Teil 2 unserer Ausschau auf das Filmjahr 2020: Christian Klosz hat die interessantesten Film- und Kinostarts für euch gesammelt, und stellt sie euch vor. Platz 30-21 gibts HIER zum nachlesen!

20. „Jojo Rabbit“

Kinostart: 23.1.2020; Regie: Taika Waititi

Eine Nazi-Komödie um einen 10-jährigen Jungen, der mit seinem besten Freund, einem imaginierten Adolf Hilter, Gespräche führt – geht denn das? Das ist wohl die erste Frage, die einem in den Kopf kommt, wenn man den Plot von „Jojo Rabbit“ liest. Es geht, ist allerdings auch nur halb so provokativ, wie man erwarten oder erhoffen konnte. Wir konnten den Film bereits letztes Jahr auf der Viennale sehen: Eher weichgespültes Feelgood-Kino, aber durchaus mit lustigen Momenten. Wird sicher seiner Anhänger finden.

Vorfreude:

⭐⭐

zum Weiterlesen: Kritik zu Jojo Rabbit

19. „Onward“

Kinostart: 5.3.2020; Regie: Dan Scanlon

Der Film ist angesiedelt in einer modernen Fantasy-Welt, in der technologische Errungenschaften den Zauber früherer Zeiten zu vertreiben drohen. Vor diesem Hintergrund unternehmen zwei Elfen-Brüder (im englischen Original gesprochen von Tom Holland und Chris Pratt) ein gemeinsames Abenteuer, um die verbleibenden Reste an Magie aufzuspüren: Der erste von 2 höchst interessanten Pixar-Animationsfilmen 2020.

Vorfreude:

⭐⭐⭐

zum Weiterlesen: Pixar setzt auf Original-Stoffe

18. „I’m thinking of ending things“

Filmstart: 1. Hälfte 2020 (Netflix); Regie: Charlie Kaufman

Mit Kaufman kehrt ein alter Bekannter zurück hinter die Kamera: Berühmt wurde er mit seinen schräg-absurden Drehbüchern zu „Being John Malkovich“ oder „Adaption“, bevor er mit „Synecdoche, New York“ und zuletzt „Anomalisa“ auch als Regisseur überzeugen konnte. Der für Netflix produzierte Film, der sich derzeit in der Post-Produktion befindet, erzählt die Geschichte eines Beziehungsdramas mit existenziellen Zügen und kann mit Jessie Buckley und Toni Collette in den Hauptrollen aufwarten.

Vorfreude:

⭐⭐⭐⭐

zum Weiterlesen: Kritik zu „Being John Malkovich“

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17. „Der Prinz aus Zamunda 2“

Kinostart: 17.12.2020; Regie: Craig Brewer

Filme wie „Halloween“ oder „Blade Runner 2049“ haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass verspätete Fortsetzungen zu Klassikern durchaus funktionieren können. So ist zu hoffen, dass auch „Der Prinz aus Zamunda 2“ mit der Kult-Comedy von John Landis aus den 80-ern mithalten kann. Dass Brewer sowohl Eddie Murphy als auch Wesley Snipes hervorragend einzusetzen weiß, bewies er zuletzt mit der Blaxploitation-Hommage „Dolemite Is My Name“ auf Netflix.

Vorfreude:

⭐⭐⭐⭐

16. „Nightmare Alley“

Kinostart: noch unklar, im Laufe des Jahres; Regie: Guillermo del Toro

Der Nachfolger des Oscar-Gewinners „The Shape of Water“: del Toros neuer Film ist ein Remake von „Der Scharlatan“ aus dem Jahre 1947 und handelt von einem Trickbetrüger, der selbst betrogen wird. Düster soll es werden, in den Hauptrollen sind Bradley Cooper (er ersetzte Leonardo di Caprio) und Toni Collette zu sehen. Viel mehr ist bisher noch nicht bekannt, wir hoffen auch bei uns auf einen Kinostart 2020.

Vorfreude:

⭐⭐⭐⭐

15. „Tommaso“

Kinostart: 9.4.2020 (voraussichtlich); Regie: Abel Ferrara

Ein weiterer Film, den wir bereits im Vorjahr bei der Viennale sehen konnten: „Tommaso“ handelt vom titelgebenden (Anti-)Helden, einem in die Jahre gekommenen US-Regisseur, der in seiner Wohnung in Rom an einem neuen Film arbeitet, und nebenbei versucht, eine konstruktive Beziehung mit seiner um viele Jahre jüngeren Partnerin und dem gemeinsamen Kind zu leben; zufällig wurde „Tommaso“ in Ferraras Wohnung in Rom gedreht, die Partnerin des Protagonisten von Ferraras echter Partnerin gespielt und die kleine Tochter von der Tochter der beiden. Fans der US-Regie-Ikone können sich auf ein betörendes, poetisches, überraschend sensibles Werk freuen, in dem Willem Dafoe wieder mal eine Meisterleistung abliefert.

