James Cameron sprach kürzlich im Podcast „In Depth with Graham Bensinger“ über seine Entscheidung, die USA dauerhaft zu verlassen. Der „Avatar“-Regisseur hatte sich in den letzten Jahren in Neuseeland niedergelassen, wo er auch seine neuen Filme realisierte. Als Hauptgrund, warum er die USA verlassen hatte (Cameron wurde in Kanada geboren, lebte aber seit seiner Jugend in Kalifornien), gab er die verfehlte Corona-Politik seiner alten Heimat an, die er als „verrückt“ und wissenschaftsfeindlich bezeichnete. Tatsächlich wird Neuseeland rückblickend attestiert, in der Frühphase der Pandemie die erfolgreichste politische Antwort auf die Krise gegeben und so zahlreiche Menschenleben gerettet zu haben.
Von Christian Klosz
James Cameron: Sorge um neue Pandemie
Cameron sagte im Podcast über den Grund für seine Auswanderung unter anderem: „Nach dem Ausbruch der Pandemie…hatte Neuseeland das Virus vollständig eliminiert. Sie haben das Virus sogar zweimal eliminiert. Beim dritten Mal, als es in einer mutierten Form auftauchte, brach es wieder aus. Aber zum Glück hatten sie bereits eine Impfquote von 98 %. Deshalb liebe ich Neuseeland. Die Menschen dort sind größtenteils vernünftig, im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, wo die Impfquote bei 62 % lag und weiter sinkt – und zwar in die falsche Richtung.“
„Wo würden Sie lieber leben?“, fuhr Cameron fort. „An einem Ort, der tatsächlich an die Wissenschaft glaubt, vernünftig ist und wo die Menschen gemeinsam auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten können, oder an einem Ort, wo sich alle gegenseitig bekämpfen, extrem polarisiert sind, der Wissenschaft den Rücken kehren und im Grunde im völligen Chaos versinken würden, sollte eine weitere Pandemie auftreten?“ Und schließlich: „Ich bin nicht wegen der schönen Landschaft dort (in Neuseeland, Anm.), sondern wegen der geistigen Gesundheit („sanity“).“
„Amerika steht für nichts mehr“, Trump „wie ein Autounfall“
Im Laufe des Gesprächs kritisierte James Cameron auch die Entwicklung der USA unter Trump: „Ich sehe eine Abkehr von allem Anständigen. Amerika steht für nichts mehr, wenn es nicht mehr für das steht, wofür es historisch gestanden hat. Es wird zu einer leeren Idee, und ich glaube, sie höhlen sie so schnell wie möglich aus, zu ihrem eigenen Vorteil… Hier (in Neuseeland, Anm.) gibt es einen angeborenen Respekt und ein Bedürfnis nach Respekt. Jeder Mensch hat hier den gleichen Status. Und das liebe ich – genau das wollte ich meinen Kindern ermöglichen.“
Allgemein fühle er sich in Neuseeland „sicherer“, so Cameron: „Ich finde es wirklich nicht in Ordnung, jeden Tag auf der Titelseite über Trump lesen zu müssen. Es ist einfach nur widerlich. Die neuseeländischen Medien haben da schon einen Vorteil – die bringen es wenigstens auf Seite drei. Ich will das Gesicht dieses Mannes einfach nicht mehr auf der Titelseite sehen. Es ist dort allgegenwärtig, als würde man sich immer und immer wieder einen Autounfall ansehen.“
James Camerons letzter Film „Avatar: Fire and Ash“ kam Ende 2025 in die Kinos -> weitere Infos
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Titelbild: Von Kevin Paul – Eigenes Werk, CC BY 4.0, Link
