusrestaurants in Dänemark. Da erreicht ihn die Nachricht vom Tod seines Vaters. Seinen Vater hat Theo bereits seit Kindheitstagen nicht mehr gesehen, doch es stellt sich heraus, dass ebendieser ihm nun sein Schloss und Restaurant in der Toskana überlassen hat. Um das Grundstück zu verkaufen, reist Theo kurzerhand nach Italien, wo er sich nicht nur in die Kellnerin Sophia (Christiana Dell’Anna) verliebt, sondern auch seine Leidenschaft für das Kochen neu entdeckt.

Die Idee, einen Liebesfilm mit den Themen Kulinarik, Kochen oder Backen zu verbinden, ist nicht neu. Ein Beispiel wäre „Chocolat – Ein kleiner Biss genügt“ mit Johnny Depp und Juliette Binoche. Auch dieser Film bediente sich eines idyllischen Hintergrunds, in diesem Fall ein kleines Provinzörtchen in Frankreich, um die richtige romantische Stimmung zu erzeugen. Dasselbe gilt für „Toskana“. Zahlreiche Panoramaaufnahmen italienischer Küstenorte, untermalt mit italienischen Balladen und jede Menge Olivenhaine. Ein Titel wie „Toskana“ schreit nach schönen Bildern und meist liefert der Film diese auch. Filme, deren Fokus auf Kulinarik liegt, zielen darauf ab, auf positive Art und Weise hungrig zu machen und in dieser Hinsicht ist der Film ebenfalls ab und zu erfolgreich. Schade ist nur, dass weder die Handlung, noch die Charaktere dieser Stimmung gerecht werden.

Der Film hat eine Laufzeit von ungefähr 90 Minuten. Dass es eine solche Laufzeit heutzutage durchaus schwierig machen kann, eine glaubhafte Liebegeschichte zu erzählen, ist nicht überraschend. Jedoch fällt es gerade deshalb schwer, sich auf die Story einzulassen, weil die Chemie zwischen den beiden Hauptcharakteren einfach nicht stimmt. Egal, wie oft sich Sophia und Theo tief in die Augen sehen, Funken sprühen trotzdem keine. Und das liegt hauptsächlich an den Charakteren und deren Dialogen.

Theo ist eine weit weniger sympathische Version von Gordon Ramsay und Sophias Persönlichkeit verändert sich je nach Szene und Situation, sodass die Figur irgendwann kaum mehr greifbar ist. Die Handlung ist banal und liegt leider gefährlich nahe am Niveau von Hallmark-Weihnachtsfilmen. Simpel zusammengefasst: Workaholic reist in kleines Örtchen, verliebt sich vor Ort und verwandelt sich daraufhin vom ambitionierten Businessmann in einen Lebensgenießer.

Im Genre der Romantikfilme ist diese Art von Handlung eine beliebte Formel. Dass „Toskana“ dieselbe Formel anwendet, ist an sich nicht das Problem, sondern vielmehr, dass die Exekution nicht gelungen ist. Die altbekannte Regel „Show, don’t tell“ wird zu oft missachtet, um Raum für Infodumping zu schaffen.

Fazit

An einem lauen Sommerabend, in Kombination mit ein wenig Wein, Brot und Olivenöl kann „Toskana“ durchaus etwas abgewonnen werden. Der Film tut immerhin, was er soll: Er lässt Sommer-Feeling aufkommen. Abgesehen davon jedoch kann die Romanze weder mit der Handlung, noch mit der Erzählweise oder der abschließenden „Message“ wirklich punkten.

Bewertung

Bewertung: 4 von 10.

37/100

Bild: (c) Netflix