Über 30 Jahre ist es her, dass Michael Manns „Heat“ erstmals auf den Kinoleinwänden zu sehen war. Beworben mit dem ersten Aufeinandertreffen von Al Pacino und Robert De Niro, spielte er nicht nur ein Vielfaches seines Budgets ein, sondern avancierte rasch zum modernen Klassiker. Da wäre es nicht überraschend, wenn das Studio an einer Fortsetzung interessiert wäre. Bei „Heat“ ist es aber andersherum: Der Regisseur will sie, ein Studio musste zunächst gesucht werden. Über 30 Jahre sind dann wohl doch ein Risiko, das man nicht unterschätzen möchte.

von Jonas Schilberg

Amazon MGM sichert sich Rechte für „Heat 2“

Nachdem Warner Bros. das veranschlagte Budget Manns also nicht nur unterboten, sondern zusätzlich einen anknüpfenden dritten Teil gefordert hatte, bewarben sich andere Studios um das Projekt, welches auf einem 2022 erschienenen Kriminalroman von Michael Mann und Meg Gardiner basiert. Vor wenigen Wochen hat nun Amazon MGM den Zuschlag bekommen – Budget: immerhin 170 Mio. Dollar.

Was aber ist von „Heat 2“ zu erwarten? Durch die Romanvorlage ist bekannt, dass er sowohl Prequel als auch Sequel in einem wird. In Rückblenden thematisiert das Buch die jungen Jahre Vincent Hannas in Chicago, aber auch, wie Neil McCauley und Chris Shiherlis in die Kriminalität gezogen wurden. In einem Handlungsstrang in der Zukunft wird hingegen Chris‘ kriminelle Laufbahn in Südamerika und Asien beschrieben.

michael mann
Michael Mann will’s noch mal wissen

„Heat 2“: De Niro und Pacino werden durch neue Schauspielergeneration ersetzt

Die beiden Top-Stars aus „Heat“, die für den Erfolg des Films mitverantwortlich waren, werden im Sequel durch eine neue Generation ersetzt. Schauspielgrößen, die laut Branchenberichten gehandelt werden, erwecken jedoch große Hoffnungen: Im Gespräch seien Leonardo DiCaprio (älterer Chris) und Austin Butler (jüngerer Chris). An DiCaprios Zeitplan könnte sich sogar die gesamte Produktion orientieren, derart wichtig sei Mann dessen Besetzung. Falls die Sache dennoch platzt, soll Bradley Cooper ihn ersetzen. Adam Driver könnte in die Rolle des jüngeren Neil schlüpfen, Adria Arjona oder Eiza González in die weibliche Hauptrolle, so heißt es.

Der Druck ist angesichts der großen Fangemeinde des ersten Teils und des umfangreichen Budgets in jedem Falle hoch. Mann selbst ist inzwischen 82 und nachdem seine letzten Filme eher auf durchwachsene Resonanz stießen, insbesondere „Blackhat“, bleibt abzuwarten, ob der Regisseur an vergangene Erfolge anknüpfen kann.

„Ferrari“: Der letzte Film von Michael Mann

Titelbild: Buchcover des Romans

Textbild: (c) Gage Skidmore – https://www.flickr.com/photos/gageskidmore/14607146300/, CC BY-SA 2.0 – WikiCommons