Das war es also, das große TV-Comeback des Stefan Raab: Knapp nach 22.00 begann nach langer Vorlaufzeit der Boxkampf gegen Ex-Weltmeisterin Regina Halmich, übertragen von RTL. Der war bald wieder vorbei und spannend war dabei vor allem die Frage, ob sich Raab auf den Beinen halten könnte oder einfach umkippen würde. Aber dazu später mehr. Denn das eigentliche Highlight folgte nach dem Kampf und mit der Ankündigung von Raab – noch im Boxring – dass er „wieder Shows machen“ wolle.

von Christian Klosz

Konkretes dazu gab es bei einer spontan einberufenen Pressekonferenz, deren Erkenntnisse hier zusammengefasst werden. Rückblickend muss man sagen, dass der Boxkampf am Ende in erster Linie ein PR-Gag war, eine mediale Trägerrakete, um die permanente Rückkehr Raabs ins Fernsehen unter so viele Leute wie möglich zu bringen. Als solche funktionierte die Show auch recht gut.

Was die Show selbst, in vollem Namen „DER CLARK FINAL FIGHT – Stefan Raab vs. Regina Halmich“, betrifft, war das solide TV-Unterhaltung mit einigen Höhen, Tiefen und Überraschungen. Die erste Stunde war vor Allem nostalgischer Rückblick auf Raabs Karriere vor seinem Rückzug 2015. Dann folgten einige mäßig interessante Interviews mit in der Halle anwesenden Promis und die Vorstellung von Raabs Gegnerin. Kurz vor 22.00 durfte der Mann des Abends schließlich in die Halle einziehen, was fast 15 Minuten dauerte, und damit etwas zu lange. Natürlich war der Pomp nicht gänzlich ernst gemeint, Raab liebt überdimensionierte große Auftritte, immer mit einer Note Selbstironie versehen, aber etwas Bescheidenheit hätte es nach der langjährigen Abwesenheit auch getan. Nach dem Einzug folgte die Präsentation des neuen Raab-Songs „Pa auf’s Maul“.

Nachdem Stefan Raab also über eine meterhohe und -lange Treppe die Bühne und dann den Boxring betreten hatte, ging es los. Zuvor war man noch überrascht über die oberflächlich beindruckende körperliche Fitness des inzwischen auch schon 57-Jährigen gewesen, der recht austrainiert und muskulös wirkte. Im eigentlichen Boxkampf ging ihm aber bereits nach knapp einer Minute die Luft aus: Raab torkelte durch die Gegend, schnappte nach Luft, litt offensichtlich an Kurzatmigkeit, Kondition war kaum vorhanden. Teilweise nahm das besorgniserregende Züge an, der Entertainer hatte die Augen weit aufgerissen, blickte ins Leere, wirkte teils abwesend und erinnerte damit an den Anblick so mancher Olympia-Athleten vor wenigen Wochen. Einen Kampf auf Augenhöhe, ein sportliches Wettmessen gab es daher nie wirklich, da man auch zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, Raab könnte mit seiner Gegnerin mithalten.

Immerhin hielt er alle 6 Runden durch, der Kampf ging nach Punkten trotzdem an Regina Halmich, die körperlich und konditionell eindeutig die Fittere war. Für das Publikum war die Rückkehr des „Kampfschweins“ Raab, das diesmal eher ein Kampfferkel war, trotzdem ein Erlebnis: In der Halle wurden keine Kosten und Mühen gescheut, um große Unterhaltung zu bieten. Und auch das TV-Publikum konnte sich gut unterhalten lassen.

Fazit

Als TV-Show an sich war der Fight „Stefan Raab vs. Regina Halmich“ solide Unterhaltung, die nicht ganz an Raabs Glanzzeiten anschließen konnte, aber angesichts aktueller Konkurrenz immer noch in der Oberliga spielt. Das ganze Event war aber in erster Linie ohnehin ein PR-Gag für die Ankündigung, die nach dem Fight folgte. Damit gelang Raab tatsächlich eine Überraschung. Alles in allem ein ganz okayer TV-Abend, der etwas Zerstreuung in schwierigen, krisenhaften Zeiten bot.

Bewertung

Bewertung: 7 von 10.

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Bild: eigenes Foto / TV-Übertragung

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