Vorfreude:

⭐⭐⭐⭐

zum Weiterelesen: Ausführliches Interview mit Ferrara, das wir im Zuge der Viennale 2019 mit ihm führen konnten

14. „Der wunderbare Mr. Rogers“

Kinostart: 5.3.2020; Regie: Marielle Heller

Ein Biopic über eine uneingeschränkt gutherzige Figur zu machen, ist mutig: Kindershow-Moderator Fred Rogers galt und gilt in den USA als die personifizierte „Gute Seele“, und genau so will „Der wunderbare Mr. Rogers“ seinen Protagonisten auch abbilden. Es wird spannend, wie Regisseurin Marielle Heller es schafft, ein packendes Bild ihrer Hauptfigur offenbar ohne die üblichen biografischen Schattenseiten zu zeichnen. Allein Tom Hanks‘ Schauspielleistung, der sich im Grunde nur selbst spielen muss, könnte bereits den Kinobesuch lohnen.

Vorfreude:

⭐⭐⭐

13. „Dune“

Kinostart: 23.12.2020; Regie: Denis Villeneuve

Nachdem der Kanadier Villeneuve bereits „Blade Runner“ ordentlich wiederbeleben konnte, versucht er sich nun am Remake von David Lynchs Katastrophen-Verfilmung: „Dune“ aus dem Jahr 1984 ist einer der seltenen Fälle, wo der Kult-Regisseur ordentlich daneben griff, wo die Umsetzung nicht dem Anspruch genügte. Es ist zu hoffen, dass es Villeneuve besser macht, die Grundlage dafür bietet die Geschichte vom Treiben auf dem fernen Wüstenplanet allemal, und Namen wie Timothy Chalamet, Oscar Isaac, Josh Brolin oder Javier Bardem sollten auch für Qualität bürgen.

Vorfreude:

⭐⭐⭐⭐⭐

zum Weiterlesen: Kritik zu „Blade Runner 2049“

12. „Top Gun 2: Maverick“

Kinostart: 16.7.2020; Regie: Joseph Kosinski

Was soll man dazu noch erklären? Tom Cruise kehrt nach 30 Jahren zurück in die Rolle, die ihn zum Superstar machte. Wird es an den Kinokassen klingeln? Mit Sicherheit. Kann das Ganze auch qualitativ überzeugen? Zweifelhaft. Dagegen spricht, dass im Original die Ästhetik von Action-Veteran Tony Scott nicht unerheblich zum Kult-Faktor beitrug – und der bekanntlich vor einigen Jahren (viel zu früh) verstarb. Dafür spricht, dass mit Joseph Kosinski ein Mann am Ruder ist, der zuletzt mit „No Way Out“ für eine der positiven Überraschungen des vorvorigen Filmjahres sorgte. Im Juli wissen wir mehr.

Vorfreude:

⭐⭐⭐⭐

zum Weiterlesen: Kritik zu „Top Gun“ und „Die besten Filme von Tony Scott“

11. „Soul“

Kinostart: 1.10.2020; Regie: Pete Docter

Neben „Onward“ der bereits zweite, höchst interessante Pixar-Start 2020: Dass Pete Docter, der mit „Oben“ und vor allem „Alles steht Kopf“ 2 der herausragendsten Animationsfilme der letzten Jahre geschaffen hat, die Regie übernimmt, lässt hoffen. Inzwischen ist auch etwas über den Inhalt bekannt: Die Seele des Jazzmusikers Joe Gardner (in der Originalfassung gesprochen von Jamie Foxx) kommt nach einem Unfall ins Jenseits. Dort lernt sie, was einen Menschen wirklich ausmacht. Wenn Docter die filmische Exploration der Seele ebenso gelingt wie die des Geistes im Vorgänger, kann man nichts weniger als ein Meisterwerk erwarten.

Vorfreude:

⭐⭐⭐⭐

Teil 3 der Liste, die Plätze 10-1, folgt in Kürze!

Titelbild: Constantin Film