von Christian Klosz

Mit „Glück Gehabt“ präsentierte Regisseur Peter Payer eine der positiven Überraschungen des österreichischen Filmjahres, der Film schaffte es auch ins Wettbewerbsprogramm der (abgesagten) Diagonale – und das völlig zurecht: Eine lakonische, schwarzhumorige Komödie, die ihre Kraft aus den Dialogen und der unaufgeregten Inszenierung schöpft und einfach herrlich unterhält.

Philipp Hochmair spielt darin den unambitionierten Lehrer Artur, der sein Geld mit Nachhilfestunden, Schichten im Copyshop und Comiczeichnen verdient. Eigentlich führt er eine glückliche Ehe mit der ungleich ambitionierteren Rita, die kurz vor ihrer Beförderung zur Schuldirektorin steht. Mit Arturs beschaulichem Leben ist es auf einen Schlag vorbei, als die attraktive Alice wie ein Wirbelwind durch sein Leben fegt, er eine Affäre mit ihr beginnt – und dann plötzlich auch noch eine Leiche auftaucht.

Im ausführlichen Interview, das wir im Dezember mit Hauptdarsteller Philipp Hochmair führen konnten, sagte er über seine Erfahrung in der Rolle des Artur: „Das war aufregend, denn in dieser Rolle konnte ich etwas ganz Neues ausprobieren. Vielleicht auch eine ganz neue Seite an mir kennen lernen. Denn als nervöser Charakter, der ich von Natur aus bin, einen sehr ruhigen, entspannten Menschen zu spielen, ist glaub ich leichter als umgekehrt. Da lässt sich der Unterschied vielleicht besser herausarbeiten.“

Der Katalogtext der Diagonale beschreibt „Glück Gehabt“ so:

„Artur führt ein gemütliches Leben und eine glückliche Ehe. Sein beschauliches Dasein nimmt ein jähes Ende, als der Comiczeichner eines Tages die geheimnisvolle Alice kennenlernt und sich in eine verhängnisvolle Affäre verstrickt, deren erotische und blutige Eskapaden einen grotesken Verlauf nehmen. (…)

Antonio Fians Roman „Das Polykrates-Syndrom“ ist die Vorlage für Peter Payers lakonische Filmkomödie, die mit überraschenden Pointen und Wendungen aufwartet. Die reizende Alice entpuppt sich als mit allen Wassern gewaschen, und auch Rita hat etwas zu verbergen. So wird der gutmütige Artur bald zum mörderischen Handlanger, doch jedes Netz aus Lügen stürzt irgendwann in sich zusammen. Glück gehabt erzählt von einem scheinbar glücklichen und zufriedenen Softie, der sich davor drückt, Verantwortung zu übernehmen und Beziehungsarbeit zu leisten. Durch die Affäre wird Artur gezwungen, sich mit seinem Leben auseinanderzusetzen. Eine bissig-amüsante Parabel über die Launen des Glücks, die als schwarzhumoriger Thriller endet.“

„Glück Gehabt“ ist sowohl im Kino VOD Club, als auch bei Flimmit um 4.99€ zu leihen.

Das ganze Interview mit Philipp Hochmair kann man HIER nachlesen.


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Titelbild: (c) Filmladen