In der neuesten Episode des Joe Rogan Experience Podcasts saßen die Oscar-prämierten Schauspieler, Autoren und Produzenten Matt Damon und Ben Affleck zusammen beim Moderator, dem kürzlich bezüglich Donald Trump ein Lichtlein aufgegangen war (er bezeichnete dessen ICE-Einheit als „Gestapo“) um ihren frisch auf Netflix gestarteten Film „The Rip“ zu besprechen. Der Crime-Thriller, der am 16. Januar 2026 Premiere feierte, basiert lose auf einer wahren Geschichte und dreht sich um eine Gruppe von Miami-Polizisten, die auf Millionen Dollar stoßen.

Die über zweieinhalb Stunden dauernde Unterhaltung ging weit über den Film hinaus und bot Einblicke in die aktuellen Veränderungen der Filmindustrie, kreative Herausforderungen und auch gesellschaftliche Themen.

Damon & Affleck bei Joe Rogan: Die wichtigsten Aussagen

Damon und Affleck beschrieben „The Rip“ bei Rogan als „Miami Vice on steroids“. Die Handlung beginnt mit dem Mord an einer weiblichen Polizeikapitänin in Miami und eskaliert in eine Untersuchung potenziell korrupter Cops, die mit Millionen an Drogenkartell-Geldern konfrontiert werden.

Affleck betonte die Twists und Turns seines Films, die an Hitchcock erinnern würden: „Es ist eine Geschichte über gute Cops, die in Versuchung geraten – aber wer ist wirklich korrupt?“ Die Recherche für den Film führte die beiden in die reale Welt der 80er-Jahre-Miami-Cocaine-Ära. Damon dazu: „Wir haben uns mit echten Cops und Insidern getroffen, um Authentizität zu schaffen. Es geht um die Verlockungen leichten Geldes und wie das Menschen verändert.“

Affleck lobte Regisseur Joe Carnahan und Co-Autor Michael McGrale für die dynamische Choreografie und das spannende Finale, das „500 Gallonen Adrenalin“ verspricht.

Streaming-Herausforderungen: Netflix fordert „Verdummung“

Ein zentraler Punkt des Gesprächs war die Transformation der Branche durch Streaming-Dienste wie Netflix. Damon enthüllte, dass Netflix Drehbücher fordert, in denen der Plot „drei oder vier Mal im Dialog wiederholt“ wird, weil Zuschauer oft auf ihren Smartphones abgelenkt sind: „Sie sagen: ‚Es wäre nicht schlecht, wenn du den Plot mehrmals wiederholst, weil die Leute auf ihren Phones sind.'“

Affleck kritisierte diese Anpassungen an veränderte Sehgewohnheiten, auch bei seinem eigenen Film „The Rip“, als „Algorithmus-Diktat“: „They’re making us dumb it down for the audience because everyone’s on their phones, multitasking. It’s not that the audience is dumb; it’s that the system is forcing simpler storytelling to compete with distractions.“ (Übersetzt: „Sie zwingen uns, es für das Publikum zu vereinfachen, weil alle auf ihren Phones sind und multitasken. Es ist nicht so, dass das Publikum dumm ist; es ist das System, das einfachere Geschichten erzwingt, um mit Ablenkungen zu konkurrieren.“)

The Rip Netflix Bild
Affleck und Damon in ihrem Film

Streaming als Chance

Beide diskutierten den Shift von Kinofilmen zu Streaming: Die COVID-Pandemie habe diesen Prozess beschleunigt, und Kino-Releases seien risikoscheuer geworden. Stattdessen dominiere IP (Intellectual Property) wie Superheldenfilme. Affleck plädierte für künstlerische Integrität: „Wir müssen balancieren zwischen Kommerz und anspruchsvollem Kino – Streaming bietet Chancen, aber es verändert die Ökonomie.“

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Ben Affleck und Matt Damon sprachen auch über faire Bezahlung: In „The Rip“ implementierten sie Bonusstrukturen für die Crew („below the line“), um Erfolge zu teilen. „Wir wollen positive Sets schaffen und alle wertschätzen“, sagte Damon.

Die Diskussion kam dann auch zum Thema „Cancel Culture“, die beide kritisierten. Affleck warnte vor „permanenten Konsequenzen“: „Es geht um Vergebung und Erlösung – die Komplexität der menschlichen Natur wird ignoriert.“ Damon ergänzte: „Wir brauchen Gnade und Mitgefühl, sonst verlieren wir die Verbindung.“

Die beiden reflektieren schließlich noch das Thema KI/AI in der Filmbranche: Als Tool sei sie nützlich, aber kein Ersatz für menschliche Kunst. „AI erreicht kein Plateau der Kreativität wie wir“, meinte Affleck. (red/ck)

Filmkritik zu „The Rip“

Bilder: (c) Netflix