Alkoholismus ist eine schwere Krankheit, die jeden treffen kann. Immer noch wird Frauen, insbesondere Müttern, die daran leiden, mit besonderem Argwohn begegnet. Das französische Drama „Die guten und die besseren Tage“ von Elsa Bennett und Hippolyte Dard widmet sich diesem (Tabu-)Thema, hat aber dem Genre des „Problemfilms“ aber wenig Neues hinzuzufügen. Trotz Wüstenrallye in Marokko. Ab 1.8. in den deutschen und österreichischen Kinos.

von Christian Klosz

Die 3-fache Mutter Susanne (Valérie Bonneton) hat alle Hände voll zu tun: Ihr Job überlastet sie, hinzu kommt die Versorgung der nicht immer einfachen Kinder. Am schwersten wiegt natürlich, dass sie alleine ist, ihr Mann ist vor 5 Jahren verstorben – und der Alkohol wurde ihr Partnerersatz.

Wüstenrallye als Motivation

Eines Morgens wird sie von ihren Kids verkatert geweckt, sie hat verschlafen, dabei soll sie ihre 3 Buben zur Schule bringen. Geistesabwesend vergisst sie, die Handbremse beim stehenden Auto anzuziehen, das Auto rollt die Straße hinunter und kracht gegen ein dort geparktes Fahrzeit. Mit Suzannes 3 Söhnen drinnen. Die bleiben zum Glück unverletzt, aber sie ist ihr Sorgerecht los. Und muss sich in eine Entzugsklinik begeben, will sie ihre Kinder wiedersehen.

Dort trifft Suzanne auf Frauen jeden Alters, aus allen sozialen Schichten und Stationen des Lebens, denen es ähnlich wie ihr geht. Der Sportcoach und Handwerks-Therapeut Denis (Clovis Corllinac) hält für die Patientinnen eine besondere Motivation bereit: Wer seinen Automechanik-Kurs durchhält und abschließt, darf als Team an einer Wüstenrallye in Marokko teilnehmen. Suzanne zweifelt anfangs an sich, doch Denis‘ Glaube an sie lässt sie trotz eines Rückfalls über sich hinauswachsen.

„Die guten und die besseren Tage“: Schablonenhaftes Sucht-Drama

„Die guten und die besseren Tage“ ist ein recht schablonenhaft gestaltetes Sucht-Drama, das die typischen Stationen solcher Filme abklappert: Alkohol ruiniert das Leben, Familienleben gerät aus den Fugen, Umkehr ist nötig, doch Anerkennen des Problems ist schwer, auch der typische Rückfall und die anschließende Läuterung dürfen nicht fehlen. Das französische Drama bietet handlungstechnisch da nur wenig Neues, sondern verlässt sich auf die „Regeln“ des Genres.

Was den Film des französischen Regie-Duos Elsa Bennett und Hippolyte Dard von vergleichbaren Werken abhebt, ist der Fokus auf an Alkoholismus leidende Frauen, die – gerade als Mütter – mit besonderen Hindernissen und Vorurteilen zu kämpfen haben. Auch wenn „Die guten und die besseren Tage“ psychologisch nicht zu sehr in die Tiefe eintaucht, bietet er ein gutes Panorama.

Die Geschichte mit der Wüstenrallye als Therapieansatz ist dann zwar etwas zu viel des Guten, weil gänzlich unrealistisch, insgesamt trotzdem ein solider Film, der ein bekanntes Thema aus neuer Perspektive beleuchtet.

Bewertung

Bewertung: 5 von 10.

(53/100)

Ab 1.8.2025 im Kino (Österreich, Deutschland).

Bilder: © Jo Voets / Happy Entertainment