Ari Asters neuer Film „Eddington“ wurde im Mai beim Cannes Filmfestival 2025 vorgestellt – und polarisierte das Publikum und die Fachpresse. Der Film ist eine satirische Auseinandersetzung mit der Frühphase der Corona-Pandemie im Jahr 2020 und mit Pedro Pascal („Gladiator 2“), Joaquin Phoenix („Joker“) und Emma Stone in den Hauptrollen besetzt, produziert wurde „Eddington“ von A24. Ende November 2025 kommt der Film nun in unsere Kinos.
von Christian Klosz
Ari Aster hatte sich in den letzten Jahren mit seinen Filmen „Hereditary“, „Midsommar“ und „Beau Is Afraid“ als Horror-Auteur einen Namen gemacht. „Eddington“ ist nun eine Gesellschaftssatire mit Western- und Horror-Elementen, die 2020 in einer Kleinstadt in New Mexico spielt. Der Film handelt von einen Konflikt zwischen dem eher einfältigen Sheriff James McBride (Joaquin Phoenix) und Bürgermeister Henry Lockhart (Pedro Pascal) in der Frühphase der Covid-19-Pandemie. Die beiden geraten über Lockdown-Maßnahmen, Maskenpflicht und andere politische Fragen aneinander, während Verschwörungstheorien und Fake News um sich greifen und die Spannungen in der Bevölkerung verschärfen.
„Eddington“ (2025): Die Pandemie-Satire spaltete Cannes

Nach seiner Vorführung in Cannes, wo der Film im Wettbewerb lief, spaltete „Eddington“ Publikum und Kritiker: Gelobt wurde die visuelle Kraft, bemängelt wurde jedoch von manchen, dass der Film in seiner Zynismus-getriebenen Gesellschaftskritik nicht immer überzeugt. Aster setzt sich in seinem Film auch kritisch mit verschiedenen Formen der „Identitätspolitik“ auseinander, manche sahen in „Eddington“ wiederum eine kritische Abrechnung mit dem Trumpismus.
In einem kürzlich veröffentlichten Interview nahm Aster zu seinem neuesten Werk selbst Stellung. Er beschreibt „Eddington“ so: „Ich wollte einen Film darüber machen, wie sich das Land für mich anfühlt und was ich sehe. Ich wollte einen Weg finden, zurückzutreten und zu zeigen, was meiner Meinung nach passiert – nämlich dass wir alle verrückt geworden sind. Der Film ist ein Versuch, diesen Zustand zu dokumentieren, die verschiedenen Facetten der Verrücktheit darzustellen und zu untersuchen, wie wir an diesen Punkt gelangt sind.“
Ari Aster: „Wir sind alle verrückt geworden“
Aster thematisiert auch die gesellschaftliche Spaltung, die sich im Zuge der Corona-Pandemie weiter verschärft hat: „Wir haben den Zugang zu einem gemeinsamen fundamentalen Verständnis dessen verloren, was eigentlich geschieht. Wir haben den Zugang zu den Dimensionen der größeren Welt außerhalb von uns verloren.“ Und weiter: „Es fühlt sich an wie ein Experiment, das wir gerade durchleben, mittendrin, und es ist offensichtlich schiefgegangen. Es funktioniert nicht, aber niemand scheint daran interessiert zu sein, es zu stoppen. Jeder ist so fest in seiner eigenen Realität verankert, dass der Gedanke, einen Schritt zurückzutreten und das große Ganze zu betrachten, fast unmöglich geworden ist.“
„Eddington“ sollte eine filmische Auseinandersetzung mit unserer Gegenwart werden, die nicht klar Position beziehen will, sondern vielmehr darstellen und ergründen will, wie es soweit kam. Aster sieht bei aller Hoffnungslosigkeit aber auch Aussicht auf Besserung, auf Verbindendes: „Wir befinden uns alle in derselben Situation und werden von denselben Dingen angetrieben. Es gibt diese Grundangst, diese Orientierungslosigkeit, die alle empfinden, unabhängig vom politischen Lager oder der Weltanschauung. Das verbindet uns, auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen.“
„Eddington“ startet am 20.11.2025 in unseren Kinos.
„Eddington“ – Trailer
Credits: Titelbild – Filmposter / public domain – Pedro Pascal: von Gabriel Hutchinson Photography – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link
