Stefan Raab, der nächste Versuch: Diesen Untertitel könnte man der ersten Ausgabe der neuen Hauptabendshow mit dem sperrigen Titel „Wer weiß wie wann was war?“ geben, die Samstag 14.3.2026 um 20:15 bei RTL zu sehen war. Die zweite Folge läuft am 21.3. zur selben Zeit. Nach inzwischen einer Handvoll neuer Formate, die allesamte floppten oder zumindest nicht das gewünschte Ergebnis brachten, wird es für Raab bei RTL „eng“, wie zahlreiche Medien schreiben: Die teure Investition des Senders, den Entertainer aus seiner Pension zu holen und zu einem Comeback zu verhelfen, hatte sich bisher kaum ausgezahlt.

Von Christian Klosz

Ist „Wer weiß wie wann was war?“ nun endlich der ersehnte „Kracher“? Die kurze Antwort lautet: Nein, stattdessen more of the same des Post-Comeback-Raabs, der durchwegs unmotiviert und desinteressiert wirkt.

„Wer weiß wie wann was war?“ will zuviel auf einmal

Das Format, das Raab gemeinsam mit Barbara Schöneberger moderiert, ist eine Mischung aus Retro-Show, Quiz und Revue, das (wie schon Raabs 1. Format „Du gewinnst hier nicht die Million“) daran krankt, zu viel in einem sein zu wollen: Im Mittelpunkt soll ein Publikumsquiz stehen, in dem 3 Gruppen – Ü20, Ü40 und Ü60 – gegeneinander antreten und Fragen beantworten. Jedem Team sind 2 Promis zugeteilt, die aus dieser Altersgruppe stammen, in Show 1 waren das unter anderem Ricarda Lang, Ingolf Lück und Frank Rosin, in Show 2 sind Jan Ullrich, Hella von Sinnen und Hans Sigl zu sehen.

Dann wird es schon kompliziert und problematisch: Denn vor jeder Frage gibt es entweder Gesangseinlagen der Moderatoren (entbehrlich), Retro-TV-Einspieler (ganz OK) und Sketches mit Raab und Schöneberger, die das jeweilige Thema anteasern sollen (schwer erträglich). Der Quiz-Part rückt so schnell in den Hintergrund. Und das Ganze passt in der Gewichtung nicht so recht zusammen. Zumindest die nervigen Revue-Nummern hätte man weglassen sollen. Und die Einspieler kürzer und prägnanter halten.

Was „Wer weiß wie wann was war?“ halbwegs rettet, ist Barbara Schöneberger, die sich bemüht, das Multitalent zu sein, das Stefan Raab einst war. Sie ist charmant, witzig und schlagfertig, was man von Raab nur sehr bedingt behaupten kann. Er wirkt auch hier gelangweilt, schlecht vorbereitet, das Timing geht oft schief und sein Interesse an der eigenen Show wirkt überschaubar.

Trotz inhaltlicher Kritik: Das TV-Publikum zumindest nahm die 1. Show halbwegs positiv auf, was die reinen Einschaltquoten betrifft. Die Raab-Show landete auf Platz 1. der Privatsender in Deutschland, 1,81 Millionen Zuschauer sahen im Schnitt zu. Das dürfte erstmals die Erwartungen von RTL erfüllen. Der Retro-Aspekt scheint in Zeiten zahlreicher Krisen in der Welt weiterhin zu ziehen.

Fazit

„Wer weiß wie wann was war?“ ist zwar nicht gänzlich gescheitert, wer sich gedankenlos auf die Couch legen und sich berieseln lassen will wird damit zufrieden sein. Doch dem Format fehlt definitiv die Qualität für einen Samstagabend-TV-Reißer, den Raab und RTL an diesem Punkt dringend brauchen.

Bewertung

Bewertung: 6 von 10.

(57/100)

„Wer weiß wie wann was war?“ – 1. Sendung am 14.3.2026 auf RTL. 2. Sendung am 21.3.2026 auf RTL.

Darf man Stefan Raab heute noch lustig finden?

Bild: (c) RTL / Raab Entertainment / Willi Weber