„Animationsserie für Erwachsene“: Dieses Subgenre hat sich in den letzten gut 25 Jahren durch zahlreiche Formate von „King of the Hill“ über „Family Guy“ bis zu „Bojack Horseman“ einen festen Platz in der TV- und Streaming-Landschaft gesichert. Möglich war das nur durch den Erfolg der „Simpsons“, die erstmals Grown Up Content in der davor für Kinderinhalte reservierten Form darboten. Viele dieser Serien setz(t)en auf absurden, politisch unkorrekten Humor, auch weil die stilistischen Freiheiten das hergeben. Mit „Strip Law“ hat Netflix seit 20.2.2026 ein neues Adult Animation-Format am Start.

Serien-Kritik von Christian Klosz

„Strip Law“: Gesetz(los) in Las Vegas

Die 10 ca. 25-minütigen Episoden von „Strip Law – Die Gesetze von Las Vegas“ erzählen von Lincoln Gumb (Adam Scott, „Severance“), einem erfolglosen Anwalt in und aus Vegas, der die Kanzlei seiner kürzlich verstorbenen Mutter geerbt hat. Durch Zufall trifft er die Hobby-Magierin Sheila Flambé (Janelle James) und die beiden tun sich zusammen, um ihre Kräfte zu bündeln: In den Gerichten in Show(wo)manship immer gern gesehen, in den US-amerikanischen sowieso und in jenen von Las Vegas ganz besonders. Zu ihrer eigenen Überraschung wird aus Lincoln und Sheila bald ein neues Dreamteam, das sich durch absurde Fälle mit exzentrischen Klienten wühlt und viele davon gewinnt.

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Das „Dream Team“ aus „Strip Law“

Reizvoll an „Strip Law“ ist zuerst die Umgebung, in der die Serie spielt: Es ist dies das erste Adult Animation-Format im Justiz-Setting. Als Anwaltsserien-Satire nimmt es die die üblichen Themen und Tropen dieses Genres gekonnt auf die Schippe. Nicht wenige der Vorbilder handeln von chaotischen Familienalltag, übernahmen in gewisser Weise klassische Sitcom-Settings. „Strip Law“ hebt sich dadurch von diesen ab.

Die kaputte Kanzlei-Family

Dass das Ganze in Las Vegas spielt verleiht dem Sujet zusätzlichen Reiz, weil dieser Ort natürlich die ideale dramaturgische Fundgrunde für die Autoren um Cullen Crawford ist. Ganz ohne Family-Feeling kommt aber auch „Strip Law“ nicht aus: Die Belegschaft, zu der auch der abgehalfterte Ermittler Glem Blorchman (Stephen Root) und die Teenie-Göre Iren (Shannon Gisela), zugleich Lincolns Nichte, zählen bilden so etwas wie eine kaputte Kanzlei-Familie ab. Ein steter Spannungsfaktor ist die Chemie zwischen Lincoln und Sheila, die sich wenig überraschend dann irgendwann auch in einer Workplace-Affäre der beiden entlädt.

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Ermittler Glem Blorchman in „Strip Law“

Natürlich erfindet „Strip Law“ das Adult Animation-Rad nicht neu: Aber in den 10 Episoden gelingt es durchwegs, Erprobtes in einem bisher ungewohnten Setting zu platzieren, sodass am Ende doch etwas Neues und Eigenständiges dabei herauskommt. Der Humor der Serie changiert zwischen politisch-unkorrekt, albern und satirisch, wobei auch aktuelle Themen der US-Gesellschaft karikiert werden. Ein Highlight: Der dekadent-kranke Diddy-Lifestyle, den auch so mancher Vegas-Anwalt zu pflegen scheint.

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Fazit

„Strip Law“ bietet kurzweilige Unterhaltung für Freunde von „Family Guy“ und Co. Der Serie gelingt es schnell, seine durchaus sympathisch-kaputten Charaktere zu etablieren und sie hat definitiv Potenzial für weitere Staffeln. In den USA konnte sie sich seit ihrem Release in den Top-10 der Netflix-Charts platzieren, weshalb das nicht so abwegig erscheint. Bei uns wird das Format vermutlich ein Geheimtipp bleiben, da zu US-spezifisch. Umso wichtiger, trotzdem darauf hinzuweisen und die redaktionellen Scheinwerfer auch auf solche Titel zu richten, die nicht ohnehin alle im Blick haben und einem durch algorithmische Dauerfeuer aufgezwängt werden.

Bewertung

Bewertung: 7 von 10.

(73/100)

„Strip Law – Die Gesetze von Las Vegas“ – 10 Episoden, seit 20.2.2026 auf Netflix.

Weitere Infos zu „Strip Law“ auf der IMDb-Seite.

Bilder: © 2026 Netflix, Inc.