Brian de Palmas „Scarface“ ist eines der wenigen Remakes der Filmgeschichte, das sich in seiner Bedeutung mit seinem Vorbild messen kann: Der erste Scarface-Film erschien 1932 und spielte in Chicago. De Palmas Version kam 1983 in die Kinos, die Handlung wurde nach Miami verlegt. Als aufsteigender Mafia-Boss Tony Montana spielte Al Pacino eine seiner prägendsten Rollen, der Film avancierte zum Kultfilm und galt vor allem der Hip Hop-Subkultur als Vorbild.

Nun scheint es, als würde die bereits sei langem angekündigte Neuauflage von „Scarface“ Realität werden. David Yates, Pablo Larraín und Antoine Fuqua waren zeitweise als Regisseure gesetzt, scheiterten aber letztendlich. David Ayer, Terence Winter (The Wolf of Wall Street) und Paul Attanasio versuchten sich am Drehbuch. Nun wurde bekannt gegeben, dass Luca Guadagnino („Call me by your name“) als Regisseur das Remake drehen soll – nach einem Drehbuch der Coen-Brüder. Wenngleich Guadagnino auf den ersten Blick nicht unbedingt wie eine logische Wahl wirkt, macht es doch Sinn: Immerhin verpasste er auch dem Argento-Klassiker „Suspiria“ 2018 einen durchaus interessanten Neuanstrich, eine eigene Neuinterpretation des Stoffes.

Das geplante neue Remake soll nun in Los Angeles statt Miami spielen. Einen Starttermin gibt es noch nicht. (ck)