„Shadow Force“ (2025), der neue Actionfilm mit Omar Sy und Kerry Washington, kam am 8. Mai in die Kinos. Weshalb er (zumindest in Deutschland) im Kino angelaufen ist und nicht als direct-to-video-Release oder Streamingtitel geendet ist, wird aber ein Rätsel bleiben. Denn er erfüllt alle Kriterien, um als eigenproduzierte Massenware Content der Streaminganbieter Netflix und Co. zu sein. Dabei fängt “Shadow Force” so vielversprechend an…
von Richard Potrykus
Während sich die top ausgebildete Scharfschützin Kyrah (Kerry Washington) darauf vorbereitet, eine andere Person zu töten, verbringt ihr nicht minderqualifizierter Ehemann Issac (Omar Sy) Zeit mit dem gemeinsamen Sohn Ky (Jahleel Kamara). Als er genau zu dem Zeitpunkt einen Banktermin hat, während diese überfallen wird, widersetzt sich Issac den Räubern und bringt sie im Alleingang um.
Das Ereignis wird aufgezeichnet und geht viral.
Das Problem dabei ist, dass Kyrah und Issac Mitglieder einer geheimen Spezialeinheit namens Shadow Force waren. Diese Spezialeinheit hatten sie entgegen der Regeln verlassen. Jahre lang lebten sie untergetaucht, doch nun ist ihre Deckung aufgeflogen. Ihr ehemaliger Chef und Gründer der Shadow Force, Jack Cinder (Mark Strong), setzt ein Kopfgeld auf die beiden aus und die übrigen Mitglieder der Spezialeinheit auf die dreiköpfige Familie an. Es beginnt ein Katz- und Mausspiel mit allerlei Schaubildern und viel Action.
Warum „Shadow Force“ trotz guter Ansätze enttäuscht
Wie schon zu Beginn des Jahres in “Back in Action”, der in der Tat für Netflix produziert worden ist, setzt “Shadow Force” vor allem auf Starpower und deren Chemie zu- und untereinander. Ohne Frage sind Washington, Sy und Strong exzellente Schauspieler*innen und alle machen ihre Arbeit wirklich gut. Washington und Sy decken sowohl die Facetten der liebenden Eltern als auch die der eiskalten Killer, die sie sind, voll ab. Dem gegenüber steht Strong als herrlich durchgeknallter Antagonist, der vor lauter Machtgeilheit und gekränktem Ego zu platzen droht. Dazu noch Kamara, der der geheime Held des Films ist. Die Momente, in denen er die Songs von Lionel Richie mitsingt, sind ein Highlight für sich.
Leider jedoch ist “Shadow Force” kein Kammerspiel, in dem sich alle Beteiligten konstruktiv begleiten, um dem Publikum ein größtmögliches Seherlebnis zu bieten. Der Film ist ein Actionfilm und setzt entsprechend auf effektreiche Schauwerte. Da wird geschossen, schnell gefahren, irgendetwas in die Luft gejagt und derlei mehr und genau da liegen all die Hunde begraben, die dem Film Stück für Stück das Niveau nehmen.
Faulheit und Logiklöcher en masse
Eigentlich gibt es gegen Action nicht das geringste einzuwenden, doch im Fall von “Shadow Force” wurde hier ziemlich viel Faulheit an den Tag gelegt. Logiklöcher reihen sich nahtlos aneinander. In Sachen Verhältnis zwischen Schussfrequenz und Treffsicherheit könnte “Shadow Force” auch ein Rip-Off von “Star Wars” sein und selbstverständlich sind auch die einfachsten Möbelstücke kugelsicher, wenn sich die Guten dahinter verschanzen. Mehrfach kommt es zu Situationen, in denen der Film einfach nicht beendet wird, obwohl alle Zeichen dafür sprechen.
Mit einer Laufzeit von 104 Minuten ist “Shadow Force” nicht lang und er zieht sich auch nicht. Der Film fühlt sich gut an und trägt das Publikum. Doch die Entscheidungen, die getroffen werden und die eindeutig auf Joe Carnahan zurückgehen, der sowohl das Drehbuch verfasst als auch Regie geführt hat, führen nach und nach dazu, dass der Film am Ende keinerlei Überraschungen mit sich bringt.
Fazit
Es wird wohl nicht mehr lange dauern und “Shadow Force” wird im Streaming landen. Für einen in irgendeinem Streaming-Abo inkludierten Film ist der finanzielle und zeitliche Invest akzeptabel und wenn man abends auf dem Sofa hockt und nicht weiß, was man schauen soll, wenn man irgendetwas Spaßigen haben und trotzdem die Option behalten möchte, auf das Smartphone zu schauen, ohne etwas Relevantes zu verpassen, dann ist “Shadow Force” durchaus eine Möglichkeit. Ansonsten wurde hier leider viel Potential einfach verschenkt.
Bewertung
(53/100)
(Stand: Mai 2025)
Wie fandet ihr „Shadow Force“? Stimmt ihr unserer Kritik zu? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!
Bild: (c) Leonine
