Kate Beckinsale („In my Skin“, „Aviator“) hat vor wenigen Tagen ihre Erkrankung an MCAS (Mastzellaktivierungssyndrom) erneut öffentlich gemacht – und damit zugleich erklärt, warum sie in den vergangenen Jahren immer wieder mit auffälligem Gewichtsverlust zu kämpfen hatte.
Die Schauspielerin reagierte Anfang August 2026 auf Instagram auf wiederholte Kommentare zu ihrem Aussehen. In einem inzwischen gelöschten, 13-teiligen Video schilderte die 53-Jährige ihre gesundheitlichen Probleme und bat um mehr Zurückhaltung bei öffentlichen Kommentaren über den Körper anderer Menschen. (Bericht auf WEB.de)
Gewichtsabnahme: Beckinsale macht MCAS-Krankheit öffentlich
Der Anlass war bitter: Kate Beckinsale war wegen ihres Gewichts unter anderem als „anorektisch“ bezeichnet worden, andere Nutzer unterstellten ihr Drogenkonsum oder die Einnahme von Ozempic. Die Schauspielerin erklärte daraufhin, ihr Körper habe in den vergangenen Jahren unter enormer Belastung gestanden. Neben dem Tod ihres Stiefvaters Roy Battersby 2024 und ihrer Mutter Judy Loe 2025 leide sie seit vielen Jahren an MCAS. Diagnostiziert worden sei die Erkrankung bereits vor rund 16 Jahren.
Besonders eindringlich beschrieb Beckinsale den Magen-Darm-Bereich als „ground zero“ ihrer Erkrankung. Bei Schüben könne sie unter anderem unter massivem Sodbrennen leiden. Essen sei zeitweise derart problematisch, dass sie auf den Hinweis eines Followers, sie müsse mehr essen, sinngemäß entgegnete, dass Essen für sie unter Umständen selbst gefährlich werden könne.
Was ist MCAS? Symptome des Mastzellaktivierungssyndroms
MCAS steht für Mast Cell Activation Syndrome, auf Deutsch Mastzellaktivierungssyndrom. Mastzellen sind Bestandteil des Immunsystems. Sie setzen unter anderem Histamin und andere Botenstoffe frei, wenn der Körper auf bestimmte Reize reagiert. Bei MCAS kommt es zu einer krankhaften oder überschießenden Aktivierung dieser Zellen.
Die Folgen können höchst unterschiedlich sein: Hautreaktionen, Juckreiz und Schwellungen sind ebenso möglich wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Sodbrennen, Atemprobleme, Erschöpfung oder Kreislaufbeschwerden. Gerade diese enorme Bandbreite macht MCAS schwer erkennbar. Es existiert nicht das eine typische MCAS-Symptom.
Wie häufig MCAS tatsächlich ist, lässt sich derzeit nicht zuverlässig sagen. Je nach verwendeter Definition und diagnostischen Kriterien reichen die wissenschaftlichen Schätzungen von wenigen Fällen pro 100.000 Einwohner bis zu mehreren Prozent der Bevölkerung. Es gibt Forscher, die MCAS wesentlich weiter definieren bzw. andere diagnostische Ansätze vertreten. Daraus stammen Schätzungen von 4 bis 17 Prozent der Bevölkerung.
Tipp: Eine Informationsquelle für Betroffene ist mastzellaktivierung.info; dort finden sich auch Hinweise auf Selbsthilfegruppen und spezialisierte Anlaufstellen in Deutschland.
MCAS und Long Covid
Mehrere wissenschaftliche Arbeiten haben bei Menschen mit Long Covid-Symptome beobachtet, die einer Mastzellaktivierung ähneln. Eine Studie aus dem Jahr 2021 kam zu dem Ergebnis, dass entsprechende Symptome bei Long-Covid-Patienten deutlich häufiger auftreten und in ihrer Ausprägung MCAS ähneln können.
Diskutiert wird seither, ob SARS-CoV-2 bei manchen Menschen eine bereits vorhandene Mastzellproblematik verstärken oder über Veränderungen des Immunsystems eine anhaltende Mastzellaktivierung begünstigen könnte.
(ck, red)
Titelbild: (c) Gerald Geronimo – Kate Beckinsale, CC BY-SA 2.0
